Kulturausschuss tut sich mit historischer Beschilderung schwer / 18 Tafeln

Kunstbörse infrage gestellt

Verden - Eigentlich sollte eine Beschilderung an historischen Gebäuden kein Problem sein. In Verden wird aber auch das etwas anders gehandhabt. In der Sitzung des Kulturausschusses kam „durch die Blume“ zum Ausdruck, dass Inhalte und Texte Anlass zu längeren Diskussionen schon im Vorfeld gegeben haben.

Für die Verwaltung stellte Daniela Baron das Projekt „Historische Beschilderung“ vor. In einer ersten Phase sollen 18 Häuser und Plätze in Abstimmung mit den Hauseigentümern mit neuer Beschilderung in deutscher und englischer Sprache bestückt werden, was auch einem Rundgang durch die Altstadt gleichkommt. In der zweiten Phase sollen auch Denkorte für Demokratie und Menschenrechte beschildert werden.

Laut Daniela Baron sei auch geplant, die Informationen digital abrufbar zu machen. Mit Hilfe eines Flyers sei es weiterhin möglich, auf Entdeckungstour durch Verden zu gehen. Ausschuss-Mitglied Jürgen Weidemann (FDP) deutete in der Aussprache an, „eine saubere Lösung für die Texte“ finden zu wollen. Er stellte den Antrag, dafür eine Art Schlussredaktion zu berufen. Was allerdings der Rest des Ausschusses ablehnte. Daniela Baron: „Die Texte werden nicht besser, wenn sie häufig geändert werden.“ So sah es auch die Mehrheit des Gremiums.

Bei einer Gegenstimme wurde ferner der Tagesordnungspunkt „Einrichtung einer historischen Schau im Hause Strukturstraße 7“ verabschiedet. Dort soll eine HoloPro-Inszenierung mit Sophia Charlotta Herzogin von Kurland und Reichsäbtissin zu Herford gezeigt werden. Sie residierte von 1711 bis 1721 in dem Ackerbürgerhaus. Die interaktive Präsentation kostet rund 58 000 Euro. Lediglich Dr. Hans Schönfeld (CDU) konnte diesem Ansinnen nicht allzu viel Freude abgewinnen.

Drittes Thema in der Sitzung des Kulturausschusses, der unter dem Vorsitz von Gesine Ahlers im Domherrenhaus tagte, war die Zukunft der Verdener Kunstbörse. Bei der 25. Ausgabe im vergangenen Jahr war die Ausschreibung geändert worden, ohne vorher den Ausschuss zu informieren, wie Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Bohling freimütig einräumte. Es sollte das Niveau angehoben werden, was nicht überall positiv aufgenommen worden sei. Wie Sabine Münzberg von der Verwaltung ausführte, sei nunmehr ein Hauptkriterium, dass der Kunstschaffende, der sich an der Kunstbörse beteiligen möchte, die Arbeit zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht habe.

„Was ist mit den Hobbykünstlern?“, wollte folgerichtig Birgit Mellerowitz (CDU) wissen. Für sie bliebe die Möglichkeit einer Einzelausstellung im Rathaus, lautete die Antwort. Jürgen Weidemann wollte unbedingt Schüler im Seminarfach Kunst in diesen Kreis aufnehmen. Alles eine Frage der Kosten, die Heinz Möller (SPD) in keinem Fall erweitert sehen möchte. Die Kunstbörse allein koste insgesamt rund 11 000 Euro, rechnete Bohling vor. Was sogar Stimmen laut werden ließ, die Börse komplett „einzustampfen“ und nur noch auf Einzelausstellungen zu setzen. Jetzt soll darüber in den Fraktionen beraten werden.

Eingangs hatte Museumsleiter Dr. Björn Emigholz dem Ausschuss die renovierten Räume der Museumspädagogik gezeigt. Dafür waren 25 000 Euro ausgegeben worden. Auch die energetischen Sanierungsmaßnahmen im Museum seien abgeschlossen. · koy

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