1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Kirchlinteln

Wunsch erfüllt sich nach 28 Jahren

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Er darf als Erster: Der ehemalige Armser Ortsvorsteher Friedel Koch hat sich fast 30 Jahre für den Lückenschluss eingesetzt. „Das lag mir einfach am Herzen“, sagte er gestern, bevor er sich aufs Rad schwang und den neuen Weg ausprobierte.
Er darf als Erster: Der ehemalige Armser Ortsvorsteher Friedel Koch hat sich fast 30 Jahre für den Lückenschluss eingesetzt. „Das lag mir einfach am Herzen“, sagte er gestern, bevor er sich aufs Rad schwang und den neuen Weg ausprobierte. © Raczkowski

Armsen – Lauter zufriedene Gesichter, vom Landrat bis zur Landtagsabgeordneten: Mit der Fertigstellung des Radweg-Lückenschlusses an der Kreisstraße 29 geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Seit Jahrzehnten hatten sich die Armser um diese Verbindung nach Hohenaverbergen bemüht. Als die Strecke gestern Mittag freigegeben wurde, war die Freude entsprechend groß.

Am größten war wohl das Lächeln im Gesicht von Friedel Koch. Kein Wunder, schließlich hatte er von allen Anwesenden am längsten um diesen Neubau gekämpft. So dass es auch keine Frage war, dass sich der ehemalige Ortsvorsteher gestern als erstes auf sein Rad schwingen durfte, um den Weg auszuprobieren. „Top“ befand er und zeigte mit dem Daumen nach oben.

Dass diese „Jungfernfahrt“ gestern nur für‘s Pressefoto war – geschenkt. Koch hat den Radweg in den vergangenen Tagen natürlich schon mehrfach befahren, niemand hätte ihn davon abhalten können. Zu lange hat er sich darauf gefreut.

Es ist mittlerweile fast 30 Jahre her, dass aus Armsen der Wunsch nach dem Lückenschluss laut wurde. 1992 beantragte Koch, der damals für die SPD im Gemeinderat saß, den Ausbau. Er begründete seine Forderung damit, dass der stetig wachsende Verkehr in diesem Bereich die Benutzung der Kreisstraße für Radfahrer und Fußgänger äußerst gefährlich mache.

Viele Jahre mussten Koch und seine Mitstreiter auf verschiedenen Ebenen Druck machen, bevor sich das Land breitschlagen ließ. Aber dann waren die Aussichten gut und der Radweg rückte in greifbare Nähe.

Doch hätte es am Ende noch leicht schief gehen können. Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald plauderte aus dem Nähkästchen. Viel Einfühlungsvermögen und Geduld habe es gekostet, die Verhandlungen mit den insgesamt 16 Grundbesitzern zu einem Erfolg zu führen. „Einer der Eigentümer wollte partout nicht verkaufen. Ich hätte die Akte fast schon mit einem großen Knall zugeklappt“, so Rodewald. Doch zu wichtig war das Vorhaben für die Ortschaft. Der neue Ortsvorsteher Hermann Ramme sah das genauso wie sein Vorgänger. So haben er und Friedel Koch selbst das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht – mit Erfolg. „Trotz der Rückschläge seid ihr drangeblieben“, sagte Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth an die beiden engagierten Armser gewandt. „Ohne euch würde es diesen Radweg nicht geben.“ Auch die anderen Anwesenden, unter anderem Landrat Peter Bohlmann, sprachen den Beteiligten ihre Anerkennung aus.

Und das Ergebnis, da waren sich alle einig, kann sich sehen lassen: Außerorts wurde der neue Radweg asphaltiert, innerorts in Pflasterbauweise hergestellt. Die Gesamtkosten für diese Maßnahme des Landkreises liegen bei circa 1,1 Millionen Euro, 400 000 Euro davon werden über Fördermittel des Landes Niedersachsen getragen.

„1,1 Millionen Euro – das klingt natürlich erst mal viel, zumal die Strecke ja nur 1,3 Kilometer lang ist“, sagte Ramme. Doch die Bauarbeiten der Kreisstraßenmeisterei und der Fachfirmen seien aufwendig gewesen. So musste zum Beispiel berücksichtigt werden, dass der neue Radweg über einen Bahnübergang führt. Hier waren Koordinationsgespräche mit der Verden-Walsroder-Eisenbahn notwendig. Weil rechts und links neben der Kreisstraße tiefe Gräben sind, die viel Wasser führen, war auch dies eine Herausforderung, die es zu meistern galt. Und nicht zuletzt war es ein Wunsch, die schönen Birken, die an der Kreisstraße vor der Einmündung auf die L 160 stehen, zu erhalten. Der Weg führt jetzt rechts an ihnen vorbei. Die Umgestaltung des Einmündungsbereiches in die L 160 wurde in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbehörde durchgeführt. Die Gemeinde Kirchlinteln ließ in diesem Zuge auch noch die beiden anliegenden Bushaltestellen erneuern.

Viele Herausforderungen, viele Beteiligte – und am Ende ein schönes Ergebnis. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Birgit Söhn, Ortsvorsteherin von Hohenaverbergen, zum Ende der kleinen Feierstunde.

Von Reike Raczkowski

Auch interessant

Kommentare