Wolfbabys in Barme entwickeln sich prächtig / Praktikanten helfen mit / Unerwarteter Nachwuchs im Streichelzoo

Sie kriegen Welpenmilch für Hunde

Barme - (nie) · Die sechs kleinen Fellknäuel sind jetzt knapp drei Wochen alt und schauen mit schwarzen Knopfaugen in die Welt. Was die Welpen nicht wissen: Sie sind die Attraktion im Wolfcenter in Barme, denn Besucher dürfen sie bereits bei der Fütterung beobachten.

Die Fellbande wird per Hand aufgezogen und bekommt die Flasche. „Wir füttern Welpenmilch für Hunde“, erklärt Tierpflegerin Nicola Gölzner. Die Aufzucht sei ein schön-stressiger Job und habe vieles mit der Babypflege gemein. „Ich fühle mich oft an die Babyphase mit meiner Tochter erinnert“, bestätigt Wolfcenter-Inhaber Frank Faß. Alle vier Stunden benötigen die Welpen die Flasche, um kräftig zu wachsen, und das Futter fordern sie natürlich auch nachts.

Anfangs, so Faß, sei die Umstellung für die Welpen natürlich groß gewesen. Sie mussten sich an die Schnuller der Milchflaschen gewöhnen. Aber es habe schnell funktioniert und die fünf männlichen und das weibliche Wölfchen hätten ihre Milch hungrig ausgetrunken. Inzwischen sind sie bereits bei einer Milchmenge von rund 30 Milliliter je Fütterung angelangt und man kann ihnen förmlich beim Wachsen zusehen. Faß: „Ihre Entwicklung ist enorm.“

Tierliebhaberin Maria Wali ist eine Praktikantin, die bei der Aufzucht der Welpen helfen darf. Fotos (2): Niemann

Bei der Arbeit im zur Wolfswelpenstube umfunktionierten Zelt werden Faß und Gölzner zurzeit von Praktikantin Maria Wali unterstützt. Die Tierliebhaberin aus Nierstein am Rhein absolviert die zweijährige Ausbildung zur Hundetrainerin am Zentrum für Kynologie, das der im Jahr 2003 verstorbene Verhaltensforscher und Wolfsexperte Dr. Erik Zimen gegründet hat. Dem heimischem Komfort hat die Rheinländerin aber nur für eine Woche entsagt. „Die Chance, so nah mit Wölfen zu leben, bietet sich einem nicht so oft. Die musste ich im Zuge meiner Ausbildung einfach nutzen“, berichtet sie. Über die Wolfbabys kann auch sie nur Schwärmen und die Aufzucht mit der Flasche bereite ihr Spaß. „Die Pullen sind ruckzuck leer“.

Und weil die Kleinen regelmäßig den ein oder anderen Fleck auf der Kleidung hinterlassen, haben sie und Gölzner bereits über die Entwicklung einer Wolfswindel nachgedacht. „Das macht aber nichts“, wiegeln die Frauen ab, die sich dem Zauber der sechs Racker nur schwer entziehen können.

Außergewöhnlich hübsch ist Zwergziegenbaby Pumuckel geraten. „Er war plötzlich da. Wir wussten gar nicht, dass seine Mutter trächtig ist.“

„Wenn sie auf wackeligen Beinchen lostippeln, um Schritt für Schritt ihr Umfeld zu entdecken, das hat schon was. Wir müssen sie zuweilen schon bremsen. Denn sie hören noch nichts. Das Gehör entwickelt sich gerade erst“, erzählt Faß.

Insgesamt leben zurzeit neun Wölfe im Wolfcenter, außerdem wolfsartige Hunde sowie diverse Streicheltiere, von denen die Zwergziegen ebenfalls bereits Nachwuchs bekommen haben. Im Ziegengehege wurde am Ankunftstag der Welpen der kleine Pumuckel geboren, der, obwohl deutlich jünger als die Wolfbabys, bereits ein kleiner Star in seinem Gehege ist. Kurz darauf gab es auch Nachwuchs bei den Schafen: ein süßes Lämmchen. „Über beide Geburten haben wir uns sehr gewundert, wir haben nichts geahnt“, so Christina Faß schmunzelnd.

Richtig gut finden die Besucher die informativen Führungen, und auf die Kinder übt der naturnah gestaltete Spielplatz Faszination aus.

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