Die Mittwoch-Kolumne zu "Vintage"

Alt-ist-gleich-gut …nicht-immer!

Rolf Zepp.

Von Rolf Zepp. Vintage hier, Vintage da. Überall taucht dieser Begriff auf. Fast ist es einem schon peinlich zu fragen, was denn eigentlich genau damit gemeint ist. Der Turnschuh im Look der 70er- Jahre? Die auf ‚used‘ veredelte Jeans?

Die Shabby-Chic Möbel-Kollektion mit künstlich gealterten Gebrauchsspuren, bevorzugt in Pastell-Tönen gehalten? Egal ob Klamotten, Möbel oder Trödel. Man wühlt sich einfach durch Altehrwürdiges vergangener Dekaden – nimmt schnell noch Uhren, Autos und Häuser mit – und schon ist man in praktisch allen Lebensbereichen ganz nah dran, am Vintage. So nah wie Vincent aus Saumur, der neulich im Wolltrikot mit Schiebermütze auf einem stählernem Vintage-Rennrad mal eben die 1.148 Kilometer von Partnerstadt zu Partnerstadt fuhr und auf seinen letzten Metern über das (Vintage?)-Kopfsteinpflaster, Norderstädtischer Markt, an einem „Haus“ vorbei radelte, dem man bei allem Wohlwollen keinen trendy Shabby-Chic-Look mehr andichten kann.

Selbst wenn sichtbar verwitterte Schichten grob zusammengepferchter Holzplanken nostalgisch herbeigewünschte Stil-Komponenten einer Häuser-Fassade repräsentieren, bricht an dieser Schrottruine jedes künstlich auf „alt-ist-gleich-gut“ getrimmte Weltbild krachend zusammen. Und zwar derart brutal, dass schon der nächste vorbeifahrende Radler fürchten muss, von den Mauerbrocken erschlagen zu werden. Fast hat es den Anschein, dass sich ein derart dramatischer Langzeit-Verfall nur noch über seine eigene Abrissbirne für den nächsten Vintage-Popularitätsschub qualifizieren kann. Also weg oder Vintage? Wie würden Sie entscheiden?

… an diesem Mittwoch

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