Vor 20 Jahren eröffnet 

Aller-Radweg: „Von entscheidender Bedeutung für den Tourismus“

Ende April 1997 wurde zeitgleich mit der Eröffnung des Aller-Radwegs auch die Allerfähre in Betrieb genommen. Hier wird sie von Irmgard Rieck auf den Namen ihrer Mutter, Marie Hoffmann, getauft. - Archiv-Foto: Röttjer

Otersen - Von Harald Röttjer. Es war der damalige Landrat Christoph Rippich, der am 30. April 1997, also vor fast genau 20 Jahren, den Aller-Radweg seiner Bestimmung übergab. Damals rechnete wohl niemand damit, welch rasante Entwicklung der Fahrrad-Tourismus im Kreisgebiet nehmen würde. Mit einem flächendeckenden, gut ausgebauten und vollständig ausgeschilderten Radwegenetz hat sich der Landkreis zu einem Radlerparadies entwickelt.

Am Montag, 1. Mai, wird aus Anlass von „20 Jahre Aller-Radweg“ und „20 Jahre Solar-Allerfähre“ in Otersen zum zweiten Mal der Aller-Radtag als Auftaktveranstaltung der Rad-Wander-Saison im Aller-Leine-Tal gefeiert. Grund genug für Günter Lühning vom Heimat- und Fährverein Otersen, den Landrat Peter Bohlmann und die für mit dem Bereich Tourismus befasste Mitarbeiterin Sonja Butz-Georg zu einem Pressegespräch einzuladen.

Der Vorschlag, einen Aller-Radwanderweg auszuweisen, sei damals vom Oterser Verein gekommen. Nach intensiven Vorbereitungen vor allem seitens der beteiligten Kommunen sei der Wanderweg feierlich eröffnet worden. Als Teil des späteren Aller-Radweges von der Wesermündung bis nach Magdeburg wird seit zwei Jahrzehnten der Aller-Radweg zwischen Verden und Rethem mit einer Strecke von etwa 60 Kilometern Länge stark frequentiert. Schätzungen sprächen von etwa 10 000 Radwanderern jährlich, von denen mehr als die Hälfte die Allerfähre zwischen Otersen und Westen nutzten, berichtete Lühning.

In dieser Zeit sei die Region mit verschiedenen Maßnahmen touristisch aufgewertet worden: Natürlich mit der Allerfähre und dem neuen Aller-Cafe im „Bundesgolddorf“ Otersen, aber auch mit dem Burghof und der sanierten Bockwindmühle im Londy-Park in Rethem, dem Kulturgut Ehmken Hoff in Dörverden sowie der Sanierung der Schafställe und aktuell der neuen Präsentation zur Kali-Geschichte im Allertal in Hülsen. Negativ sei allerdings festzustellen, dass mit der Schließung von mehreren Gaststätten in der Region die Dorf-Gastronomie auf dem Rückzug sei.

Ende April 1997 wurde zeitgleich mit der Eröffnung des Aller-Radwegs auch die Allerfähre in Betrieb genommen. Hier wird sie von Irmgard Rieck auf den Namen ihrer Mutter, Marie Hoffmann, getauft. - Archiv-Foto: Röttjer

Peter Bohlmann und Sonja Butz-Georg betonten, dass der Radweg, aber auch die Solarfähre von entscheidender Bedeutung für den Tourismus im Landkreis sei. Die Radwanderer erlebten hier „Natur pur mit saftigen Wiesen und herrlichen Wäldern“. Eine weitere Attraktion sei das Angebot „Rad & Bahn & Fähre“, hier komme die Museumsbahn Verden nach Stemmen mit ins Boot.

Durch seine Lage in der Mitte von Niedersachsen gebe es an vielen Stellen auch Berührungspunkte mit überörtlichen Radwegen, wie dem Weser-Radweg und dem Radfernweg Hamburg-Bremen, so Bohlmann. Der sanfte Radwandertourismus erziele weiter rege Zuwächse, ergänzte Butz-Georg.

Beim Ortstermin stellten sich Lühning, Bohlmann und Butz-Georg mit Fahrrädern an der Stelle auf, wo Christoph Rippich das erste Hinweisschild zur Eröffnung des Radweges enthüllte. Hier verdeutlichte Lühning noch einen Wunsch für die Zukunft: Es gebe einen sanierungsbedürftigen Gehweg in der Ortsdurchfahrt, aber keinen durchgehenden Radweg. Bereits seit 20 Jahren hofften die Oterser, aber auch die Radwanderer darauf, dass eine schon damals angekündigte Sanierung endlich umgesetzt und die Radweglücke geschlossen werde.

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