Landkreis kann auf 30 Ehrenamtliche zurückgreifen / Vollzeitstelle eingerichtet

Sprachmittler unterstützen bei der Flüchtlingsaufnahme

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Übersetzen bei der Ankunft von Flüchtlingen in Verden (v.l.): Hisham Yousif Salih, Racha Lailo und Saad Omar.

Landkreis - Von Andree Wächter. Die Flüchtlinge im Landkreis Verden sprechen zahlreiche Sprachen und Dialekte. Bei der Ankunft unterstützen Sprachmittler die Mitarbeiter der Registrierungsstelle. „Ohne sie würden wir an Kommunikationsgrenzen stoßen“, sagte Landkreismitarbeiter Ulf Neumann. Rund 30 Personen stehen ihm zur Verfügung. Zu ihnen gehören Racha Lailo, Hisham Yousif Salih und Saad Omar. Größtenteils sind sie aus Krisengebieten geflohen.

Saad Omar ist selber ein Flüchtling. Vor vier Jahren floh seine Familie aus Syrien. „Wir sind in Thüringen gelandet. Vor Ort gab es keine Dolmetscher bei der Ankunft. Ich musste gleich zur Schule gehen, dort habe ich dann Deutsch gelernt“, sagte der 18-Jährige. Inzwischen spricht er sie akzentfrei und ist froh, in Niedersachsen zu wohnen. Fremdenfeindlichkeit bekam er in Thüringen zu spüren.

Morgens geht Omar zur KVHS und will demnächst seinen Hauptschulabschluss machen. In seiner Freizeit engagiert sich der Jugendliche beim Landkreis. Als Syrer spricht er arabisch und kurdisch. Dazu kommt noch etwas persisch.

Ebenfalls arabisch spricht Racha Lailo. Die 24-Jährige wurde im Libanon geboren, lebt aber seit über 22 Jahren in Achim. Sie besitzt eine Vollzeitstelle im Kreishaus. Neben dem täglichen Einsatz bei den Asylsuchenden, ist sie auch hausintern im Einsatz.

Um sein Deutsch zu festigen, hilft Hisham Yousif Salih. Im Sudan geboren, lebt er seit sieben Monaten in Otersen. Der gelernte Apotheker würde gerne wieder in diesem Beruf arbeiten. Dazu benötigt der 49-Jährige einen entsprechenden Sprachnachweis. „Ich wohne in einem Dorf, dort sprechen alle meine Nachbarn nur deutsch“, sagte Yousif Salih.

Er und Saad Omar haben beide die Flucht miterlebt. „Wir wissen welche Fragen die Ankommenden stellen“, so Omar. Die Asylsuchenden wollen wissen wo sie sind, wie weit weg ist die nächste Großstadt oder den Weg zum Bahnhof.

Die Arbeit der Sprachmittler beginnt mit der Ankunft der Flüchtlinge in der Registrierungsstelle beim Kreishaus. Ralf Vogt koordiniert die Einsätze. „Zehn bis maximal 16 Sprachmittler warten auf den Bus“, sagte der Landkreismitarbeiter. Rund sechs Stunden dauert ein solcher Einsatz. Die Übersetzer planen ihren Alltag so, dass sie dem Landkreis zur Verfügung stehen. Rund zwei Tage Vorlauf haben sie. Wenn der Bus vorgefahren ist, begrüßen sie die Reisenden und erklären ihnen den Ablauf, besonders, was bei der ärztlichen Untersuchung passiert.

„Die Asylsuchenden sind froh, dass jemand in ihrer Sprache sich mit ihnen unterhält“, so Racha Lailo. Und weiter: „Ein Lächeln ist ein tolles Dankeschön.“

Die Ehrenamtlichen betreuen die Flüchtlinge, bis sie in der Unterkunft angekommen sind.

Um das Gehörte verarbeiten zu können, bietet die Caritas einen Gesprächskreis an. „Wir werden in diesem Bereich auch etwas aufbauen“, sagte Neumann.

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