Jubiläen vorerst weiterhin ohne Gemeinderepräsentanten / Hoffnung auf den Herbst

„Wichtiges Zeichen der Wertschätzung“

Ein Ehejubiläum ist ein besonderer Tag. Derzeit müssen die Kirchlintler ihn ohne Gemeindevertreter feiern. Bürgermeister Wolfgang Rodewald bedauert das, aber es gehe um den Schutz der älteren Bürger.
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Ein Ehejubiläum ist ein besonderer Tag. Derzeit müssen die Kirchlintler ihn ohne Gemeindevertreter feiern. Bürgermeister Wolfgang Rodewald bedauert das, aber es gehe um den Schutz der älteren Bürger.

Kirchlinteln – Die goldene Hochzeit oder der hohe Geburtstag – das sind Tage im Leben, die normalerweise gebührend gefeiert werden. Für viele gehört auch der Besuch des Bürgermeisters oder seiner Stellvertreter sowie der Ortsvorsteher dazu. Seit Mitte März finden diese Besuche in der Gemeinde Kirchlinteln nicht mehr statt. Klar, geht es dabei um die Eindämmung der Corona-Epidemie und den Schutz von Personen mit erhöhtem Risiko. Eine Entscheidung, die den Verantwortlichen in der Gemeinde nicht leicht gefallen ist. „Ich mag diese Termine nämlich sehr gern“, sagt Bürgermeister Wolfgang Rodewald.

In Kirchlinteln und den Ortschaften läuft es normalerweise so: Ortsvorsteher besuchen die Bürger zum 80. und zum 85. Geburtstag und bringen ein kleines Präsent und eine Urkunde im Namen der Gemeinde vorbei. Zum 90., 95. und allen folgenden Geburtstagen kommt der Bürgermeister dazu, ebenso zur goldenen, diamantenen und jeder weiteren Hochzeit. „Die Jubilare freuen sich meistens über die Besuche. Und mir gefällt es auch, denn dabei kommt man normalerweise leicht mit den Leuten ins Gespräch.“ Natürlich müsse er sich bei diesen Besuchen manchmal auch ganz schön was anhören, auch Beschwerden über die Gemeinde oder die Politik. „Aber ich finde das ja gut, weil man dann erfährt, wie die Stimmung bei den Menschen so ist.“ Das sei hilfreich für seine Arbeit. Und überhaupt hätten gerade die älteren Bürger mitunter sehr spannende Geschichten zu erzählen.

„Aus meiner Sicht ist der Besuch unserer eher älteren Mitbürger ein wichtiges Zeichen gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung einer Lebensleistung, verbunden mit einer nicht unwichtigen Außenwirkung“, so Rodewald. „Ich vermisse diesen Kontakt zu den Leuten.“ Es gelte aber auch, gerade diesen Risiko-Personenkreis in Corona-Zeiten keiner vermeidbaren Gefährdung auszusetzen. „Vor dem Hintergrund der jetzt doch erheblichen Lockerungen, der verstärkten Reisetätigkeit in den Sommerferien, bevorstehender Regelbetriebe in Schulen und Kindergärten und der aus meiner Sicht zu beobachtenden zunehmenden Sorglosigkeit in der Bevölkerung möchte ich zunächst das Ende der Ferien und den Start in Schulen und Kindergärten abwarten, bevor wir jetzt auch noch in diesem Bereich aktiv werden.“

Er hoffe jedenfalls darauf, im Herbst wieder guten Gewissens zu den Jubilaren nach Hause kommen und sich ihre schönen Erinnerungen – aber auch Sorgen und Nöte anhören zu können.

Von Reike Raczkowski

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