Open-Air-Kino-Abend geplant

Vintage-Freunde laden zur Zeitreise in den Kruggarten

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Nina Scheffelmeier, Timo Tetzke und Julia Blaschke freuen sich auf einen schönen Kinoabend am Lintler Krug. Die drei hoffen auf viele Besucher, die Lust auf eine Reise in die 50er-Jahre haben. Gezeigt wird „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ mit James Dean.

Kirchlinteln - Wenn sich der Kruggarten in ein 50er-Jahre-Wohnzimmer verwandelt, Bilderrahmen, Lampenschirme und Lichterketten in den Bäumen baumeln und eine alte Popcornmaschine unwiderstehlichen Duft verströmt, die Damen Perlenschmuck und Kleider mit Petticoats tragen und die Herren Hosenträger und dazu James Dean auf der Leinwand flackert – dann kann eigentlich nur das Team aus dem „Café von gestern“ dahinterstecken. Für Samstag, 19. August, 19.30 Uhr, planen die jungen Leute ein besonderes Open-Air-Kino in Kirchlinteln und alle sind herzlich willkommen, sich auf eine kleine Zeitreise zu begeben.

Alles fing 2014 mit einer kleinen Idee an. Julia Blaschke (28), die aus Kreepen kommt und mittlerweile in Hamburg wohnt, hatte ihre Freunde anlässlich ihres Geburtstages zu einer „Vintage Tea Party“ zu sich nach Hause eingeladen. Alte Möbel und feines Geschirr sowie Kleider im Stil der 50er-Jahre hatten es ihr schon länger angetan und nun hoffte sie, auch ihre Freunde dafür begeistern zu können. „Ich war erst unsicher und fürchtete, dass es ihnen zu viele Umstände bereiten würde.“ Doch die Freunde kamen in großer Zahl, fesch herausgeputzt und gut gelaunt. „Und wir hatten einen Heidenspaß“, sagt Nina Scheffelmeier (27), die Cousine von Julia, die aus Hohenaverbergen stammt und mittlerweile mit ihrem Freund Timo Tetzke (33) in Bremen wohnt. Schnell war klar, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art sein sollte.

In den Jahren 2015 und 2016 beteiligten sich Julia und ihre Freunde an dem Festival „Kunst, Kultur, Kirchlinteln“ höchst erfolgreich mit ihrem „Café von gestern“. Dafür verwandelten sie eine Scheune auf dem Grundstück von Julias Vater in einen wahren Vintage-Traum. Die Gäste konnten auf allerhand alten Möbeln Platz nehmen, von feinen Tellern Kuchen essen und aus Sammeltassen Kaffee trinken. Dazu stellte Julia selbst genähte Accessoires aus und Timo zeigte eine Auswahl seiner Fotografien. Dieses „Café von gestern“ blieb am Tag der Premiere nur ungefähr fünf Minuten ein Geheimtipp, dann war es an beiden Tagen kontinuierlich rappelvoll. „Im nächsten Jahr kamen sogar noch mehr Leute“, erzählt Nina.

„Am Ende hatte mein Vater keine einzige Sitzgelegenheit mehr im Haus, wir haben alles rausgestellt, damit die Gäste einen Platz fanden“, erinnert sich Julia. „Und unsere Freunde standen die ganze Zeit in der Küche und haben Geschirr gespült wie die Weltmeister.“

James-Dean-Klassiker, Limo und Popcorn

Die Kuchenspenden seien von überall her gekommen. „Unsere Verwandten und Bekannten haben sich natürlich mächtig ins Zeug gelegt“, erzählt Timo. „Aber es gab auch Besucher, die am Samstag bei uns zu Gast waren – und am Sonntag direkt wiedergekommen sind und einen Kuchen mitgebracht haben. Weil sie unsere Idee gut fanden und uns unterstützen wollten“, sagt Julia.

Schön sei es auch gewesen, wenn sich ältere Leute im „Café von gestern“ an ihre eigene Jugend und Kindheit erinnert hätten. Sei es wegen eines Teeservices („Das hatte meine Oma auch, das dürfen Sie aber nicht in die Spülmaschine tun.“) oder wegen eines Outfits („Sie sehen genauso aus wie meine Mutter früher“).

„Das Ganze hat nie einen kommerziellen Hintergrund gehabt“, erklärt Timo. „Wir wollten einfach Spaß haben und haben gehofft, dass das den Leuten gefällt.“ Für Kaffee und Kuchen habe man lediglich um Spenden gebeten. „Und wenn wir am Ende einen Überschuss hatten, dann haben wir es direkt in Dankeschön-Partys für unsere Helfer investiert“, sagt Nina.

Auch beim Rübenmarkt aktiv

Auch beim Rübenmarkt waren die Vintagefreunde schon aktiv: Im historischen Speicher am Lintler Krug betrieben sie ein kleines 50er-Jahre-Café. Auch in diesem Jahr wollen sie wieder dabei sein.

Als klar war, dass es in diesem Jahr kein „Kunst, Kultur, Kichlinteln“ geben würde, setzten sich Julia und ihre Freunde zusammen und überlegten, was sie stattdessen in diesem August machen könnten. „Diese Kino-Sache hatten wir schon eine ganze Weile im Kopf“, berichtet Timo. Und beim Kirchlintler Kultur- und Förderverein rannte die Gruppe offene Türen ein. „Die fanden die Idee direkt gut und haben uns sehr unterstützt.“

Und so wird am Samstag, 19. August, „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ aus dem Jahr 1955 auf einer Leinwand im schön geschmückten Kruggarten gezeigt. Es gibt Popcorn und Getränke, unter anderem bietet das Team selbst gemachte Limonade an. Der Eintritt kostet 3,50 Euro. Alle sind herzlich eingeladen. Die Café-von-gestern-Crew würde sich freuen, wenn sich auch ein paar Besucher passend zum Thema herausputzen. „Aber das ist absolut kein Muss“, so Julia. „Hauptsache, alle haben einen schönen Abend.“

Wenn es regnet, muss die Veranstaltung ersatzlos ausfallen. „Aber es wird nicht regnen“, sagt Julia. „Wenn wir eine Veranstaltung haben, scheint immer die Sonne.“

rei

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