Verdenerin Wilma Wessel machte in ihrem Garten eine besondere Entdeckung

Wie ein Kolibri an der Blüte

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An den üppigen Phlox-Blüten beobachtete Wilma Wessel das Taubenschwänzchen.

Verden - Es war das Flugverhalten, das Wilma Wessel auf das seltsame Tierchen in ihrem Garten aufmerksam machte.

„Wie ein Kolibri flog es von Blüte zu Blüte und blieb davor in Luft stehen“, berichtet die Verdener Seniorin von der Entdeckung, die sie in ihrem Garten in der Neißestraße gemacht hat. Der nur wenige Zentimeter lange, auffallend wendige Flieger war aber kein exotischer Vogel, sondern ein ganz besonderer Falter: ein Taubenschwänzchen.

Wilma Wessel verbringt im Sommer viel Zeit in ihrem Garten. Und die prächtigen Pflanzen, vor allem die leuchtenden Blüten ihres üppig gewachsenen Phlox waren es denn auch wohl, die den Schwärmer mit ihrem reichlichen Nektarangebot angelockt haben.

Bereits im vergangenen Jahr war der Verdenerin der ungewohnte Anblick aufgefallen. Als sie jetzt das Tierchen wieder sah, wie es kolibri-ähnlich vor dem Phlox schwebte, den langen Saug-rüssel ausfuhr und in der Blüte versenkte, reagierte sie schnell. Mit der Kamera bewaffnet pirschte sie sich an und fing das Taubenschwänzchen auf Fotos ein.

Seinen Namen hat Macroglossum stellatarum von dem zweigeteilten Haarbüschel am Hinterleibsende, das den Schwanzfedern von Tauben ähnlich ist. So recht gehört das Insekt wohl nicht nach Nordeuropa. Deshalb ist sein Anblick auch so ungewohnt. Wissenschaftler vermuten, dass sie die Tiere sind, die hinter vermeintlichen Kolibri-Sichtungen in Europa stecken. So ähnlich ist das Flugverhalten. Sie gehören offenbar zu den wenigen Insekten, die auch rückwärts fliegen können.

Anders als die Verwandschaft, die Motten, ist das Taubenschwänzchen am Tag aktiv und sucht nektarreiche Blüten, wo es sie finden kann. Parks und Gärten, wie der von Wilma Wessel, schrecken sie nicht ab. Nicht einmal Balkonkästen, ist einschlägigen Veröffentlichungen zu entnehmen.

Als Wanderfalter ist das Taubenschwänzchen in fast ganz Europa, Nordafrika und im Nahen Osten bekannt. Allerdings wohl eher in südlicheren Regionen. Warmes Wetter lockt sie allerdings im Sommer immer weiter nach Norden.

Die Tiere legen dabei große Distanzen zurück und können bis zu 3000 Kilometer in weniger als 14 Tagen bewältigen. Deshalb ist es auch nicht so überraschend, dass der Schwärmer gerade in diesen Tagen in dem Verdener Garten aufgetaucht ist.

Die Fachliteratur weist auf das besondere Erinnerungsvermögen der Falter hin. Tag für Tag kehren sie an reichhaltige Nektarquellen zurück, ebenso bleiben sie ihren Ruhe- und Schlafplätzen oft ein ganzes Falterleben lang treu. Wilma Wessel hat deshalb gute Chancen, dass sie die Flieger noch häufiger in ihrem Phlox beobachten kann. kle

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