Einfamilienhaus dringend gesucht

Warten auf drei kleine Wunder: Rethemer Paar freut sich auf Drillinge

 Tobias Müller und Marie Löding  stehen in einer verschneiten Landschaft. Tobias hält Marie im Arm, die Hände auf ihrem Bauch.
+
Verliebt und voller Vorfreude: Dass Tobias Müller und Marie Löding drei Kinder erwarten, empfinden sie als Geschenk. Die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege Drillinge zu bekommen, liegt bei 0,01 Prozent.

Auf einmal ist alles anders: Für Marie Löding und Tobias Müller hat sich das Leben in den vergangenen Wochen um 180 Grad gedreht. Denn das junge Paar hat vor Kurzem erfahren, dass es Drillinge erwartet.

  • Das Paar ist noch gar nicht so lange zusammen.
  • Die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege Drillinge zu bekommen, liegt bei 0,01 Prozent.
  • Jetzt muss ganz dringend ein Haus her, am besten in der Gemeinde Kirchlinteln. Dafür gibt es einen guten Grund.

Rethem – „Vor allem ist da ganz viel Freude“, sagt Marie und fasst sich an den Bauch. Tobias strahlt seine Verlobte an. „Es ist schon ein kleines Wunder“, sagt er. Naja, streng genommen sind es sogar drei kleine Wunder. Die 24-Jährige ist in der 15. Woche ihrer Schwangerschaft und schwankt gerade zwischen großem Staunen, etwas Sorge – und riesigen Glücksgefühlen.

Die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege Drillinge zu bekommen, liegt bei 0,01 Prozent. „Mit so etwas rechnet man einfach nicht“, sagt die 24-jährige Physiotherapeutin. Hinter ihr liegt ein Jahr, in dem so viel passiert ist, dass sie es manchmal selbst kaum glauben kann. Anfang 2020 hat sie Tobias kennengelernt. Gleich beim ersten Date funkte es. „Die Chemie hat von Anfang an gestimmt“, sagt sie. Tobias: „Ich kann ihr alles anvertrauen, sie ist wie für mich gemacht.“

Als dann Corona kam, hatten beide Sorge, dass es eine Ausgangssperre geben würde und sie sich womöglich längere Zeit nicht treffen könnten. Und das in der ersten Phase der Verliebtheit – undenkbar. „Zuerst deponierte ich eine Zahnbürste bei ihm, dann kamen ein paar Klamotten dazu – und dann bin ich einfach hiergeblieben“, berichtet Marie von ihrem Einzug in Tobis Wohnung in Rethem. „Wir fühlten uns von Angang an pudelwohl miteinander. Es ist, als wäre sie schon immer da gewesen“, sagt der 31-jährige Elektroniker.

Zwillinge gibt es schon mehrere in Maries Familie

Und so hätten beide auch schnell gewusst, dass sie eine Familie gründen wollen. Die Schwangerschaft von Marie ist also alles andere als ein Zufall, es ist die Erfüllung eines großen Wunsches. „Irgendwann spürte ich instinktiv, dass ich schwanger war“, berichtet Marie. Ein Frühtest bestätigte die Ahnung. „Der Test reagierte dermaßen schnell, dass ich gleich dachte, irgendwas ist da los.“ Tatsächlich habe sie bereits zu diesem Zeitpunkt geglaubt, es könnten vielleicht zwei Embryos sein: „In meiner Familie kommen Zwillingsschwangerschaften relativ häufig vor. Meine Mutter hat einen Zwillingsbruder, meine Oma auch.“

Aber Marie behielt ihre Ahnung für sich und wartete den Termin bei der Gynäkologin ab. Als die dann bestätigte, dass es sich um zwei Kinder handelt, war die Freude riesig. „Es war schon irgendwie ein Schock – aber ein positiver.“ Als Tobias davon erfuhr, dass er bald Vater von gleich zwei Kindern wird, habe er erst mal gar nichts sagen können. „Ich war sprachlos. Ich habe geschluckt. Und dann fing mein Herz wie wild an zu klopfen und mir wurde ganz warm. Dann war ich einfach überglücklich.“

Ich dachte mir: Ich hab doch nur zwei Arme, wie soll ich das bloß schaffen?“

Marie Löding

Vor zwei Wochen ging es für Marie zur Pränataldiagnostik nach Bremen. „Die Organe der Zwillinge sollten dabei untersucht werden“, so Marie. Die Spezialisten hätten schon zu Beginn der Ultraschall-Untersuchung angedeutet: „Wir müssen wohl noch mal zählen.“ Und Marie: „Sagen Sie mir nicht, dass es Drillinge sind.“ Doch tatsächlich: Es waren drei. „Und auf einmal tauchten ganz viele Fragen auf. Ich dachte mir: Ich hab doch nur zwei Arme, wie soll ich das bloß schaffen?“

Ihr Verlobter saß im Auto, als er den Anruf von Marie erhielt. „Als sie sagte, dass es drei Kinder sind, fing mein Herz wieder an, ganz laut zu schlagen. Und dann hab ich Schweißausbrüche gekriegt. Aber das Grinsen in meinem Gesicht ging gar nicht mehr weg. Das ist jawohl der Jackpot, dachte ich noch.“

Wunsch: In die Nähe der Familien ziehen

Aber trotzdem seien jetzt viele Fragen zu klären und Dinge in die Wege zu leiten. „Das fängt ja schon mit dem Kinderwagen an“, so Marie. Schnell musste die beiden akzeptieren, dass es nur wenige Modelle für Drillinge gibt. Auswahl? Fehlanzeige. Den Wagen irgendwo mal ausprobieren: Geht nicht, weil kein Händler diese vorrätig hat. Auch ein neues Auto muss bald her, wenn Marie und Tobi, die nächsten Monat heiraten wollen, künftig zu fünft sind. Aber vor allem war den beiden sehr schnell klar: In Tobis Drei-Zimmer-Mietwohnung in Rethem können die beiden keine drei Kinder großziehen. „Wir brauchen jetzt unbedingt ein richtiges Zuhause“, sagt Tobi. Deshalb suchen sie so schnell wie möglich ein Einfamilienhaus, freistehend, mindestens 160 Quadratmeter. „Es kann ruhig renovierungsbedürftig sein“, sagt Marie. „Tobi kann ja alles, der macht uns das richtig schön.“

Allerdings wollen die beiden werdenden Eltern raus aus Rethem und, wenn irgend möglich, in die Gemeinde Kirchlinteln ziehen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Ich weiß, alleine schaffen wir das mit den Drillingen nicht. Wir sind dringend auf die Hilfe unserer Familien angewiesen. Und die wohnen in Verden beziehungsweise in Neddenaverbergen.“

Ein Haus in Kirchlinteln, Luttum oder Weitzmühlen, das wäre ihr großer Traum. „Die Gemeinde gilt außerdem als total kinderfreundlich“, sagt Tobias. Wenn irgendjemand eine entsprechende Immobilie im Angebot hat, möge er oder sie sich bitte so schnell wie möglich an die Redaktion (redaktion.verden@kreiszeitung.de) wenden. Wir stellen den Kontakt her.

„Klar, manches macht uns schon ein wenig Angst“, sagt Marie. Die Vorstellung, dass sich in Tobis kleiner Wohnung demnächst Babysachen stapeln, behagt ihr nicht. Auch fürchtet sie, dass sie körperlich kaum in der Lage sein wird, mit anzupacken, wenn es tatsächlich demnächst zu einem Umzug kommt. „Das schaffen wir schon“, sagt Tobi. Marie lächelt. „Es ist uns bewusst, dass es eine große Herausforderung ist“, sagt sie. „Aber vor allem ist es ein großes Geschenk.“

Von Reike Raczkowski

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die übelsten Fehltritte von Armin Laschet

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die deutschen Bundeskanzler und die Bundeskanzlerin seit 1949

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Die lustigsten Grimassen der Kanzlerin und Kanzlerkandidaten

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Wahrscheinlichste neue Ministerinnen und Minister

Meistgelesene Artikel

Mattfeldt knapp im Bundestag: 1702 Stimmen vor SPD-Kandidat Michael Harjes

Mattfeldt knapp im Bundestag: 1702 Stimmen vor SPD-Kandidat Michael Harjes

Mattfeldt knapp im Bundestag: 1702 Stimmen vor SPD-Kandidat Michael Harjes
Ditzfeld behält Chefposten im Achimer Rathaus

Ditzfeld behält Chefposten im Achimer Rathaus

Ditzfeld behält Chefposten im Achimer Rathaus
Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus

Strahlen-Alarm in Verden: Pinkel-Pause löst Großeinsatz aus
City-Festival: Jazz- und Blues-Feeling mit vier Bands in der Verdener Innenstadt

City-Festival: Jazz- und Blues-Feeling mit vier Bands in der Verdener Innenstadt

City-Festival: Jazz- und Blues-Feeling mit vier Bands in der Verdener Innenstadt

Kommentare