Kirchengemeinde Wittlohe plant Erweiterung / Große Resonanz beim jüngsten Pflanztag

Wald wird bald zu klein für neue Bäume

Eine Gruppe Menschen setzt einen kleinen Baum in die Erde.
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Die SPD macht mit: Jutta (hier mit Hannah) Liebetruth, Hans-Rainer Strang, Kira Georg, Dörte Liebetruth, Hermann und Renate Meyer (v.l.) pflanzten eine Wildpflaume.

„Unser zwischen Wittlohe und Stemmen gelegener St.-Jakobi-Wald wächst immer weiter an und wird bald zu klein für neu zu pflanzende Bäume sein. Eine Erweiterung wird notwendig werden.“ Das teilten der Pastor der St.-Jakobi-Kirchengemeinde Wittlohe, Wihelm Timme, sowie der Vorsitzende des Kirchenvorstandes Wilhelm Manke beim 18. Pflanztag mit. Geplant ist eine Vergrößerung zum übernächsten Pflanztag im Herbst des kommenden Jahres.

Wittlohe – Auf dem etwa einen Hektar großen Gelände wurden bisher mehr als 700 Setzlinge verschiedener Baumarten gepflanzt. Für weitere 54 Bäume sorgten die Paten am Sonntag. Etwa 100 Gäste fanden sich bei kühlen Temperaturen – aber einem fast wolkenfreien blauen Himmel – zur Andacht auf dem Gelände ein. Ein Regenschauer zwei Stunden vor Beginn hatte nur kurz für Erschrecken gesorgt. Ausgestattet waren die Teilnehmer statt des Gesangbuches mit Spaten, Gartenschere und Gießkanne.

Textzeilen aus Reinhard Meys „Apfelbäumchen“

Mehrere Zeilen des Liedes „Apfelbäumchen“ von Reinhard Mey waren der passende Einstieg in die Andacht von Pastor Timme. Dort hieße es unter anderem: „Wo Menschen ihren Lebenstraum zerstör´n, beharrlich jede Warnung überhör‘n“, so Timme. Bereits 1987 habe der Liedermacher dieses Stück über das von ihm gepflanzte „Apfelbäumchen“ gesungen und fast 35 Jahre später habe die Aussage dieses Liedes eine weitaus größere Bedeutung.

Das jahrzehntelange Lebensgefühl aus einer Zeit „grenzenloser Bedürfnisse angesichts unbegrenzter Ressourcen“ mache es nicht einfacher, gegen den Strom zu schwimmen und umzudenken, so Timme weiter. Ernüchternd sei die Feststellung, dass der Planet Erde und der Anspruch eines guten Lebens für alle Menschen dem Konsum die Grenzen zeige. Aber gleich alles auf einmal zu ändern, gehe auch nicht: „Wir pflanzen einen Baum und so geht es auch darum, einen Bereich des Lebens in Angriff zu nehmen.“

Die Überzeugung, Kleidung im Second-Hand-Laden zu kaufen, sei vergleichbar damit, einen Baum zu pflanzen, so Timme. Weiter könne man sich auch darum kümmern, dass hierzulande jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmitteln vernichtet würden. Etwa zwei Drittel fiele allein in privaten Haushalten an und fast die Hälfte dieser Abfallmenge ließe sich vermeiden. Mobilität sei ein weiteres Thema, ein Schritt könne sein, nur alle paar Jahre an weit entfernte Orte zu reisen. Wer aber trotzdem fliege, könne bei atmosfair für den CO-2-Ausstoß zahlen, um Klimagerechtigkeit langsam herzustellen.

Von Hochzeitslinde bis Demokratiebaum

Erneut meldeten sich etliche Interessenten, die aus Anlass von persönlichen oder familiären Ereignissen wie beispielsweise Geburtstage, Konfirmation, Hochzeiten, Taufe oder auch einem Jubiläum einen Baum setzen wollten. Ausgerüstet mit Spaten, Gartenschere und Gießkanne machten sie sich an die Arbeit, um die von ihnen ausgesuchten Bäume zu setzen. Im Vorfeld der Pflanzaktion waren kleine Löcher ausgehoben worden. Auf einem Pflock neben jedem Loch weist eine Plakette auf den Namen des Paten und das Jahr der Pflanzung hin.

Entschieden hatten sich die Patenfamilien für zwölf Linden und acht Eichen sowie je drei Arten an Buchen und Ahorn. Dazu kamen noch Wildbirne, Wildapfel und Eberesche.

Der SPD-Ortsverein Kirchlinteln hat seine Pflanzungen im Rahmen der parteieigenen Aktion „Wir pflanzen einen Demokratiebaum“ vorgenommen. Ursprünglich sollte die Wildpflaume zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober gepflanzt werden. Das wurde verschoben, um an der großen Baumpflanzaktion der Wittloher Kirche teilnehmen zu können.  

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