Betrieb wird eingeschränkt

Vogeltod durch Windräder: Kreis Verden macht ernst

Gefährlich nahe kommen die Milane an die Rotorblätter der Windkraftanlangen. Manchmal zu nahe.
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Gefährlich nahe kommen die Milane an die Rotorblätter der Windkraftanlangen. Manchmal zu nahe.

Nachdem immer wieder Vögel durch Windenergieanlagen in Neddenaverbergen den Tod fanden, greift der Landkreis Verden nun zu drastischen Maßnahmen.

  • Rotmilan, Weißstorch und Co leben gefährlich, vor allem in der Nähe von Windkraftanlagen.
  • Weil durch die Anlagen bei Neddenaverbergen mehrfach Vögel starben, ordnet der Landkreis jetzt eine zeitweise Abschaltung an.
  • Betroffen ist der Zeitraum zwischen dem 1. April und dem 15. September.

Neddenaverbergen – Immer wieder schlugen Naturschützer Alarm, mehr als einmal veröffentlichten wir in der Verdener Aller-Zeitung Fotos von zu Tode gekommenen Vögeln, die in die Rotorblätter der Windkraftanlagen in Neddenaverbergen geraten waren. Jetzt reagiert der Landkreis Verden. Als untere Naturschutzbehörde schränkt er den Betrieb der vier Windenergieanlagen in Neddenaverbergen zukünftig ein.

Sie sorgen für saubere Energie, sind aber leider aber oft eine Todesfalle für Rotmilan und Co.

„Bei bodenwendenden Arbeiten, Grünlandmahd und Erntearbeiten im Radius von 100 Metern um einen der Anlagenmastfüße hat der Betreiber des Windparks zwischen dem 1. April und 15. September eines jeden Jahres alle vier Windenergieanlagen gleichzeitig abzuschalten. Die Abschaltung muss für drei Tage ab Beginn der Feldarbeit jeweils in der Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang erfolgen“, heißt es in der Pressemitteilung der Behörde.

Erhöhtes Risiko für Kollisionen

Hintergrund der Betriebseinschränkungen seien „die in der Vergangenheit festgestellten tödlichen Kollisionen von Vögeln mit den Rotorblättern der seit vielen Jahren bestehenden und betriebenen Anlagen“. Zwar könnten derartige Kollisionen von Vögeln wie auch im Straßen- oder Bahnverkehr nicht gänzlich ausgeschlossen werden, für diesen Standort jedoch hätten sich Hinweise auf ein „erhöhtes Kollisionsrisiko ergeben“, so die Kreisverwaltung.

Dieser Weißstorch kam im Mai vergangenen Jahres in Nedden ums Leben. Das schöne Tier hatte Nachwuchs, der glücklicherweise gerettet werden konnte.

So hatte die untere Naturschutzbehörde für diesen Standort ein Gutachten zur Raumnutzung durch den Rotmilan in Auftrag gegeben. Diese Studie machte deutlich, dass im Windpark Neddenaverbergen Greif- und Großvögel bei bodenwendenden Arbeiten in erhöhter Zahl als Nahrungsgäste einfliegen.

Geschützte Vogelarten

Ohne eine Beschränkung der Betriebszeiten sei das Tötungsrisiko für diese geschützten Vogelarten in diesem Zeitraum wahrscheinlich signifikant erhöht, heißt es seitens der Verdener Naturschutzbehörde. Das gelte es zu verhindern, um dem Tötungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes zu entsprechen.

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