Dörverdener Mühle hat ihre Flügel wiederbekommen / Verein darf sie nutzen / Bürgermeisterin überreichte Orden

Komplett und in voller Schönheit

Die Mühle hat ihre Flügel wieder und rührt auf diese Weise mehr als nur die Einwohner der Gemeinde.

Dörverden - (wb) · „Es ist ein kleiner Festakt, aber ein großer Anlass“, mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Kulturvereins Ehmken Hoff gestern Vormittag die Gäste am Fuße der Dörverdener Mühle. Gefeiert wurde die Komplettierung des 152 Jahre alten Bauwerkes, denn die Flügel fehlten seit einigen Jahren. Nun verkündete Ulrich Haar voller Stolz: „Dörverden ist wieder beflügelt.“

„Unsere Mühle ist ein Kulturdenkmal, ein besonderes und wichtiges. Ein Wahrzeichen von Dörverden.“ Deshalb sei man auch der Bitte des Eigentümers Konrad Dahnken nachgekommen und habe als Verein die Sanierung übernommen. Im Gegenzug bekam man die Zusage, die Mühle nutzen zu dürfen.

Um diese richtig nutzen zu können, ist allerdings noch eine Menge zu tun, insbesondere am Mauerwerk. Dass zeigte sich deutlich auch im unteren Mühlenraum, wo man gestern eine kleine Ausstellung aufgebaut hatte. Bestens in Schuss ist dagegen die Treppe bis zur Galerie, von der im Anschluss an die Festreden viele Gäste die tolle Aussicht genossen. „Bei gutem Wetter kann man sogar den Dom sehen“, erklärte Heiko Dahnken, der zusammen mit einem Mühlenfreund aus Stuhr die Flügel zumindest kurzzeitig zum Drehen gebracht hatte.

„Eine Mühle ist immer in angenehmster Weise ortsbildprägend“, so Bürgermeisterin Karin Meyer zuvor in ihrer Ansprache. Man sehe sie von weither, und sie hebe sich eindrucksvoll von den meisten anderen Gebäuden ab. „In Dörverden gewinnt die Mühle noch einmal mehr an Bedeutung, weil sie Teil des Gemeindewappens ist. Eine Mühle ohne Flügel ist doch wie ein Fisch ohne Wasser.“

Dass die Galerie-Holländer-Windmühle jetzt wieder „komplett in ihrer vollen Schönheit“ da stehe, sei der sehr kompromissbereiten Familien Dahnken zu verdanken, den vielen Spendern, denen Haar auch schon seinen Dank ausgesprochen hatte, den aktiven Helfern und dem Ehmken-Hoff Verein.

Insbesondere Haar und Wolfgang Meinke aus dem Aktionskreis Windmühle des Vereins hätten sich um die Finanzierung bemüht und die entscheidenden Gespräche mit der Denkmalbehörde geführt. Aus Scherz habe sie mal gesagt: „Wenn sie das schaffen, haben sie einen Orden verdient. Sie haben es geschafft und damit gilt es, ein Versprechen zu erfüllen“, sprach die Bürgermeisterin und verlieh den beiden Herren den Dörverdener Mühlenorden, verbunden mit dem Dank der Gemeinde.

Der stellvertretende Landrat Axel Rott fand, dass der Dörverdener Posaunenchor, der den Festakt musikalisch begleitete, bestens dazu passte. Nicht nur beim Betreten einer Kirche, sondern auch beim Betreten einer Mühle befalle vielen Menschen ein Gefühl der Ehrfurcht.

Als Grund dafür, dass sich die Besucher der Mühleneinweihung weit um das Gelände verteilt hatten, sah er an, dass sie mehr in das Gesicht der Mühle, als in das der Redner blicken wollten. Tatsächlich waren es aber die schattigen Plätze, die beim Festakt gefragt waren.

Wind war zwar ein wenig da, aber längst nicht genug, um die neuen Flügel der Dörverdener Mühle in Bewegung zu bringen.

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