SPD: Heutiger Achimer Kritiker plante früher zentralen Bremer „Stern“ radfahrerfreundlich um

Kreiseldebatte tobt heftig weiter

Die Gieschen-Kreuzung von oben in eher verkehrsschwachen Zeiten. „Sie funktioniert doch“, finden Gegner der Kreisel-Lösung und halten den großen Umbau für unnötig. Es gelte, sich auf künftig zunehmenden Verkehr einzustellen, zu handeln und nicht die Entwicklung samt erheblicher Zuschussmöglichkeiten zu verschlafen, meinen die Kreisel-Befürworter.

Achim - (la) · Von einer „als Bürgerinitiative getarnten CDU“ spricht die Achimer SPD im Zusammenhang mit der Unterschriftensammlung gegen den Bau eines Verkehrskreisels an der Gieschen-Kreuzung. „Fürs Neinsagen gibt es immer Unterschriften“ wird außerdem eine Besucherin des SPD-Stands auf dem Wochenmarkt zitiert.

Immerhin weit mehr als 100 Gegen-Unterschriften kamen wie berichtet aber schon zusammen.

Obwohl der „Kreisel“ – 1,1 Millionen geschätzte Gesamtkosten – mehrheitlich vom Planungssausschuss bereits befürwortet wurde und der Stadtrat am 17. Juni aller Voraussicht nach ebenso entscheidet, hat sich die Debatte nicht beruhigt, sondern eher verschärft.

„Basta-Politik aus dem Rathaus“ ohne Rücksicht auf die Meinung in der Bevölkerung beklagt etwa Uwe Sprenger aus der Schwalbenstraße in einem Leserbrief. Eine solche Basta-Politik habe den Achimern schon ein Rathaus beschert, das ständig hohe Instandhaltungskosten verursache „und nach Mietern sucht, weil zu viel Platz vorhanden ist“.

Die SPD sieht sich mit ihrer Befürwortung des Kreisels hingegen im Einklang mit der Mehrheit der Achimer Bürger. Das habe sich am Stand auf dem Wochenmarkt bestätigt, wo es viel Zustimmung zu dem Vorhaben gegeben habe.

Zur Bewältigung des künftigen Verkehrsaufkommens in Achim müsse etwas getan werden, und durch die EU-Zuschüsse koste der große Kreisel-Ausbau die Stadt nicht mehr als ein kleinerer Kreuzungsumbau ohne Zuschüsse, argumentieren die Sozialdemokraten. Zudem werde die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern erhöht, weil sie im Kreisel jeweils Vorrang hätten.

Ins Visier nimmt die SPD jetzt speziell den früheren Bremer Verkehrsplaner und Kreisel-Gegner Volkrat Stampa aus Bierden. „Die Kreisel taugen schlichtweg nichts, wo viel Verkehr ist“, hatte er jüngst in einem Leserbrief formuliert.

Nun stellte die SPD dem Kreisblatt einen Bremer Zeitungsartikel vom Oktober 2009 zur Verfügung. Im Mittelpunkt: „Der ehemalige Verkehrsplaner Volkrat Stampa“ und der maßgeblich von ihm umgeplante Verkehrsknotenpunkt Bremer Stern. Stampa habe dafür gesorgt, dass der unfallträchtige „Stern“ eine separate Radspur bekam und auch Fußgängern mehr Sicherheit geboten wurde.

Weiter heißt es in dem Bericht: „Nach dem Umbau von 1983 wurde der Stern international bekannt. Ein Kreisel mit Straßenbahn, in dem Radfahrern an vielen Ecken Vorrang gewährt wird – diese Bremensie sorgte für Aufsehen“. Sie habe Stampa sogar die Einladung zu einem internationalen Verkehrskongress in Tokio beschert.

Mehr Sicherheit durch Vorrang für Radfahrer und Fußgänger – das ist auf jeden Fall auch als wichtiger Bestandteil der Achimer Kreisellösung bei Gieschen vorgesehen. Stampa selber war gestern leider telefonisch nicht zu erreichen.

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