Zeichnungen „Rumania I bis III“ überzeugten Jury / Seit 21 Jahren Ottersberger / 67 Bewerbungen mit über 300 Arbeiten

Kunstpreis 2010 für Jürgen Bodo Scholz

Jürgen Bodo Scholz, der überraschte Kunstpreisgewinner, vor einigen seiner im Buthmanns Hof ausgestellten Werke.

Oyten - FISCHERHUDE (kr) · „Ich habe nicht damit gerechnet, Preisträger zu werden. Jetzt bin ich sehr überrascht und natürlich hocherfreut“, strahlte Jürgen Bodo Scholz am Freitagabend im Fischerhuder Buthmanns Hof.

Als Gewinner des Kunstpreises 2010 des Fleckens Ottersberg nahm er Blumen und Glückwünsche aus der Hand von Bürgermeister Horst Hofmann und Kurator Martin Voßwinkel entgegen.

Scholz’ Zeichnungen „Rumania I bis III“ hatten die Jurymitglieder Stefanie Böttcher, Kuratorin und Leiterin des Künstlerhauses Bremen, Dr. Joachim Kreibohm, Chefredakteur des Kunstmagazins „artist“ aus Bremen, sowie die Künstler Peter Friese und Martin Voßwinkel überzeugt.

Die zwölf zusammenhängenden Arbeiten sind jeweils in einem Vierer-Block in der Buthmanns-Hof-Galerie im Giebel gehängt. Insgesamt waren 15 verschiedene Werke ausgestellt, die bei der Entscheidung um den Kunstpreis in die engere Wahl gekommen waren. Die Jury gelangte dann schnell zu einem einstimmigen Urteil.

Der mit 2 000 Euro dotierte Preis ist der erste in der künstlerischen Laufbahn des 1959 in Bochum geborenen Jürgen Bodo Scholz, der seit 21 Jahren im Flecken Ottersberg lebt und seit 17 Jahren den Laden für Künstlerbedarf an der Großen Straße betreibt.

Als Maler der eher leisen Töne arbeitet er überwiegend mit Mischtechnik und verfolgt in seiner Ausdrucksweise seit etwa 20 Jahren eine eigene, sehr stringente Linie. Von 1989 bis 1993 studierte er an der Fachhochschule Ottersberg Kunsttherapie und zeigte seine Werke in verschiedenen regionalen und überregionalen Galerien.

Wie Dr. Kreibohm in seiner Laudatio betonte, wurde mit dem Preis auch das Gesamtwerk des Künstlers gewürdigt.

Kurz nach Eröffnung der Ausstellung, die sich über alle drei Ebenen des Buthmanns Hof erstreckt und bis zum 5. Dezember zu sehen ist, entschied sich bereits eine Sammlerin und Kennerin der Scholz-Arbeiten zum Kauf eines dieser Bilder. Insgesamt 67 Bewerbungen mit mehr als 300 Arbeiten verzeichneten die Ausstellungsorganisatoren in diesem Jahr.

Martin Voßwinkel, der die Kunstpreis-Ausstellung zum dritte Mal kuratierte, zeigte sich mit der Qualität der Werke sehr zufrieden. Von Malerei über Video und von Zeichnungen bis zu Rauminstallationen war alles vertreten, was als zeitgenössische Kunst angesagt ist.

Sabine Emmerichs fotografierte zum Beispiel Hähnchenporträts. Auch die Lichtinstallationen von Sieglinde Mix, der schnarchende Kanarienvogel mit dem Titel „Der Schläfer“ von Susanne Hartmann oder die bunt beleuchteten „Häuser mit Fragen“ von Nicola Dormagen erregten viel Interesse und vermittelten einen guten Eindruck vom künstlerischen Potenzial der Region.

Bürgermeister Horst Hofmann ließ es sich in seiner launigen Ansprache nicht nehmen, auf die Beschaffung von Geldern für die Kunstpreisaktion einzugehen. Angesichts leerer Kassen der Gemeinde sei es mehr als hilfreich gewesen, auf die Großzügigkeit von Sponsoren zurückgreifen zu können, um den Preis erneut finanzierbar zu machen, betonte er.

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