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98,5 Prozent für Bachmann

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Von: Heinrich Kracke

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Frau am Rednerpult
Deutliche Zustimmung: Die Kreis-CDU kürte Hella Bachmann zur Landtagskandidatin für die Wahl am 9. Oktober. © Kracke

Die Kreis-CDU wählt mit großer Mehrheit Hella Bachmann zur Landtagskandidatin. Kreisvorsitzender Mohr spricht von einem einmaligen Ergebnis. Gegenwind kam lediglich aus Achim.

Verden – Sie sei Landwirtin, sie sei Gastronomin, sie sei Mutter. Sie entstamme dem ganz normalen Leben. Sie bilde einen Gegenpart zu Berufspolitikern, wie sie es nannte, zu Leuten, die von der Schule über die Uni in die Politik eingestiegen seien. Sie stehe für „normale Menschen“, und es stünde der Politik gut zu Gesicht, übernähmen diese Menschen politische Verantwortung. Worte, die nicht ohne Echo verhallten. Mit 98,5 Prozent wurde die Hagen-Grindenerin Hella Bachmann von der CDU-Basis zur Landtagskandidaten für den Wahlkreis Verden/Achim bei der Wahl am 9. Oktober gekürt. „Ein solches Ergebnis konnte noch kein Kandidat vorweisen“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Adrian Mohr bei der Nominierungsveranstaltung im Verdener Niedersachsenhof über seine designierte Nachfolgerin.

Damit komplettiert sich das Kandidatenfeld für die Landtagswahl im Wahlkreis 61 mit den Städten Achim und Verden, der Samtgemeinde Thedinghausen und den Gemeinden Dörverden, Kirchlinteln und Langwedel weiter. In der Vorwoche hatte die SPD die bisherige Mandatsträgerin Dörte Liebetruth aus Kirchlinteln nominiert. Schon im Januar verständigte sich der FDP-Kreisverband auf den Achimer Christoph Pein.

Woher bei der Wahl Bachmanns die eine Gegenstimme im Feld der 66 versammelten Ortsvereins-Mitglieder stammte, ließ sich schon eingangs der Veranstaltung erahnen. Kein Gegenkandidat, das sei nicht demokratisch, echauffierte sich der ehemalige Achimer CDU-Chef Martin Puls. Niemand habe sich um weitere Kandidaten bemüht, das finde er problematisch. Gleichzeitig stehe Hella Bachmann für ein Festhalten am Mega-Gewerbegebiet Achim West, die Achimer CDU habe sich aber dagegen ausgesprochen. Eine Meinung, die allerdings ein Einzelfall blieb. „Generell steht die Achimer CDU hinter Hella Bachmann“, beeilte sich deren Vorsitzender Jürgen Striedieck zu unterstreichen.

Andernorts fiel die Zustimmung einmütiger aus. „Hella ist immer mittendrin“, sagte etwa der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt, „die CDU-Erfolge bei der Kommunalwahl in Langwedel und im Kreistag, das sind Hellas Erfolge.“ Auch der Fraktionschef der Kreistags-Christdemokraten, Wilhelm Hogrefe, schlug in diese Kerbe. „Hella wird die Kandidatin der Herzen. Das hat‘s in der CDU so noch nie gegeben.“

Bachmann selbst holte bei ihrer Vorstellung weiträumig aus. In Langwedel aufgewachsen, zunächst nach Achim orientiert, in Verden zur Schule gegangen, in Weitzmühlen dem späteren Ehepartner begegnet – sie habe den Landkreis und den Wahlkreis ausgiebig kennengelernt. Nach der Ausbildung als Bierverkäuferin in ganz Nordwestdeutschland unterwegs, nach der Heirat die Pferdepension auf dem Hof in Hagen-Grinden übernommen und ausgebaut, auf dem Hof Beckröge in Etelsen das Gästehaus Schlossgarten aufgebaut, zwei Kinder groß gezogen, das alles habe das ganze Engagement der Eheleute verlangt. „Wir konnten jahrelang nicht in Urlaub fahren, aber wir hatten den Luxus, jeden Mittag gemeinsam zu essen. Uns sind diese Werte wichtig.“

Sie entstamme dem echten Leben, sagte Bachmann, sie könne nur etwas tun, wenn sie voll dahinter stehe, und das habe sie getan. Sie nannte die Wochenmärkte in Kirchlinteln und Etelsen, die schon etabliert oder zumindest im Entstehen seien, sie nannte aber auch die Aktion auf dem eigenen Hof mit den Apfelbäumen. „Wir haben sie für die Allgemeinheit geöffnet. Jeder konnte sich kostenlos eindecken.“ Um die 200 Menschen seien dem Aufruf gefolgt. Und sie nannte den Friedwald, der für den Etelser Schlosspark ins Gespräch gebracht sei. „Darauf haben wir schon viele Nachfragen erhalten, unter anderem sehr konkrete.“

Ein „Herzensprojekt“ sei das Praktikumskataster, das sie federführend mit auf den Weg gebracht hatte. Darin gehe es um Absolventen der Oberschule mit einem Realschul- oder Hauptschulabschluss, denen einen Perspektive geboten werden müsse. „Aus diesen Schulen kommen die künftigen Fachkräfte, an denen es schon aktuell mangelt. Diese Schulen müssen wir deshalb besonders unterstützen.“ Firma für Firma habe sie abtelefoniert, berichtete Bachmann. Die Initiative habe ein bemerkenswertes Echo ausgelöst. 160 Praktikumsplätze seien angeboten worden, darüber hinaus 152 Ausbildungsplätze. „Wir verzeichnen sogar schon Anfragen von Betrieben aus anderen Gemeinden.“

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