VWE und ZVBN wenden sich an die Gemeinde / „Kleinbahn-Bus“ könnte eine Lösung sein

Linie 701: Kaum Fahrgäste im Süden

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Die Linie 701 bereitet den Betreibern schon seit einiger Zeit Kopfzerbrechen. Besonders südlich von Neddenaverbergen gibt es nachmittags und abends zu wenig Fahrgäste.

Kirchlinteln - Seit vielen Jahren schon fahren Busse aus der Linie 701 von Verden nach Ludwigslust und zurück. Und ebenfalls schon seit vielen Jahren sind die Plätze am späten Nachmittag und frühen Abend erschreckend leer. Das gilt besonders für den südlichen Teil der Strecke, zwischen Neddenaverbergen und Ludwigslust.

Grund genug für die Verantwortlichen von AllerBus/Verden Walsroder Eisenbahn (VWE) und Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), bei der Kirchlintler Politik vorstellig zu werden. Am Montagabend nutzten Uwe Roggatz, Henning Rohde, Anke Helmke (AllerBus) und Franka von Seck (ZVBN) die Chance, dem Bauausschuss die Situation vorzustellen und mit den Politikern über Möglichkeiten zu diskutieren, wie sich die Linie 701 in Zukunft weiterentwickeln könnte.

Zum Hintergrund: Im Jahr 2012 hatte die Gemeinde beschlossen, die zusätzliche Fahrt um 16.30 Uhr auf der Linie 701 zu bezuschussen, gemeinsam mit dem ZVBN, mit jeweils 7 750 Euro pro Jahr. Der ZVBN machte jetzt deutlich, dass er die Fahrt in der bisherigen Form nicht weiter bezuschussen wolle, da die Nutzerzahlen weiterhin zu gering sind.

Und die Fahrgastanalyse, die Henning Rohde vorstellte, ließ daran keine Zweifel aufkommen. Außer zu Domweihzeiten, in denen es kleine Spitzen gebe, nutzten durchschnittlich sieben Fahrgäste am Tag das Angebot. „Und die meisten von ihnen“, so Rohde, „steigen zwischen Eitze und Neddenaverbergen aus.“ Auf dem Rest der Strecke, bis Ludwigslust, liege die Durchschnittszahl bei unter 1. Franka von Seck: „Das bedeutet, dass nur bei jeder zweiten Tour ein Fahrgast im Bus sitzt – der 80 Sitzplätze hat.“ Das sei auf Dauer nicht zu verantworten.

So weit die Ist-Situation. Eine erste Idee, wie es weitergehen könnte, hatten die Verantwortlichen aber auch schon im Gepäck: Es wird angestrebt, zwischen Verden ZOB und der Haltestelle Neddenaverbergen „Up’n Kiel“ eine Verbindung im Stundentakt einzurichten und den Anschluss nach Ludwigslust, Wittlohe, Otersen und Stemmen durch einen Rufbus (vergleichbar einem Anruflinientaxi) sicherzustellen. Ein solcher Rufbus würde in den Tagesrandzeiten (die 16.30er-Tour plus alle vier folgenden) nach Fahrplan verkehren, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung durch den Fahrgast. Rohde: „Der müsste dann mindestens eine halbe Stunde vor gewünschter Abfahrt anrufen. Zum Einsatz kommen könne hier der kleine Ex-Bürgerbus, den wir dem Kirchlintler Bürgerbus-Verein abkauft haben.“ Auf diese Weise könne möglicherweise wirtschaftlicher und ökologischer gearbeitet werden, „Aber ohne die kleinen Ortschaften im Süden der Gemeinde abzuhängen“, so von Seck. Wichtig sei es aber, ausreichend Werbung dafür zu machen. „Ohne ein gutes Marketing werden solche Angebote nicht ausreichend angenommen“, so von Seck. Ein Name müsste her, eine Marketingstrategie. Rohde schlug als erste Namensidee „Kleinbahn-Bus“ vor.

Die Politiker nahmen die Idee überwiegend positiv zur Kenntnis. Bis September soll eine Entscheidung getroffen werden.

rei

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