Andreas Mattfeldt begeistert von Idee

Projekt Waldelefant: „Zerredet es nicht“

Ein Entwurf vom Wandbild eines Waldelefanten vom Neddener Fotokünstler Frank B. Ehemann
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Das Wandbild eines Waldelefanten, „der von hinten durch die Wand brackert“ (Zitat Uwe Panten): So könnte es aussehen. Mit der Polizei sei dies bereits geklärt, so der Ortsvorsteher. Sie habe keine Bedenken, dass das Bild am Ortseingang Autofahrer ablenken können. Visualisierung: Frank B. Ehemann

Die Idee ist spektakulär: ein großes Wandbild eines Waldelefanten, das suggeriert, das Tier bräche durch die Mauer und renne auf den Betrachter zu. Und das mitten auf dem Lande. In Neddenaverbergen im Landkreis Verden sorgt die Idee des Ortsvorstehers jetzt für Gesprächsstoff. Überzeugungsarbeit muss geleistet, Mitstreiter müssen gefunden werden. Immerhin: Der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt findet‘s schon mal „Wahnsinn!“, positiv gemeint.

Neddenaverbergen – Neddens Ortsvorsteher Uwe Panten war"s zufrieden: „Mehr Zustimmung kann man nicht erwarten“, zog er Bilanz nach dem Besuch des Bundestagsabgeordneten Andreas Mattfeldt am „Elefanten-Haus“. „Wahnsinn!“ und „Das wird eines der Highlights unseres Landkreises werden“, hatte der Christdemokrat die Idee kommentiert, auf die Fassade der ehemaligen Bahnhofskneipe das lebensgroße Bildnis eines Waldelefanten aufzubringen (wir berichteten).

Mattfeldt versprach, für das Projekt zu werben und Kontakt aufzunehmen zu Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Vielleicht, so der 53-Jährige, könnten über die Symbiose von Kunst und Bildung Gelder generiert werden.

Bislang hatte Uwe Panten eher an EU-Mittel aus dem Leader-Programm zur Förderung des ländlichen Raums gedacht. An einen gemeindlichen Zuschuss. Und an große Sponsoren. In Nedden wolle er nicht schon wieder sammeln, nachdem das Dorf bereits einiges für die Skulptur von Scheepers Vadder gespendet habe, betonte der Ortsvorsteher.

Ortsvorsteher Uwe Panten (l.) und der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt disktutieren das Projekt, das an der Hauswand hinter ihnen entstehen soll.

Warum der Elefant nach Neddenaverbergen gehört, war dem Völkerser Andreas Mattfeldt sofort klar. Die Geschichte des Fundes von Skelett und Lehringer Lanze sei für ihn als Grundschüler seine erste Lektion in Heimatkunde gewesen. Ebenso klar stellte er dann heraus, dass es für die Realisierung allein mit dem Wandbild nicht getan sein könne.

Skelett- und Lanzenfund sorgten für „Weltsensation“

1948 hatte der pensionierte Lehrer Alexander Rosenbrock zusammen mit freiwilligen Helfern die in einer Mergelgrube entdeckten Knochen ausgebuddelt, dazu Bruchstücke dessen, was sich später als Reste einer Lanze erweisen sollten. Damit konnte erstmals nachgewiesen werden, dass Menschen bereits vor 120 000 Jahren gemeinsam auf die Jagd nach Großwild gegangen waren und dazu Speere benutzten.

„Eine Weltsensation“, sagte Uwe Panten. Aber eben eine, dessen späte künstlerische Würdigung eingebunden werden sollte in ein Gesamtkonzept. Und an dessen Erstellung die Neddener ihren Anteil haben sollen. Mattfeldt: „Es geht nur mit "ner anständigen Dorfgemeinschaft.“

Für die Initiatoren um Uwe Panten wird so in der nächsten Zeit noch das eine oder andere Brett zu bohren sein. Wie dick, darüber kann schon ein Termin Mitte dieses Monats entscheiden.

Ein Projekt, das zu Diskussionen führt, auch zwischen Ratsherr Lars Hogrefe (l.) und Fotokünstler Frank B. Ehemann, beides Neddener.

Am 15. Juni, so gab Lars Hogrefe bekannt, würden sich Vertreter der örtlichen Vereine treffen, in der rund 90 Prozent der Neddener organisiert seien. „Da wird der Waldelefant auch ein Thema sein“, kündigte der Ratsherr an und schlug vor, dass aus der Gruppe heraus eine Ortsversammlung einberufen werde. „Das Projekt ist toll“, bekräftigte Hogrefe. Nun gelte es, die mitzunehmen, die in dem Bild vielleicht keine Kunst sehen.

„Die Kommunikation ist das A und O“, befand auch Holger Cordes. Als Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege kennt er den Ort und seine Bewohner. „Die Neddener sind selbstbewusst“, sagte er, „die lassen sich nichts überstülpen.“

Für die Wandbild-Initiatoren heißt es nun, Überzeugungsarbeit zu leisten, Mitarbeiter für das geforderte Konzept sowie einen oder mehrere Träger für die Beantragung von Fördermitteln finden.

Erste Ideen für ein Gesamtkonzept

Erste Vorschläge gibt es schon. Beim Ortstermin fiel das Stichwort „Lauschtour“, eine Idee der Kirchlintler Tourismusbeauftragten Petra Lindhorst-Köster. An markanten Punkten und Sehenswürdigkeiten sind jeweils via Handy Informationen dazu abrufbar. Holger Cordes fielen auf Nachfrage gleich mehrere Kandidaten dafür ein: das ehemalige Schulhaus, „das älteste Schulgebäude im Landkreis Verden“, Scheepers Vadder oder auch Orte, die daran erinnern, dass Nedden 1859 abgebrannt ist.

Es könnte ein Anfang sein. Eines jedenfalls gab Andreas Mattfeldt den Neddenern noch mit auf den Weg. „Ein Gesamtkonzept ist wichtig“, appellierte er an seine Zuhörer. „Aber zerredet es nicht.“

Von Katrin Preuss

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