Zu Gast beim Bewerber in Holtum (Geest)

Eine Runde Wikingerschach mit Bürgermeisterkandidat Arne Jacobs

Ein Mann und zwei Frauen werfen mit hölzernen Spielfiguren
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Sieht vielleicht gekonnt aus, aber Arne Jacobs ist ehrlich gesagt nicht der allerbeste Wikingerschach-Spieler des Universums. „Aber es ist immer lustig mit ihm“, finden Tochter Leefke und Frau Birte. Und auch die VAZ hatte Spaß.

„Na, was ist? Erst einmal ne kleine Runde Wikingerschach? Um locker zu werden?“, fragt Arne Jacobs. Weil der 39-jährige Holtumer sich um das Amt des Bürgermeisters bewirbt, besucht ihn die Presse heute zuhause in Holtum (Geest).

Holtum (Geest) – Wikingerschach, warum nicht? Jacobs‘ Frau Birte (45) und Tochter Leefke (19) bilden ein Team, die Presse und der Bewerber um das Amt des Hauptverwaltungsbeamten das andere. Arne Jacobs und die VAZ blamieren sich schon bei den ersten Würfen so gnadenlos, dass das Spiel abgebrochen wird, damit niemand seine Würde verliert oder gar verletzt wird. So schlecht spiele er sonst nicht, versichert Jacobs. „Das ist wohl die Aufregung“, sagt er zwinkernd.

Birte und Arne lieben ihr Haus, am Ortsrand von Holtum gelegen, mit großem Garten. Sie haben es gemeinsam gebaut, ganz nach ihren Wünschen. Tatsächlich hätten die beiden so viel Spaß dabei gehabt – vom Pläne schmieden bis zum Fliesenkauf – dass sie es am liebsten noch mal tun würden. „Ich würde sofort wieder ein Haus mit Arne bauen, es war einfach ein tolles Projekt“, schwärmt Birte.

Erster Berufswunsch: Landwirt

Der Bürgermeisterkandidat muss kurz weg, der Grill ruft. Zur Stärkung nach der demütigenden Vorstellung beim Wikingerschach soll es Bratwurst geben. „Vom Holtumer Strohschwein“, sagt Jacobs. Vorher gibt es noch schnell einen Kaffee, das ist Ehrensache im Hause Jacobs. Schließlich arbeitet der Holtumer seit vielen Jahren in leitender Position im Vertrieb der berühmten Kaffeemarke, die den gleichen Namen trägt wie er selbst, was aber nur Zufall ist.

Die Homestorys

Wir stellen Ihnen in dieser Rubrik die Bürgermeisterkandidaten vor – ganz privat. Dafür haben wir sie gebeten, uns zu sich nach Hause einzuladen. Für Kirchlinteln macht der CDU-Kandidat Arne Jacobs den Anfang. Der 39-Jährige aus Holtum (Geest) bewirbt sich bei der Kommunalwahl am Sonntag, 12. September, um die Nachfolge von Wolfgang Rodewald, der nicht mehr antritt. Jacobs’ Konkurrenten um das Amt sind Sabine Mandel und Frank-Peter Seemann.

Während Jacobs am Grill steht, erzählen Birte und Leefke, wie sie die vergangenen Wochen erlebt haben, diese etwas ungewohnte Wahlkampf-Situation, die auch der Familie einiges abverlangt. „Ganz ehrlich, ich finde es spannend“, sagt Leefke. Sie sei kürzlich zu einem Wahlkampftermin mitgekommen, im Rahmen von Jacobs‘ Tour der Dörfer. „Das ist schon ganz cool, wenn man sieht, wie viele Leute da kommen.“ Es sei schön, wenn die Menschen positives Feedback geben, zum Beispiel nach dem erfolgreichen Wochenmarkt kürzlich am Lintler Krug.

Blöd finde sie es nur, wenn sie zerstörte Wahlplakate entdecke. Jacobs, der mittlerweile mit am Tisch sitzt, erzählt eine Anekdote: In einem kleinen Dorf in der Gemeinde sei vor einigen Tagen beobachtet worden, wie drei kleine Jungs während eines heftigen Regenschauers ein Jacobs-Plakat abgenommen hätten, um es auf ihrem Heimweg als Regenschirm zu benutzen. Jacobs lacht. „Die Vorstellung von den drei Jungs unter meinem Plakat, das ist so niedlich, das Bild kriege ich einfach nicht mehr aus dem Kopf.“

Beim Essen erzählt Jacobs, dass er in seiner Kindheit und Jugend den Berufswunsch hatte, Landwirt zu werden. „Damit war es mir durchaus ernst“, sagt er, der auf vielen Höfen mitgeholfen und Praktika gemacht habe. „Mein Vater hat schon damals seine Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb betrieben.“ Als Klein-Arne zur Konfirmation eine Kuh geschenkt bekam, sei die Freude groß gewesen. „Ich habe danach einige Jahre immer so zwei, drei Rinder gehabt“, erzählt er. Als er Anfang 20 war, habe er sich beruflich in eine andere Richtung entwickelt.

Beim Bogenschießen lieber große Ziele

„Aber mir war klar, dass ich irgendwann wieder Rinder haben wollte.“ Heute gehören die Kühe Senta und Franzi zur Familie und im Moment noch drei Kälber. Jacobs holt das Handy raus und zeigt stolz Fotos von seinen Tieren, die er sich als Hobby angeschafft hat. Dass seine Frau aus einer Landwirtschaftsfamilie komme, habe die entsprechenden Verhandlungen zuhause erleichtert, sagt Jacobs. Zum Ausspannen sitze er gerne auf der Bank an seiner Weide und beobachte die schönen Tiere, erzählt er.

Mir wird schnell langweilig, und ich hab gerne Menschen um mich. So für mich alleine drei Büsche im Garten zu pflanzen – das wäre jetzt keine Beschäftigung, die ich mir suchen würde.

Arne Jacobs

Ansonsten schätze er in seiner Freizeit allerdings eher Gesellschaft. „Mir wird schnell langweilig, und ich hab gerne Menschen um mich. So für mich alleine drei Büsche im Garten zu pflanzen – das wäre jetzt keine Beschäftigung, die ich mir suchen würde.“ Viel lieber übe er sich zum Beispiel gemeinsam mit der Familie im Bogenschießen. „Das Hobby ist noch recht neu, das haben wir letztes Jahr im Urlaub für uns entdeckt“, erzählt Birte. Beim Bogenschießen müsse man sehr konzentriert und fokussiert sein, so Jacobs. „Das bekommt mir total gut.“ Und, gibt es da, jetzt auch im Vergleich zum Wikingerschach, schon die ersten sportlichen Erfolge zu verzeichnen? Jacobs grinst. „Bisher ist noch niemand verletzt worden. Das ist so das Niveau, auf dem wir uns bewegen: Wir sind froh, wenn wir abends wieder alle heile ins Haus kommen.“ Er zeigt einen kleinen Schaumstoffbiber, eine Zielfigur. Der sei für ihn definitiv zu klein, den würde er nicht treffen. „Einen Waldelefanten, den würde ich vielleicht erwischen“, sinniert Jacobs. „Also, wenn er sich nicht bewegt.“

Als es um das Bürgermeisteramt geht, wird er ernst

Mit Arne Jacobs, das wird schnell klar, lässt sich ausgezeichnet Quatsch machen. Er lacht gerne, auch und besonders über sich selbst. Ernst wird der Holtumer aber, als es um seine Karriere geht, um seinen sicheren Job bei Jacobs, und um seine Bürgermeisterkandidatur. Ist er sich wirklich ganz sicher, dass er Hauptverwaltungsbeamter der Gemeinde Kirchlinteln werden will? Es läuft doch im Moment offensichtlich ganz gut bei ihm? „Mir gefällt meine derzeitige Arbeit, ja. Aber wissen Sie, wenn ich nachts aufstehe, weil mir etwas total Wichtiges eingefallen ist, etwas, das ich aufschreiben möchte, damit ich es nicht vergesse – dann hat es normalerweise nichts mit Kaffeepreisen zu tun. Dann geht es in der Regel um die Gemeinde Kirchlinteln.“ Ja, er wolle das unbedingt.

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