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Kundgebung vor Verdener Rathaus: Klares Bekenntnis zur Demokratie

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Von: Antje Haubrock-Kriedel

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Menschen mit Plakaten und Flaggen auf einem Platz, umgeben von Gebäuden.
Solidarität mit der Ukraine und ein Bekenntnis zur Demokratie: Kundgebung vor dem Rathaus. © haubrock-kriedel

Solidarität mit der Ukraine und den Geflüchteten

Verden – „Gesicht zeigen für Frieden, Demokratie und Solidarität“ – unter diesem Motto hatten das Bündnis „VERbündet gegen Rechts“ und das Netzwerk Unantastbar für Sonnabend erneut zu einer Kundgebung auf dem Rathausvorplatz eingeladen. Wieder waren viele Menschen gekommen, um ihre Solidarität mit der Ukraine und den Geflüchteten zu zeigen.

Kritik an „Querdenkern“

Doris Gerken (Grüne) moderierte die Veranstaltung. Nach ihrer Begrüßung wandte sie sich energisch gegen die „Querdenker“. „Sie sehen sich als Opfer staatlicher Gewalt und stellen die Demokratie und die offene Gesellschaft infrage. Das ist eine Verhöhnung aller, die in der Ukraine für die Demokratie kämpfen. Wir stehen auf der Seite der Opfer und Geflüchteten und unterscheiden nicht nach Herkunft“, betonte Gerken.

„Spaziergänger“ fordern negative Freiheit

Auch der erste Redner Lennart Lenz, Schulsprecher am Gymnasium am Wall, fand deutliche Worte. Die Freiheit, die die „Spaziergänger“ forderten, sei eine negative Freiheit. Diese Gruppe wende sich gegen jede Regel, die ihren Egoismus einschränke. „Die Maskenpflicht schränkt unsere Freiheit nicht ein, sie ist kein Mittel zur Unterdrückung. Wir leben in keiner Diktatur. Hier kann man für jeden Scheiß auf die Straße gehen, sogar mit einer Fahne für Putin“, empörte er sich.

Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen Demokratiefeinde

Zu den scheinbaren historischen Parallelen, die die „Spaziergänger“ für sich reklamierten, sagte Lenz: „Ihr seid nicht das Volk, weil ihr montags spazieren geht, ihr seid nicht Sophie Scholl.“ Das Tragen eines Sterns mit der Aufschrift „ungeimpft“ sei eine Beleidigung aller Opfer des Nationalsozialismus. Die „Spaziergänger“ wollten nur die Freiheiten unserer Demokratie ausnutzen, um ihr zu schaden. Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland stelle sich aber den Demokratiefeinden entgegen und verurteile Putins Angriff auf die Ukraine.

Bewegende Schilderungen von der Ostgrenze Polens

Der zweite Redner, Wilhelm Haase-Bruns, hatte vor kurzem einen Hilfstransport mit dringend benötigten Spenden für die Kleinstadt Tlumatsch in der Ukraine begleitet. „An der Ostgrenze Polens sahen wir mit Maschinenpistolen bewaffnete Soldaten, die Mütter und ihren Kindern freundlich begegneten. Wir sahen Großmütter, die von ihren Enkeln untergehakt wurden, wir sahen Mütter mit Kinderwagen und kleinen Kindern an der Hand, wir sahen einen Vater, der sich von Frau und Kindern verabschiedete. Als er wegging, konnte man sehen, dass er weinte“, schilderte Haase-Bruns mit bewegenden Worten seine Eindrücke.

Hilfsgüter und Geflüchtete transportiert

Unfassbar sei, dass all dieses mitten in Europa geschehe. Das mitgereiste Team habe es zum Glück schnell geschafft, die Hilfsgüter zu verteilen. Mütter und Kinder seien in zwei Bussen nach Kirchlinteln gebracht worden. Viele Menschen hätten sich unaufgefordert bereit erklärt, zu helfen, hätten gespendet oder sich als Übersetzer angeboten, erzählte Haase-Bruns. „Wir haben eine große Anzahl in Angst lebender Mütter und Kinder aus dem Krieg geholt und in Sicherheit gebracht, nur das zählt“, betonte er. Politischer Machtmissbrauch, Unterdrückung und Mord an Zivilisten sei durch nichts zu rechtfertigen. „Das ist und bleibt Unrecht. Die Kommune ist der Kern unserer Demokratie. Verden und Kirchlinteln haben mit diesem Einsatz Demokratie gelebt“, schloss Haase-Bruns seine Rede.

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