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Domfestspiele Verden: Damit es unter den Armen nicht zwickt

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Von: Christel Niemann

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Ensemble der Verdener Domfestspiele in Kostümen.
Bei der Kostümprobe musste alles perfekt sitzen: (v.l.) Katrin Ellmers, Ralf Lüdemann (Major Domos), Helga Scherdin, Alexander Brose (Valentin Friese), Bettina Renken (Anna Friese), Ulrike Specketer und Beate Ambroselli. © Christel Niemann

Es wird fleißig geprobt - und zwar in Kostümen. Mittendrin eine Hexe, die rebelliert...

Verden – Die Premiere der Domfestspiele „Die rebellische Hexe“ rückt langsam aber sicher immer näher. In wenigen Wochen, am Freitag, 29. Juli, ist es soweit, und auf der Freilichtbühne am Verdener Dom fällt erstmals der imaginäre Vorhang. In der Halle in Intschede fand jetzt die erste Probe in Kostümen für das Stück statt, mit dem weit über 100 Beteiligte vor und hinter den Kulissen das Publikum unterhalten und mitreißen möchten.

Bereits seit Monaten probt das rund 80-köpfige Ensemble der Domfestspiele das Stück von Autor Hans König, der auch die Regie führt. So langsam steigt bei einem Teil der Darsteller die Nervosität, denn die Premiere ist in greifbare Nähe gerückt.

Vor wenigen Tagen haben die Darsteller erstmals ihre Freizeitkleidung abgelegt und gegen ein Kostüm getauscht. Da musste jedes Detail sitzen, damit die Gewänder die Geschichte, die auf der Freilichtbühne dargestellt wird, perfekt unterstreichen und damit auch die Theaterleitung – Regisseur Hans König und Regieassistentin Birgit Scheibe – zufrieden sind.

Bernd Maas vom Ensemble der Verdener Domfestspiele.
Ein Urgestein der Festspiele ist auch Bernd Maas, er spielt den Vater der rebellischen Hexe Margarethe, Hans Sievers. Dass die Rolle ihn durch sämtliche menschlichen Gefühlsregungen führt, findet er gut, da es seiner Vorstellung von der Schauspielerei entspricht. © C. Niemann

Maßgeblichen Anteil daran hat die Kostümabteilung um Beate Ambroselli, eines der Urgesteine der Domfestspiele und seit dem Auftakt im Jahr 1998 involviert. Sie zeichnet sich für den gesamten Kostümbereich verantwortlich. Vermutlich gibt es kein Gewand und kaum ein Accessoire, das nicht durch ihre Hände läuft.

Mit den ersten Vorbereitungen haben die Damen bereits im Winter begonnen und sich auch mit dem Stück und mit der Epoche, in der es spielt, auseinandergesetzt. Danach wurden mit dem Regisseur und unter Einbeziehung des beträchtlichen Kostümfundus die infrage kommende Bühnenkleidung ausgewählt. Diesmal sind nur wenige der insgesamt 85 Gewänder neu. Die meisten haben die Damen nur verändert und an die Epoche – die Geschichte spielt im Verden anno 1616 – angepasst.

Neben opulenten, prachtvollen Gewändern wie sie in damaliger Zeit geistliche, politische oder gesetzliche Repräsentanten getragen haben, war das Volk eher einfach gekleidet. Ihre Kleidung bestand bevorzugt aus erdfarbener Baumwolle oder aus grobem Leinen, was allerdings leicht auf der Haut kratzt, wie Bettina Renken, die Darstellerin der Anna Friese, bereits bei der Anprobe anmerkte. Sie will sich für die nächste Kostümprobe mit einem weichen Unterhemd „präparieren“. „Anders halte ich das nicht aus“, lächelt sie.

Laut Aussage der Regie sind Kostümproben überaus wichtig. Durch die Gewänder wirke die Probe viel intensiver und spiegele ein wenig die Atmosphäre einer Aufführung – das wiederum mache es den Darstellern einfacher, ein gutes Gefühl für das Stück zu bekommen.  nie

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