2. Informationsabend zum „Langwedeler Häuslingshaus“ / Steht die Finanzierung, soll 2011 und 2012 saniert werden

Kulturverein: „Wir sind Optmisten“

Wolfgang Ernst, Jürgen Luttemann, Rolf Göbbert, Heinz Riepshoff (v.li.) und Hans-Hermann Prüser (nicht auf dem Bild) informierten über den Stand in Sachen „Langwedeler Häuslingshaus“.

Langwedel - (jw) · „Wir sind Optimisten“, meinte Dr. Wolfgang Ernst am Dienstagabend im Saal des Gasthauses Klenke zu Langwedel mit dezentem Schmunzeln. Der Langwedeler Kulturverein hatte eingeladen, um über den aktuellen Stand in Sachen Häuslingshaus zu berichten. Einigen Optimismus und noch mehr Beharrlichkeit muss man wohl auch haben, will man Stück für Stück der Restaurierung des wohl ältesten Hauses Langwedels näher kommen.

Aber im Kulturverein und im Ortsrat Langwedel ist man – übrigens über alle Parteigrenzen hinweg – sicher, die Nuss knacken zu können und für Langwedel und seine Bürger ein absolut erhaltenswertes Baudenkmal zu bekommen. Heinz Riepshoff von der Interessengemeinschaft Bauernhaus rührte an diesem Abend noch einmal heftig die Werbetrommel für den Erhalt des Häuslingshauses und gab zu, dass er nicht unwesentlichen Anteil daran hat, dass einige Langwedel jetzt mit Macht das Haus erhalten wollen.

Fragt sich nur warum? Das 1768 gebaute (und 1842 etwas erweiterte) Haus ist wahrlich kein Palast. Es ist auch nie ein Schloss gewesen, sondern immer das Haus armer, ganz normaler Leute. 80 Prozent der Menschen gehörten im 19. Jahrhundert zu den unteren Schichten der Bevölkerung. Wie sie einst lebten, lässt sich nirgendwo mehr im „Originalzustand“ nachvollziehen. Fast nirgendwo. In Langwedel nämlich ist mit dem Häuslingshaus ein Stück Lebensraum der ganz kleinen Leute fast unverbaut erhalten geblieben.

Zumindest lässt sich dieser Zustand, wenn auch mit einigem Aufwand, wieder herstellen. Was aber auch bedeutet: „Das wird hier kein Heimathaus.“ Also schön perfekt, mit Heizung, geraden Wänden, Toilette. Obwohl man mit Hinblick auf die angestrebte Nutzung nicht auf sanitäre Anlagen verzichten kann und will. Die soll es aber nicht im Haus selbst geben – sondern in einem kleinen Extra-Gebäude. Hier mögen vielleicht die Langwedeler Freilichtbühnen als Anregung dienen.

Ist das Haus erst einmal restauriert, ließe es sich als Ort des Lernens für Kinder, für kleinere Veranstaltungen nutzen, schwebt dem Kulturverein vor. Auch wenn es kein Heimathaus wird, ein Treff- und Identifikationspunkt für alle Langwedeler könne und solle es durchaus werden, meinte Ortsbürgermeister Jürgen Luttmann.

Dafür braucht man in der Bauphase (in 2011 und 2012 soll alles über die Bühne gehen) jede Menge freiwillige Helfer. Die ersten trugen sich am Dienstagabend in eine Liste ein, wer sonst noch dazu kommen will, egal ob Laie oder Baufachmann, ist immer gern gesehen.

Genauso wie Spender, die Geld für das Projekt geben wollen. „Rund 9 000 Euro fehlen noch für den Erwerb des Grundstückes“, so Wolfgang Ernst. Aufgeben hat man auch noch nicht das Werben um Unterstützung beim Landkreis. 20 000 Euro sind beantragt, gerade die Kreisverwaltung mit Landrat Peter Bohlmann an der Spitze stemmt sich bislang mit Macht gegen eine Förderung.

Maximal 76 000 Euro könnte man aus EU-Mitteln bekommen, hofft man beim Kulturverein. Auf diese Mittel ist man auch dringend angewiesen, wenn man die Gesamtkosten von 291 000 Euro (inklusive Eigenleistungen) stemmen will.

Aktuell bemüht man sich auch um weitere Spendenzusagen, auch kleine aus privater Hand. „Und die Zahlungen werden wirklich erst dann fällig, wenn die gesamte Finanzierung steht.“

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