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Kirchlintler spenden für Waisenhaus in der Ukraine

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Von: Katrin Preuß

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Wollen den Menschen in der Ukraine mit Spenden helfen: (v.l.) Heinz Bischoff, Uwe Roggatz, Wilhelm Hogrefe, Klaus Merkle, Christine Dreger und Cornelia Kordel. Die Apothekerin spendet Medikamente und andere medizinische Güter. Klaus Merkle verteilt ukrainische Flaggen zum Aushängen und will mit Vorträgen im Lintler Krug die Menschen hier weiter für die Not in der Ukraine sensibilisieren.
Wollen den Menschen in der Ukraine mit Spenden helfen: (v.l.) Heinz Bischoff, Uwe Roggatz, Wilhelm Hogrefe, Klaus Merkle, Christine Dreger und Cornelia Kordel. Die Apothekerin spendet Medikamente und andere medizinische Güter. Klaus Merkle verteilt ukrainische Flaggen zum Aushängen und will mit Vorträgen im Lintler Krug die Menschen hier weiter für die Not in der Ukraine sensibilisieren. © Preuß

Der Krieg in der Ukraine löst eine große Welle der Hilfsbereitschaft aus. Auch in der Gemeinde Kirchlinteln. Parteiübergreifend bitten Ratsmitglieder um Spenden für die Menschen in dem osteuropäischen Land.

Kirchlinteln - „Wir gehen davon aus“, so der Ratsvorsitzende und Mitinitiator Wilhelm Hogrefe, „dass viele Menschen besonders dann gerne helfen, wenn es um ein konkretes Projekt geht.“ Und so ist die Unterstützung speziell für ein Waisenhaus in der Kleinstadt Tlumatsch in der Westukraine gedacht, zu dem die in Kirchlinteln ansässige Sirius Jugendhilfe Kontakt hat.

Deren Geschäftsführer Jens Dreger würde gerne noch einen Schritt weitergehen und die Jüngsten in dem Heim, 25 Mädchen und Jungen im Alter bis zu zehn Jahren, evakuieren. Zunächst geht es aber darum zu helfen, die Kinder, Jugendlichen und Betreuer in dem Waisenhaus sowie darüber hinaus die Menschen in Tlumatsch, darunter viele Geflüchtete, mit dem Nötigsten zu versorgen. Zeitnah soll ein Hilfstransport die Spenden bis an die polnische Grenze bringen.

Cornelia Kordel, Inhaberin der Geest-Apotheke, kündigt an, Schmerzmittel, Windeln, Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial und anderes mehr zu spenden, „alles, was gebraucht wird“. Dazu steht sie über eine Kirchlintler Arztpraxis in engem Kontakt zu jungen Medizinern, die in Polen eine Art „Feldlazarett“ betreiben.

VGH stellen zwei vollgetankte Reisebusse und vier Fahrer zur Verfügung

Wilhelm Haase-Bruns will sich mit seinem privaten Kleinbus auf den Weg machen, um die Spenden ins Grenzgebiet zu bringen. Uwe Roggatz hat über seinen früheren Arbeitgeber, die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH), sogar zwei Reisebusse organisiert, vollgetankt, plus Fahrer. Sie können auf dem Hinweg acht Tonnen Hilfsgüter transportieren und auf dem Rückweg Flüchtlinge mitnehmen. Platz sei für bis zu 100 Menschen, so Roggatz.

Wilhelm Hogrefe hat diesbezüglich schon mal Erkundigungen bei Landrat Peter Bohlmann eingeholt. Demnach müssten alle Flüchtlinge zunächst in der zentralen Aufnahmestelle in Oerbke im Heidekreis registriert und geimpft werden. „Es geht also nicht einfach, Flüchtlinge privat aus dem Krisengebiet hierher zu holen.“

Spendenannahme am 5. März bei Zimmerei Bischoff

Im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet sollen die Spenden jedenfalls von Vertretern des Kinderheims im Empfang genommen und weiter nach Tlumatsch gebracht werden. Als Sammelstelle stellt Ratsherr und Zimmermeister Heinz Bischoff eine Halle in der Zimmerei am Röhrskamp 5 zur Verfügung. Sie wird am Sonnabend, 5. März, geöffnet haben. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr werden Sachspenden entgegengenommen.

Neben gut erhaltener Kleidung haben die Organisatoren vor allem Verbrauchsgüter im Sinn. „Alles, was wir selber für eine Notlage bevorraten würden“, so Uwe Roggatz. Das können haltbare Lebensmittel sein, vor allem aber Hygieneartikel wie Handtücher, Seife, Shampoo, Zahnbürsten, Zahnpasta, Babynahrung und Windeln, dazu Decken und Schlafsäcke, Taschenlampen mit Batterien und Akku-Power-Bänke.

Nachdrücklich bitten die Kirchlintler darum, die Spenden „sortenrein“ und in Kartons abzugeben, damit das Sortieren nicht auch noch von den Helfern an der Grenze zur Ukraine geleistet werden müsse. Dass die Sammlung nicht gedacht ist, um Altkleider loszuwerden, sollte selbstverständlich sein.

Das kurze Pressegespräch endet noch mit einem Appell von Roggatz. In vielen Häusern gebe es inzwischen leere Zimmer, weil die Kinder ausgezogen seien. Das weiß er aus eigener Erfahrung. Seine Bitte an die Menschen seiner Generation: Diese Räume sollten Geflüchteten zur Verfügung gestellt werden. „Da geht was“, ist er überzeugt.

Von Katrin Preuß

Spendenkonto

Wer die Kirchlintler Aktion finanziell unterstützen möchte, kann seine Spende auf das Sirius- Konto bei der Oldenburgischen Landesbank überweisen, IBAN DE05 2802 0050 2280 6624 00, Stichwort „Ukraine“.

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