Vortrag über den Rabenvogel

Lebhaft mit Sinn für Humor

Die Nabu-Verantwortlichen Erich Sigloch und Gustav Schindler (r.).
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Die Nabu-Verantwortlichen Erich Sigloch und Gustav Schindler (r.).

Brunsbrock - Sein Ruf ist laut, aber nicht (immer) der beste. Der Rabenvogel sorgt in Stadt und auf dem Land für viel Diskussionsstoff. Erich Sigloch vom Naturschutzbund (Nabu) Stuhr weiß, warum.

Anhand vieler Bilder und kurzer Filmsequenzen erzählte Sigloch im Müllerhaus Brunsbrock aus dem Leben der heimischen Rabenvögel. Sehr gut besucht war dieser spannende und unterhaltsame Vortragsabend.

„Rabenvögel – nur eine Plage?“ „Gerade im Landkreis Verden stößt dieses Thema ja bekanntlich auf großes Interesse, da es beispielsweise in Achim und Verden doch stellenweise reichlich Konflikte zwischen Mensch und Vogel gibt“, zeigte sich Sigloch gut informiert. Daher schloss sich dem Vortrag eine lebhafte Diskussion an, in der Zuhörer von eigenen Erlebnissen mit den intelligenten Vögeln berichteten.

Sigloch sparte bei seinen Ausführungen über Saatkrähe und Co. auch nicht die negativen Folgen der Massenschlafplätze für den Menschen aus. Was viele nicht wüssten: „Viele der Vögel sind Überwinterungsgäste aus Osteuropa.“ Außerdem seien eigentlich nicht die Krähen schuld, dass sie in die Städte ziehen, sondern die von den Menschen gemachten Umweltveränderungen.

Zur Vogelfamilie gehörten neben den Saat- und Rabenkrähen auch noch der Kolkrabe als größter Rabenvogel und die Häher sowie die Elstern, so Siegloch weiter. Obwohl die Rabenvögel zu den Singvögeln gerechnet würden, erscheine den Menschen ihr Gesang wenig melodisch. Auch seien in früheren Zeiten die Rabenvögel als Unglücksboten, so genannte Galgenvögel, verfolgt worden.

Den Eichelhäher schätze der Jäger nicht besonders, weil er bei der kleinsten Störung im Wald sofort lautstark Alarm gebe, wusste Sigloch zu berichten. Der Elster habe, trotz des hartnäckigen Gerüchts, nie der Diebstahl irgendwelcher blinkender Gegenstände nachgewiesen werden können. Sie sei dagegen der Waldohreule nützlich, die gerne in ihre alten Nester einziehe. Die Dohle sei bekannt als Bewohner von Kirchtürmen, in denen sie riesige Nester baut.

Die problematische Eigenschaft der Saatkrähe sei es, dass sie in Kolonien lebe, die naturgemäß größere Mengen an Kot und Lärm produzierten, erläuterte der Referent. Man habe aber bisher noch keine Möglichkeit zur Vergrämung der geschützten Vögel gefunden. „Das Problem wurde nur verlagert.“ Trotz aller Kritik sollten aber die positiven Eigenschaften der Rabenvögel nicht vergessen werden: „Ihre Reinigungsfunktion in der Natur als Aasfresser und ihre hohe Intelligenz.“

Man könne ihnen zudem einen „Sinn für Humor“ unterstellen, meinte Sigloch. Dazu legte er amüsante Bilder von rodelnden Dohlen und einer Rabenkrähe vor, die die Benutzung einer Parkuhr verhinderte, indem sie immer wieder die Münze entwendete.

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