Ortsversammlung über geplante Anlagen

Windkraft erhitzt Gemüter in Weitzmühlen

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Wilhelm Hogrefe stellte den Einwohnern von Weitzmühlen das Modell des Bürgerwindrades vor.

Weitzmühlen - Bis zu vier Windenergieanlagen auf zwei Flächen zwischen Weitzmühlen, Specken und Ramelsen würde das Unternehmen WPD aus Bremen gerne errichten. Dies war die wichtigste Information für die Weitzmühlener auf einer Ortsversammlung.

Allerdings wurde schon während des Vortrages der Windenergieexperten Matthias Kleine-Onnebrink und Markus Birnkraut von der Firma WPD gezielt von Auswärtigen versucht, die Präsentation des Projektes durch ihre Sicht der Dinge zu stören. Die Anliegen der betroffenen Einwohner traten dadurch etwas in den Hintergrund.

Die Fakten: Auf einer nördlichen Fläche von ungefähr 13 Hektar und einer südlichen mit 14 Hektar Größe plant die WPD, bis zu vier Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe von jeweils 135 Metern und einem Rotordurchmesser von 126 Metern zu errichten. Allerdings alles unter der Voraussetzung, dass die Fachgutachten zu diesem Vorranggebiet eine Genehmigung durch den Landkreis überhaupt möglich machen.

Zurzeit werde laut WPD das Gutachten zum Naturschutz erstellt, danach ein Gutachten zum Immissionsschutz. Zuletzt überprüft WPD die Wirtschaftlichkeit des Projektes und erst dann würde das Genehmigungsverfahren starten. Das ist ein Grund dafür, dass die Vertreter der Gemeinde Kirchlinteln, Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Bauamtsleiter Werner Kunath, außer dem Ablauf zum Verfahren der Bauleitplanung im Allgemeinen keine weiteren Auskünfte geben konnten.

Die Fläche, um die es geht, liegt in der Nähe der Autobahn.

Bezüglich der Immissionsgrenzen nannte Birnkraut die Werte von 45 Dezibel für Mischgebiete im Dorf, 40 Dezibel im allgemeinen Wohngebiet und 35 Dezibel im reinen Wohngebiet. Bei Überschreitung müsste die Anlage in der Leistung gedrosselt werden. Weiter sei ein Schattenwurf der Rotoren auf die Wohnhäuser nur maximal 30 Minuten am Tag und acht Stunden im Jahr gesetzlich zulässig. Bei Überschreitungen müsste eine Schattenwurfabschaltautomatik installiert werden.

Die Frage nach der Lärmbelastung weckte bei einigen Weitzmühlenern die größten Sorgen. So äußerte der Weitzmühlener Ratsherr Holger Broek (SPD) seine Befürchtungen, dass der Infraschall von den Windenergieanlagen gesundheitsschädlich sei. Birnkraut wies darauf hin, dass der der der Anlagen schon ab einem Abstand von 300 Metern nicht mehr messbar sei, da dieser von natürlichen Quellen des Infraschalls übertroffen werde. Der Lärm der angrenzenden Autobahn bleibe bei dem Schallgutachten komplett unberücksichtigt.

Der Weitzmühlener Uwe Schöpke kündigte an, dem Bürgermeister eine Liste mit 200 Unterschriften gegen den Windpark überreichen zu wollen.

Im Gegenzug stellte Ratsvorsitzender Wilhelm Hogrefe (CDU) ein Beteiligungsmodell im Rahmen eines Bürgerwindrades vor. Diese Beteiligungsform fordern die Grundeigentümer von WPD ein, wenn das Projekt zur Realisierung kommen sollte. Als Erstes könnten sich dabei die Einwohner der Ortschaften Weitzmühlen, Ramelsen und Specken ab 3 000 Euro an einer Anlage beteiligen und auf eine Rendite von fünf Prozent hoffen.

Zum Abschluss suchten Matthias Kleine-Onnebrink und der Waldkindergarten Buschkinners den Dialog, um eine Beeinträchtigung der Einrichtung durch einen eventuellen Windpark zu besprechen.

lee

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