„Primat einer Führung ist der Schutz der Untergebenen“

Von der Kunst des Lobens

Grundschul- und Kitaleitungen trafen sich zu einem Seminar in Langwedel.

Langwedel - (jw) · „Wann sind eigentlich das letzte Mal von ihrem Chef gelobt worden?“ Tja, und nun setzt das große Grübeln ein. War da mal was? „Lob und Anerkennung sind ein ganz, ganz wichtiges Thema“, findet Klaus Krebs, Dipl. Psychologe. Der Berater und Trainer war jetzt zu einem Seminar für Führungskräfte aus Kindergärten und Grundschulen im Langwedeler Rathaus.

„Führung im sozialen Bereich ist anders als im industriellen Bereich“, ist Krebs überzeugt. Alle Mitarbeiter sind stärker an Beziehungen orientiert, am Umgang mit Menschen. Aber ist damit automatisch die Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit mit eingebaut?

Eher nicht, wie auch. Eine Kultur des Lobes und der Anerkennung ist in diesem unseren Lande kaum entwickelt. „Es gibt kein einziges deutsches Buch zum Thema Loben“, so Klaus Krebs. „In Sachen „Kritisieren“ kriegen sie hunderte, tausende.“

Man darf also getrost enormen Nachholbedarf in Sachen Mitarbeitermotivation durch Lob attestieren. Wie aber stellen Chefin und Chef es am besten an?

Im Lob für Personen oder ihr Verhalten vermitteln Führungskräfte ihre eigenen Ziele und Werte. Wobei sich die Ziele in einem überschaubaren Rahmen halten sollten – damit Mensch sie auch im Kopf behält. Außerdem testet jeder Mitarbeiter seine Leitung aus, so Krebs. Hat es Folgen wenn man sich nicht an die Vorgaben hält? Wird es überhaupt bemerkt, wenn man sich dran hält? Was passiert, wenn man Kollegen angeht, die den Maßgaben folgen? Hier sollte unbedingt etwas passieren, so Trainer Krebs. „Erster Primat einer Führung ist der Schutz der Untergebenen. Dann kommt erst Motivation und Kritik.“

Schul- und Kindergartenleitungen haben – gerade nach der Vorgabe durch die Politik – in der jüngsten Zeit jede Menge Veränderungen durchzusetzen. Und das funktioniert immer noch am besten mit motivierten Leuten, „Mitarbeitern“ im wahrsten Sinne des Wortes. Nur, dass es dabei auch noch verschiedene Typen gibt, die auf unterschiedlich gelobt werden müssen und auch Kritik, richtig angebracht, muss keinesfalls demotivierend wirken.

„Es ging uns mit dem Seminar auch darum, ein gemeinsames Verständnis und eine Diskussion über Führungsverhalten von Grundschul- und Kitaleitungen zu haben“, erklärt Margret Kollmeier, Fachberaterin für Kindergärten in Langwedel, Ottersberg und Kirchlinteln, die das Seminar initierte. Eine Erhöhung der Professionalität der Führungskräfte, die immer kompaktere Aufgaben zu bewältigen hätten, sei ein Ziel der Veranstaltung. „Und auch ein bisschen der Schutz vor dem Ausbrennen der Führungskräfte.“ Auf alle Fälle gab es dickes Lob für Seminarleiter Krebs. „Eine sehr praxisbezogene Veranstaltung, inklusive theoretischer Kenntnisse, mit Humor gespickt.“

Auch das hat Methode. Klaus Krebs: „Stress überträgt sich genauso wie gute Laune auf die Leute.“ Und auf die Freude an der Arbeit.

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