Die Zwillinge Anna und Kira Franke freuen sich auf ihr Au-Pair-Jahr

Bendingbostelerinnen gehen im Doppelpack in die USA

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Anna (l.) und Kira sind derzeit noch gemeinsam in New York. An diesem Wochenende trennen sich die Wege der beiden unzertrennlichen Zwillinge aber erstmals für längere Zeit.

Bendingbostel - Von Wiebke Bruns. Als Zwillingsschwestern fühlen sich Anna und Kira Franke aus Bendingbostel eng miteinander verbunden. Maximal eine Woche seien sie bislang immer nur getrennt gewesen, berichten die beiden 18-Jährigen. Das wird sich am Wochenende ändern, denn dann treten sie ihre Jobs als Au Pair in Amerika an. Über den großen Teich sind sie bereits am Montag geflogen, denn vorher verbringen sie in New York noch ein paar gemeinsame Tage.

Bei der Idee zum Auslandsjahr war es wie bei der Geburt: Erst kam Kira, dann Anna. Die acht Minuten ältere Schwester schmiedete Pläne für ein Auslandsjahr, das sie zur Hälfte in Spanien und zur Hälfte in Amerika verbringen wollte. „Dann kam mir Anna auf die Schliche“, piesackt sie ihre jüngere Schwester, die von der Idee genauso begeistert war.

Sie wollen ihre Sprachkenntnisse verbessern, Erfahrungen sammeln und selbstständiger werden. Vater Rüdiger schmunzelt, vielleicht weil die Koffer zu dem Zeitpunkt des Interviews noch nicht gepackt waren und in den Unterlagen, was sie alles mitbringen sollen, immer noch neue Entdeckungen gemacht werden.

„Man sollte keinen Mist gebaut haben“

Die Spanienpläne wurden schnell verworfen. „Brauchen sie auch nicht, beide sprechen sehr gut Spanisch“, wirft Mutter Wera ein. Von Bekannten habe sie von iSt (Internationale Sprach- und Studienreisen) gehört, erzählt Kira. Alle hätten nur Positives berichtet und so haben sich dort beide Schwestern beworben.

Es folgten aufwändige Verfahren nach strengen Kriterien. So mussten unter anderem 200 Stunden in der Kleinstkindbetreuung nachgewiesen werden, Familienmitglieder wurden befragt, Vorstellungsvideos gefordert und vieles mehr. Keine Tätowierungen, keine Drogenerfahrungen dürfe man haben. „Man sollte vorher echt keinen Mist gebaut haben“, merkt Kira an. „Das war so schon wirklich hart, da reinzukommen.“

Es mussten sich Familien finden, die die Zwillinge wollten. Nicht im Doppelpack, sondern getrennt. Es meldeten sich schnell mehrere Interessenten. Kira geht zu einem Ärzteehepaar in Huntertown mit zwei Töchtern und Anna nach Chicago zu einem Ehepaar, das ebenfalls zwei Kinder hat – passenderweise Zwillinge. Die Kinderbetreuung steht im Mittelpunkt der 45-Stunden-Woche, dafür gibt es freie Kost und Logis sowie wöchentlich 150 Euro Taschengeld.

Erst am vergangenen Wochenende kehrten die Schwestern von einer Spanienreise zurück. Eine Woche Madrid und ein Musikfestival in Valencia. Am letzten Abend knickte Anna um – Bänderriss. Der Reiseantritt nach Amerika schien in Gefahr, doch ein Arzt gab Entwarnung. Anna kann damit fliegen.

Der bandagierte Fuß erleichtert es den New Yorkern vielleicht, die Schwestern beim Einführungslehrgang auseinanderzuhalten. Dann trennen sich die Wege der Zwillinge. Nach Bendingbostel wollen sie erst in einem Jahr zurückkehren, aber zum Glück seien sie in Amerika nicht allzu weit voneinander entfernt. Gegenseitige Besuche wurden schon vereinbart.

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