Johann Behling gestorben / Kantiger Christdemokrat war 32 Jahre im Gemeinderat

Langjährige politische Größe tot

Johann Behling

Langwedel - (mm) · Johann Behling, einer der bestimmenden Politiker in der jüngeren Geschichte des Fleckens Langwedel, ist tot. Der Daverdener Christdemokrat, der rund drei Jahrzehnte dem Gemeinderat angehörte, starb am Sonnabend im Alter von 71 Jahren.

Schon in jungen Jahren engagierte sich der Landwirt politisch. 1968 wurde er in den Rat der damals noch selbstständigen Gemeinde Daverden gewählt. Mit Gründung des neuen großen Fleckens Langwedel 1972 mischte Johann Behling dort innerhalb der CDU-Fraktion politisch mit. Schon bald stieg der knorrige Konservative zum Taktgeber auf. Von 1986 bis 96 führte er die Fraktion.

Bei der Kommunalwahl 1996 trat Johann Behling für die CDU als Spitzenkandidat an, Bürgermeister blieb jedoch Kontrahent Joachim Stünker (SPD). Daraufhin gab das Daverdener Urgestein den Fraktionsvorsitz an den nach oben drängenden jungen Andreas Mattfeldt ab. Bis 2000 wirkte Behling noch im Gemeinderat mit, von 91 bis 96 brachte er sich auch in den Ortsrat Daverden ein.

Die Förderung des Sports lag dem Handballer, Sportkegler und Marathonläufer besonders am Herzen. Als Vorsitzender des Sportausschusses der Gemeinde trug er unter anderem maßgeblich zum Bau der Cluvenhagener Mehrzweckhalle bei.

Auch am viel gerühmten „schnuckeligen“ Langwedeler Rathaus hat Johann Behling seinen Anteil. Er war gegen einen Neubau auf dem heutigen Kindergartengelände am Rotdornweg und auch gegen eine „protzige“ Lösung und trat für den Standort an der Große Straße / Hauptstraße ein.

Aus den eigenen Reihen sind reichlich lobende Worte für den verstorbenen Christdemokraten mit dem andauernden ehrenamtlichen Engagement zu hören. Johann Behling habe sich an führender Stelle „ungeheuer eingesetzt“, sagt Jobst Blome, langjähriger Weggefährte in der CDU-Fraktion. „Er war sehr gut informiert und hatte eine sehr feste Meinung.“ Er habe Position bezogen und dazu dann auch gegen Widerstände gestanden. Mit der Kraft seiner Argumente und Überzeugungen sei es dem Vorsitzenden gelungen, die Fraktion „immer geschlossen hinter sich zu bringen“.

Johann Behling sei hart gegen sich selbst gewesen und habe auch anderen viel abverlangt, sagt der heutige Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt über seinen „politischen Ziehvater“. Die bei manchen üblichen „Spielchen“ habe dieser nie betrieben. „Man konnte sich immer auf ihn verlassen.“

Auch in anderen Bereichen übte der kantige CDU-Mann Einfluss aus und gab die Richtung vor. Johann Behling war jahrelang Vorsitzender der Daverdener Jagdgenossenschaft und des Realverbands Daverdener Holz.

In seinem Beruf als Landwirt war er als Schweine- und Geflügelzüchter erfolgreich. Er besaß nicht nur beachtliche Ställe an der Moorstraße in Langwedel, sondern mit den ausgezeichneten betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, die ihm nachgesagt wurden, managte er nach der „Wende“ auch einen landwirtschaftlichen Zuchtbetrieb in Sachsen-Anhalt mit.

Johann Behling, der bis zuletzt den Daverdener Handballern auf der Tribüne die Daumen drückte, hinterlässt drei erwachsene Kinder „mit Anhang“. Auch seine Lebensgefährtin trauert besonders um ihn.

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