Prozess: Oytener soll Unfall provoziert haben

Kollision mit der Ex-Freundin

Achim - Von Lisa DuncanEine Ménage a Trois mit dramatischem Ausgang war Gegenstand eines Prozesses vor dem Amtsgericht Achim. Offenbar aus Wut über die neue Liebschaft seiner Freundin soll ein 23-jähriger Oytener am 18.

Januar 2011 frontal mit dem Auto auf das Fahrzeug zugehalten haben, in dem sich zur Tatzeit seine ehemalige Lebensgefährtin und deren neuer Freund befanden. Dabei hinterließ er einen Schaden von 3 000 Euro an dem Wagen – und ein Paar, das mit dem Schrecken davongekommen ist. Die Anklage lautete auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Es fängt an wie in einem Krimi: Wegen einer Geldübergabe haben sich die beiden Ex-Partner gegen 2 Uhr morgens vor einer Bank in Bassen verabredet. Hintergrund: Der Verschmähte hatte zuvor mit der Pin-Nummer seiner Ex-Freundin aus Rache 1000 Euro von ihrem Konto abgebucht. Diesen Betrag will er ihr nun wieder auszahlen. Auch verbindet der Angeklagte mit dem Treffen die Hoffnung, ein paar Antworten von seiner ehemaligen Freundin zu erhalten.

„Sie hätte ja mal sagen können, dass sie einen neuen Freund hat“, meinte er vor Gericht. Drei Jahre sei er mit ihr zusammen gewesen, gemeinsame Unternehmungen und Fotos sollten diese Verbindung belegen. Die Freundin, die als Zeugin geladen war, räumte zwar einen gemeinsamen Urlaub ein, bestritt aber eine Partnerschaft mit dem Angeklagten. „Das war nur eine gute Freundschaft.“

Nach dem Bankbesuch fahren die beiden jungen Leute gemeinsam ein Stück im Auto. Nach einem Streit verlässt die Frau das Fahrzeug ihres vermeintlichen Ex-Freundes. Ihr aktueller Partner, der nicht zu dem Treffen mitgekommen war, holt sie mit dem Wagen ab. Dann folgt eine abenteuerliche Verfolgungsjagd. 20 bis 30 Minuten fährt der Oytener dem Paar hinterher.

Dabei sei er „extrem dicht aufgefahren“, so die Ex-Freundin. In einer 30-Zone habe der Angeklagte abrupt die Richtung gewechselt, sei mit dem Wagen auf die rechte Spur rübergezogen und auf das Auto des Paars zugehalten.

Eine Szene, die der Angeklagte freilich genau andersherum schilderte. „Warum haben Sie dann nicht versucht, das Fahrzeug vorbeizulassen?“, fragte die Staatsanwältin. Er sei nicht angehalten, weil er dachte, der andere würde auf ihn zufahren, argumentierte der Angeklagte ohne Sinn. Den Vorwurf, er habe den Unfall absichtlich provoziert, wies er zurück: „Was hätte mir das gebracht? Gar nichts, nur meine Arbeit hätte ich verloren.“

Auch die Geschädigten stritten ab, auf das Auto des Angeklagten zugehalten zu haben. „Meine Frau war damals schwanger. Das hätte ich nicht riskiert“, sagte der heutige Ehemann der Geschädigten. Es würde ihm aber ausreichen, wenn der Angeklagte den finanziellen Schaden begliche.

Dem Antrag der Staatsanwaltschaft, das Verfahren einzustellen, gab Richter Heiko Halbfas am Ende statt. Dabei erhielt der Angeklagte die Auflage, den Schaden in zwei Raten zurückzuzahlen.

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