KVN-Chef Mark Barjenbruch im Exklusivgespräch zu den neuen Servicestellen

Hilfe bei der Facharztsuche oder ein „Rohrkrepierer“?

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Äußerten sich zu den Terminservicestellen (von links): Bezirksausschuss-Vorsitzender Dr. Hans-Walter Fischer, KVN-Chef Mark Barjenbruch und Geschäftsführer Michael Schmitz.

Verden - Von Volkmar Koy. In knapp zwei Wochen (am 25. Januar) starten die Terminservicestellen auch in Niedersachsen. In dringenden Fällen müssen sie dann Kassenpatienten einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen besorgen. Die Ärzte sind nicht begeistert.

„Das wird einer der spannenden Punkte – wie dringend ist jeder einzelne Fall“, sagte gestern der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, im Exklusivgespräch mit dieser Zeitung in Verden. Denn: In den Terminservicestellen säßen keine Ärzte. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Dr. Hans-Walter Fischer, ergänzte: „Im Grunde ist jeder Hausarzt eine Servicestelle.“

Doch das sei offenbar vom Gesetzgeber nicht gewollt. Grundlage für die Terminservicestellen bilde das so genannte Versorgungsstärkungsgesetz, das von der Großen Koalition in Berlin erarbeitet und nunmehr umgesetzt werde, sagte Fischer. „Es wird ein Rohrkrepierer und hilft nicht weiter“, prognostizierte der selbst als Facharzt in der Allerstadt tätige Mediziner in drastischen Worten.

Die Aufgabenstellung für die Servicestellen (das Ganze koste die KVN laut Barjenbruch rund eine Million Euro im Jahr und beinhalte den Einsatz von rund 40 Personen in den Callcentern) ist klar umrissen. Sie vermitteln Patientinnen und Patienten mit einer dringlichen Überweisung einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen. Voraussetzung für die Vermittlung ist das Vorliegen einer ärztlichen Überweisung mit einem speziell für diese Fälle ausgestatteten Code als Berechtigungsnachweis für eine schnelle Überweisung. Ohne geht gar nichts.

Ausnahme sind Termine bei einem Augen- und Frauenarzt sowie bei Zahn- und Kinderärzten. Die Terminservicestelle vermittelt ferner keine Termine bei einem Psychotherapeuten. Die Ärztevertreter rechnen überdies bei einem „Knackepunkt“ mit erheblichen Diskussionen unter den Bürgern: Die Servicestelle kann bei der Terminvergabe keine Wunschtermine bei ausgewählten Ärztinnen und Ärzten vereinbaren. Sollte sie des weiteren keinen Termin bei einem niedergelassenen Facharzt anbieten können, wird sie versuchen, auf von Krankenhäusern gemeldete Termine zurückzugreifen.

KVN-Geschäftsführer Michael Schmitz sieht reichlich Probleme auf sich zukommen: „Die Erwartungshaltung der Bevölkerung kann gar nicht erfüllt werden.“ Zumal sich die Ärztezahlen in Niedersachsen und im Bezirk in keiner Weise verändern werden.

Die Terminservicestelle ist ab dem 25. Januar unter Telefon 0511/56999793 tagsüber erreichbar.

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