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Mehr Windkraft für Kirchlinteln?

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Von: Reike Raczkowski

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Mehr Windräder: In Zukunft wird es im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises mehr Flächen für Windenergie geben. Das gilt auch und besonders für die Gemeinde Kirchlinteln.
Mehr Windräder: In Zukunft wird es im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises mehr Flächen für Windenergie geben. Das gilt auch und besonders für die Gemeinde Kirchlinteln. © Raczkowski

Der neue Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms des Landkreises Verden sieht zwölf geeignete Gebiete für Windenergie allein in der Gemeinde Kirchlinteln vor. Das sind neun mehr als bisher.

Kirchlinteln – Wie viel Windkraft wird es künftig im Landkreis Verden geben? Angesichts des Ukrainekrieges und damit zusammenhängend drohender Energiekrisen ist dieses Thema wohl aktueller denn je. Eins ist klar: Im neuen Entwurf für das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) plant der Landkreis, reichlich neue Vorrangflächen auszuweisen, mit einer Fläche von insgesamt 1958 Hektar.

Das sind 2,5 Prozent der Kreisfläche – und fast dreimal so viel wie bisher. Welche Auswirkungen sich durch die zweite Änderung des RROPs für die Gemeinde Kirchlinteln ergeben, erklärten Vertreter des Landkreises am Montag bei einer öffentlichen Hybridsitzung.

60 Interessierte nahmen daran „live“ in der Kirchlintler Sporthalle teil, ungefähr 50 schalteten sich von heimischen Computern dazu. „Ich hatte sogar mit einer noch höheren Zahl gerechnet“, sagte Kirchlintelns Bürgermeister Arne Jacobs zur Begrüßung. Er machte deutlich, dass es sich um eine reine Informationsveranstaltung handeln solle, inhaltliche Diskussionen über den RROP-Entwurf sollen an geeigneter Stelle folgen.

Zur Informationsveranstaltung war auch Landrat Peter Bohlmann gekommen. In einem Eingangswort erinnerte er daran, dass der Landkreis der Windenergie ausreichend Raum geben muss, das sei vom Gesetzgeber vorgegeben. Vorrangflächen würden deswegen ausgewiesen, um eine „Verspargelung der Landschaft“, also einen Wildwuchs von Windrädern im Kreisgebiet, zu verhindern. „Wer nicht plant, wird Windenergie damit nicht verhindern können.“ Eine ungesteuerte Bebauung wäre dann die Folge. Und das wolle sicherlich niemand.

Die zwölf vorgeschlagenen Vorrangflächen für Windenergie in der Gemeinde Kirchlinteln. Kreepen, Luttum und Weitzmühlen sind bereits im aktuellen RROP als Vorrangflächen vorgesehen, die anderen sind neu.
Die zwölf vorgeschlagenen Vorrangflächen für Windenergie in der Gemeinde Kirchlinteln. Kreepen, Luttum und Weitzmühlen sind bereits im aktuellen RROP als Vorrangflächen vorgesehen, die anderen sind neu. © -

Regionalplanerin Karin Vesper und Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt Volker Lück erklärten den Bürgern, wie es zu den Vorrangflächen gekommen ist, nach welchen Kriterien geprüft wurde und wie das weitere Verfahren aussehen wird. Die Zuhörer erfuhren, dass von den 33 Vorrangflächen, die kreisweit ausgewiesen werden sollen, zwölf in der Gemeinde Kirchlinteln liegen werden. Drei von ihnen werden bereits im derzeit gültigen RROP ausgewiesen, neun sind neu.

Auch Flächen mit hoher Wertigkeit für Vögel dabei - mit Risiko für Investoren

Flächen mit hoher avifaunistischer Wertigkeit sind im neuen Entwurf im Flächenpool geblieben, während diese im RROP von 2016 von vorneherein ausgeschlossen wurden. Das bedeutet aber nicht, dass Rotmilan Weißstorch und Co künftig für Windkraft geopfert werden: Dem jeweiligen Investor wird schlicht das Risiko überlassen, dass er gegebenenfalls mit Abschalt-Anordnungen, Ablenkflächen und anderen Einschränkungen durch die Genehmigungsbehörde leben muss. Eine weitere erwähnenswerte Neuerung ist der sogenannte Freihaltewinkel. Pauschale Mindestabstände von Vorrangflächen untereinander von drei Kilometern gibt es nämlich nicht mehr. Diese seien rechtlich nicht haltbar, hieß es in den Ausführungen des Kreises. Mit dem neuen Werkzeug des Freihaltewinkels soll künftig verhindert werden, dass Ortschaften von Windparks „umzingelt“ werden.

Weitere Informationen

Die Unterlagen zur Windkraftplanung sind bis 25. März unter www.landkreis-verden.de/rrop-windenergie abrufbar. Eine Einsichtnahme ist auch im Kreishaus möglich (Eingang Ost, zweite Etage, auf dem Tisch schräg gegenüber dem Fahrstuhl). Fragen beantwortet Karin Vesper unter der Telefonnummer 04231/15-205. Stellungnahmen sind bis zum 11. April an windenergie@landkreis-verden.de möglich.

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