Wunsch nach einem Ärztehaus bleibt groß

Beengte Verhältnisse in Kirchlintler Praxis: Wenn der Parkplatz zum Wartezimmer wird

Menschen warten auf einem Parkplatz  in einer Schlange vor dem Eingang in ein Gebäude.
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Der Nächste, bitte: Zugegeben, als dieses Foto gemacht wurde, war gerade Impftag in der Praxis Dr. Wieters. Doch wartende Menschen sieht man auf dem Parkplatz, zumindest seit Beginn der Pandemie, regelmäßig. Die Räumlichkeiten am Alten Kohlenförder Weg sind einfach zu klein.

Wer zum Arzt geht, der ist üblicherweise krank. Und der möchte dann nicht auch noch bei Wind und Wetter auf dem Parkplatz vor der Praxis warten, bis er hinein gerufen wird. Und doch müssen das viele Kirchlintler mitmachen, denn nach wie vor gilt: Die Praxisräume von Dr. Dirk Wieters sind zu klein, um dem Ansturm gerecht zu werden. Und wenn jetzt in Corona-Zeiten zu den üblichen Gründen der Patienten für einen Arztbesuch auch noch Impfungen und PCR-Tests dazu kommen – und zum Bersten volle Räumlichkeiten bei den dramatischen Inzidenzzahlen einfach zu riskant sind – dann wird der Parkplatz eben zum Wartezimmer.

Kirchlinteln –Natürlich kann es der Kirchlintler Landarzt Dr. Wieters es gar nicht gut haben, wenn seine Patienten bei Wind und Wetter draußen warten müssen. Und dass seine Kollegen und Arzthelferinnen in diesen Zeiten der besonderen Arbeitsbelastung in den beengten Verhältnissen auf 115 Quadratmetern arbeiten müssen, ist ihm ein Graus. Das ist auch der Grund, warum er jahrelang versucht hat, ein neues Domizil für seine Praxis zu finden, bevor klar wurde, dass ein Neubau her muss.

Drei Mediziner und ein Container im Garten

Ein Ärztehaus für Kirchlinteln – im vergangenen Sommer, im Wahlkampf, war das ein großes Thema in der Politik. Seitdem ist es, so empfindet es zumindest Wieters, etwas zu still um das Thema geworden, wie er auf Nachfrage berichtet.

Mittlerweile hat der Arzt einen Container im Garten der Familie Lüdemann, der anderen Mietpartei in dem Haus am Alten Kohlenförder Weg, aufgestellt. „Nun haben die Arzthelferinnen glücklicherweise etwas mehr Platz, sich auszubreiten.“ Aber wirklich Abhilfe schaffe der Container nicht. Denn das Praxisteam sei seit Sommer noch einmal gewachsen und mit Dominik Held sei neben Felix Camp-hausen nun der zweite Weiterbildungsassistent Teil des Teams. „Darüber bin ich natürlich ausgesprochen froh, denn die beiden Mediziner sorgen für eine spürbare Entlastung.“ Den vielen Menschen, die derzeit im Südkreis auf der Suche nach einem neuen Hausarzt sind, würde er gerne helfen. Aber aufnehmen könne er sie zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht, das gebe die derzeitige Situation einfach nicht her.

Wenn das Thema nicht bald wieder auf die Tagesordnung kommt, wäre ich schon mehr als nur enttäuscht.

Dr. Dirk Wieters

Dass die Mühlen der Bürokratie nicht die Schnellsten sind, wenn es um das Mahlen geht, war dem Arzt vorher klar. Dass die Politik im Moment gar nicht über das geplante Baugebiet „Auf dem Breck“, wo das neue Ärztehaus hinsoll, spricht, findet Wieters dann aber doch erstaunlich. Er habe den Eindruck, die Politik sei nach den Kommunalwahlen erst einmal „eine Weile um sich selbst herum gekreist“. „Wenn das Thema nicht bald wieder auf die Tagesordnung kommt, wäre ich schon mehr als nur enttäuscht.“

Eine Nachfrage bei Manuel Rampelmann, Leiter der Stabsstelle Gemeindeentwicklung, ergibt, dass die Verwaltung seit vergangenem Sommer alles andere als untätig war. Nachdem die Politik im Juli die Auslegung der Pläne beschlossen hatte, sei diese im Herbst erfolgt. „Es kamen diverse Einwendungen, die geprüft wurden.“ Dabei sei klar geworden, dass drei ergänzende Gutachten einzufordern sind. Es gehe um die Geruchsemissionen der angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe, um die Versickerungsfähigkeit des Bodens im Hinblick auf Stark-regenereignisse sowie um zu erwartende zusätzliche Verkehre auf der Kükenmoorer Straße.

Baugebiet „Auf dem Breck“: Weitere Gutachten sind notwendig

„Es zeigt sich in solch einem Verfahren immer wieder, dass man verwaltungsseitig nachsteuern muss. Und wir tun das natürlich auch. Es geht ja um das berechtigte Interesse der Anlieger der Kükenmoorer Straße, das der späteren Eigentümer der Immobilien im geplanten Baugebiet und so weiter. Wir müssen sicherstellen, dass nicht irgendwelche Interessen hinten runterfallen. Wir prüfen das jetzt alles und wägen es gegeneinander ab. Daran arbeiten wir mit Nachdruck.“

Die Verwaltung sei guter Dinge, dass es, in Zusammenarbeit mit der Politik, im Sommer zur zweiten Auslegung der Pläne kommt. Spätestens zum Jahresende sollte der Weg für das Ärztehaus dann hoffentlich frei sein.

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