„Sehr gut in das Dorfleben integriert“

Feier 25 Jahre Tragende Gemeinschaft: „Wir können von ihnen lernen“

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Einige Bewohner begrüßten die Gäste mit Liedern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“.

Schafwinkel - Die Tragende Gemeinschaft (TG) zur Förderung seelenpflegebedürftiger Menschen in Schafwinkel feierte am vergangenen Wochenende ihr 25-jähriges Bestehen. Viele Gäste aus Politik und Wirtschaft kamen zur Feierstunde auf den Hof, um zu gratulieren.

Kay von Olshausen vom Vorstand der TG erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge der Einrichtung vor 25 Jahren. Nach der Trennung der anfänglichen Mitstreiter in Kohlenförde konnten – durch eine großzügige Spende eines Privatmanns in Höhe von 360 000 Mark – die zwei Resthöfe in Schafwinkel erworben werden und 27 Bewohner fanden in der Lintler Geest ihr neues Zuhause. „In ganz einfachen Verhältnissen ging es los. Es gab keine Zentralküche und die Verwaltung war im Container untergebracht. Der Versuch, einen biodynamischen Hof mit Viehhaltung aufzubauen, endete im Chaos“, schilderte von Olshausen.

Die bestehenden Altbauten wurden zu Werkstätten umgebaut. Ab 2003 kamen weitere Gebäude dazu. So entwickelte sich die TG in Schafwinkel immer weiter, nachdem für die Unterbringung der Bewohner zunächst sogar noch eine Außenstelle in Heins geschaffen werden musste. „Was ist die TG heute? Die TG sind 44 Menschen, von denen einige Assistenzbedarf haben. Unsere Gemeinschaft ist stabil“, so von Olshausen.

Etwas kritisch bewertete er einen Aspekt des Bundesteilhabegesetzes (BTG). „Ambulantes Wohnen, wie im BTG, ist uns als Tragende Gemeinschaft fremd. Wichtig ist, dass die Existenz als relativ kleine Gemeinschaft nicht in Frage gestellt wird“, forderte er.

Landrat Peter Bohlmann in seiner Rede: „Wir als Sozialhilfeträger stehen mit dem Bundesteilhabegesetz vor großen Herausforderungen. Wir haben zwölf zusätzliche Stellen im Landkreis geschaffen für das Hilfeplanverfahren. Als Landkreis sind wir am ehesten in der Lage, die Aufgabe zu erfüllen. Eine gute Behindertenpolitik ist so auch in der Fläche möglich“, so Bohlmann weiter.

Die örtliche Prominenz gratulierte der TG zum Jubiläum.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald drückte aus, dass er sehr stolz darauf sei, die TG in der Gemeinde Kirchlinteln zu haben. „Die Tragende Gemeinschaft hatte maßgeblich dazu beigetragen, den europäischen Dorferneuerungspreis zu gewinnen. Sie kann sich stets auf meine Unterstützung verlassen“, sagte Rodewald.

Ortsvorsteherin Ingrid Müller erinnerte an die Vorbehalte der Dorfbewohner im Vorfeld der Eröffnung vor 25 Jahren. „Die Tragende Gemeinschaft überzeugte in einer Bürgerversammlung die Einwohner. Heute trägt das gepflegte Anwesen sehr zu einem schönen Erscheinungsbild der Ortschaft bei“, sagte Müller. Außerdem seien die Bewohner und ihre Betreuer sehr gut in das Dorfleben integriert.

Der Leiter der Einrichtung, Hans Bergmann-Reeb, der die Feierlichkeit moderierte, zog das Fazit: „Von den Menschen, die wir hier betreuen, können wir auch viel lernen.“

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes anthroposophisches Sozialwesen, Manfred Trautwein, kam ebenfalls, um der TG zu gratulieren und für die Weiterarbeit Mut zuzusprechen. „Man braucht Innovation und eine Idee für etwas wie die Tragende Gemeinschaft, meine Gratulation dazu“, sagte Trautwein.

Für den besonderen Anlass wurde eigens ein Zirkuszelt aufgebaut, in dem die Bewohner mit ihren Angehörigen und Betreuern zwei Tage lang das Jubiläum standesgemäß feierten. Außerdem eröffneten sie ihr eigenes Geschäft auf dem Campus mit dem Namen „Selbstgemacht“. lee

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