Mehrheitsgruppe im Rat setzt Beschluss durch

Kirchlinteln: Weiter Streit um Ortsvorsteher

Ortsschild der  Gemeinde Kirchlinteln.
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Die Gemeinde Kirchlinteln zählt 17 Ortschaften mit ebenso viel Ortsvorstehern. Nun gibt’s heftige Diskussionen um die Besetzung der Stellvertreter-Posten.

Ein Versuch war es wert, aber es sollte wohl nicht sein. Der Streit um die Posten der Ortsvorsteher und deren Stellvertreter in der Gemeinde Kirchlinteln geht weiter. Aber es gibt auch einen Beschluss.....

Kirchlinteln – Stellvertretende Ortsvorsteher in allen 17 Ortschaften, so hatte es die neue Mehrheitsgruppe im Kirchlintler Rat um Richard Eckermann gefordert. Ordentlich Porzellan war im Austausch mit- und vor allem übereinander zu Bruch gegangen. Am Donnerstagabend war im Vorfeld der Abstimmung im Gemeinderat nicht mehr viel zu kitten: Die Mehrheitsgruppe stimmte mit 13 Mitgliedern komplett dafür, CDU/FDP mit 11 Vertretern dagegen.

Kommunalpolitik in Kirchlinteln: Schon im Vorfeld Porzellan zerschlagen

Ein Versuch, Einigkeit herzustellen, war es wert, und so trat Richard Eckermann (SPD) für die Mehrheitsgruppe noch einmal an, um zu erklären, was hinter der Idee der Stellvertreter steckt. Gut funktioniere die Arbeit in den 17 Ortschaften, das Engagement der örtlichen Vertreter, unabhängig vom Parteibuch, werde gebraucht und anerkannt. Angesichts der vielfältigen Aufgaben, die sich im Laufe eines Jahres anhäufen würden, gebe es aber durchaus Bedarf, mehr Menschen aus den Ortschaften in die Verantwortung einzubinden. „Kein Misstrauen, keine Kritik gegen die, die jetzt als Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher arbeiten“, betonte Eckermann. Er bedauerte, dass da in der Vergangenheit einiges falsch oder auch missverständlich rüber gekommen sei, verwies zudem auf Äußerungen in der Presse, die von ihm so nicht gemacht worden seien. „Letztendlich ist unser Ziel, die Wünsche aus den Ortschaften noch besser zu kommunizieren.“ Klar verteilt bleiben dabei die Rollen: „Der Ortsvorsteher entscheidet, sein Stellvertreter bleibt sein Stellvertreter. Idealerweise arbeiten beide als Team eng zusammen“, so ein Wunsch Eckermanns. Zwecks besserer Kommunikation, auch das der Vorschlag der Mehrheitsgruppe, solle einmal jährlich eine Ortschaftsversammlung angesetzt werden. Mit auf dem Podium dann die Ortsvorsteher, Stellvertreter sowie der Bürgermeister, insgesamt 17 Termine.

Kritik der CDU: „Ein vernünftiger Dialog hat nicht statt gefunden.“

Austausch und Kommunikation, miteinander statt übereinander reden, das waren Stichworte, die Chatarina Luttmann auf den Plan riefen. „Stellvertreter in den Ortschaften, insbesondere da, wo aufgrund der Größe mehr Arbeit anfällt, kein Problem, aber ein vernünftiger Dialog über die entsprechenden Veränderungen hat im Vorfeld nicht stattgefunden“, kritisierte die CDU-Vertreterin und Ortsvorsteherin in Heins. Das habe nicht nur in ihren Reihen, sondern auch in den Dörfern für Missstimmung gesorgt. „Gespräche in den Ortschaften mit den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern, wie die sich das vorstellen, das wäre der richtige Weg gewesen, um gemeinsam Lösungen zu finden“, so Luttmann.

SPD Kirchlinteln: Es gab gute Gespräche in den Ortschaften

Da wiederum hakte Elke Beckmann (SPD) umgehend ein. Sie hatte sich auf die Suche nach einer möglichen Besetzung für Ortsvorsteher und Stellvertreter gemacht. „Gute Gespräche und mit einer Zusage. Doch dann gab es am nächsten Tag, warum auch immer, einen Rückzieher“, so Beckmann. Weiter spekulieren wollte sie nicht.

Für Chatarina Luttmann hingegen eher der Beleg dafür, dass angesichts der Stimmung kaum jemand Lust auf den Posten habe. „Nicht ohne Grund haben sich bislang erst nur acht Stellvertreter gefunden.“ Fraktionskollege Torsten Blanke schlug in die gleiche Kerbe, sprach von Diskreditierungen der Ortsvorsteher, was der Sache nicht gerecht werde. Denn: „Über Veränderungen diskutieren ja, aber hier geht es offensichtlich nicht um Personen, sondern nur um Parteipolitik.“

Mehrheitsgruppe Kirchlinteln: Meinungsbild in den Ortschaften eingefangen

Das mochte hingegen Frank-Peter Seemann für die Mehrheitsgruppe nicht so stehen lassen: „Wir haben ein breites Meinungsbild in den Ortschaften eingefangen und sehen da Handlungsbedarf“, betonte Seemann. Und: „Dabei hat sich die CDU keinesfalls darum bemüht, auf uns zuzugehen, um ins Gespräch zu kommen.“

Es blieb bei den zwei Meinungen, was letztendlich zum Beschluss der Mehrheitsgruppe führte. Danach kann es in den 17 Ortschaften der Gemeinde jeweils einen Stellvertreter der Ortsvorsteher geben. Auch die jährliche Ortschaftsversammlung wird künftig auf dem Programm stehen. Für die Verwaltung, so signalisierte Bürgermeister Arne Jacobs – bei der Abstimmung hatte er sich enthalten – durchaus eine Herausforderung. „Wir sind personell nicht stark besetzt, das ist nicht mal so eben nebenher zu leisten“, gab er zu bedenken.

Von Markus Wienken

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