Hüter des Honigwissens

Ehepaar Haase-Bruns aus Luttum über die Heilkraft von Imkereiprodukten

Bienenwachs wird für Kerzen verwendet, aber auch in der Kosmetik ist es begehrt.

Luttum - „Wir machen das jetzt schon seit 25 Jahren. Und trotzdem bin ich jeden Tag aufs Neue erstaunt über die Weisheit der Bienen“, sagt Wilhelm Haase-Bruns, der gemeinsam mit seiner Frau Petra (beide 64 Jahre alt) in Luttum eine Imkerei betreibt.

Die beiden machen diese Arbeit aus Leidenschaft und haben in all den Jahren reichlich „Honigwissen“ über die Heilkraft von Imkereiprodukten angehäuft. Das behalten sie aber nicht für sich, sondern sie teilen es auch gern. „Es macht Spaß, sich selbst und anderen zu helfen und dabei immer mehr von den großen und oft unscheinbar kleinen, aber äußerst wirkungsvollen Zusammenhängen zu verstehen“, erklärt der Luttumer.

Auch in den von Petra Bruns hergestellten Cremes wird das Wachs verarbeitet.

„Damals, als wir angefangen haben mit der Imkerei, war meine Mutter an Krebs erkrankt. Irgendwann hieß es, dass sie die nächste Chemotherapie nicht mehr schaffen würde, ihr Immunsystem war im Keller. Wir haben uns gefragt, wie können wir ihr helfen? Wir haben ihr dann eine Propolismischung gegeben. Dieses Mittel haben die Bienen erfunden, um ihr Haus sauber zu halten. Wenn da ständig Bienen ein und aus gehen, mit schmutzigen Füßen, da würde dir doch jeder Chemiker sagen, dass es in so einem Bienenstock eigentlich faulen müsste.“ Die Bienen schafften es jedoch, erklärt Haase-Bruns, dass ihr Haus sauber bleibe, und sie und ihr Nachwuchs gesund. Und zwar, indem sie aus einer Mischung von körpereigenen Stoffen und Baumharzen Propolis herstellten. „Beim Bauen dient es als Kitt, damit werden Waben verklebt und Ritzen abgedichtet. Die Substanz wirkt antibiotisch und hält das Bienenheim sauber – und hilft ihnen dabei, gesund zu bleiben“, so der Fachmann.

„Es ist einfach ein irres Zeug“, sagt Wilhelm Haase-Bruns über den Honig. Gemeinsam mit seiner Petra betreibt er die Imkerei schon seit 25 Jahren aus Leidenschaft. - Foto: Bruns

Die Menschheit wisse schon seit Jahrtausenden um die Wirkung von Propolis. „Schon die alten Ägypter haben es verwendet, um ihre Toten einzubalsamieren.“ Petra und Wilhelm Haase-Bruns ernten die Substanz, gießen sie mit Alkohol auf und verdünnen sie. Diese Tinktur könne innerlich und äußerlich angewendet werden, sie wirke gegen allerhand Beschwerden, wie Entzündungen, Erkältungskrankheiten, Magen- und Darmbeschwerden und vieles mehr.

Propolis: ein natürliches Antibiotikum

„Wissen Sie, wenn man ein vom Arzt verschriebenes Antibiotikum einnimmt, und damit die Erreger abtötet, aber nur ein einziger dieser winzigen Schweinehunde überlebt, dann kriegt man den nicht mehr in den Griff, dann ist er resistent gegen das Mittel geworden. Weil Propolis sich aber nicht standardisieren lässt, können Keime nicht resistent dagegen werden“, so Haase-Bruns, der Propolis nicht als Medikament verkaufen darf. „Obwohl es wirkt und noch dazu bei den meisten Menschen gut verträglich ist.“

Aber auch der Honig selbst habe viele Wirkstoffe: Neben dem Trauben- und Fruchtzucker stecken in ihm Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Als leckerer Brotaufstrich ist er ein schneller Energiespender, regt die Verdauung und den Appetit an. Was aber viele nicht wissen: Auf die Haut aufgetragen beugt er bakteriellen Infektionen vor und unterstützt bei der Wundheilung. „Honig ist einfach ein irres Zeug“, so Haase-Bruns über seinen Verkaufsschlager, dessen Fans nicht nur aus Luttum kommen. „Wir habe zahlreiche Kunden, die auf oft kuriosen Wegen zu uns gelangt sind und uns über viele Jahre treu sind. Wir beliefern auch einige per Post bis Süddeutschland, sogar Süditalien. Es stimmt schon, dass Honig Vertrauenssache ist und viele bereits seit 25 Jahren zu unseren Kunden zählen und zum Teil plötzlich größere Mengen abnehmen, weil sich der Honig in ihrem Freundes- oder Verwandtschaftskreis verbreitet. Wir kennen auch Leute, die den Honig für ihre Arbeitskollegen mitnehmen.“

Süßer Verkaufsschlager: Das beliebteste Produkt aus der Luttumer Imkerei ist und bleibt der Honig. Aber auch in ihm steckt weitaus mehr als nur guter Geschmack.

Aber nicht nur für den Honig kommen die Leute zum Ehepaar Bruns. Während des Pressegesprächs klopft es sachte an der Tür und eine Gruppe junger Menschen fragt nach Bienenwachs. Sie wollten Lippenbalsame damit herstellen, sagen sie. Klar, dass die Imker da aushelfen können. „Das Bienenwachs, insbesondere das feine und hochwertige Deckelwachs, setzen wir selbst bei der Herstellung von Salben ein“, berichtet Petra Bruns, die bereits Haut- und Heilcremes mit den eigenen Produkten entwickelt und hergestellt hat. Das geschmolzene Wachs gibt einer Creme nach dem Auskühlen eine schöne Stabilität und legt sich außerdem schützend auf die eingecremte Hautstelle.

Gelée royale macht die Larve zur Königin

Und was ist eigentlich dieses Gelée royale? „Das ist der Bienenköniginnenfuttersaft.“ Mit diesem Gemisch aus den Sekreten der Futtersaftdrüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen werden die Bienenlarven während der ersten drei Larvenstadien gefüttert und erhalten dadurch einen enormen Entwicklungsschub. Die Arbeiterlarven bekommen dagegen das normale Futter. „Es ist also das Gelée royale, das eine Larve zu einer Königin macht. Klar, dass das etwas besonders Tolles sein muss“, erklärt Haase-Bruns. Die Ernte des Gelées sei jedoch kompliziert und Haase-Bruns vermarktet seins nicht. „Aber ich selbst nasche ab und zu davon, deswegen sehe ich auch so gut aus“, sagt Haase-Bruns und zwinkert.

„Haben Sie vielleicht auch Bienenwachs für uns? Wir wollen damit Lippenbalsam herstellen.“ Klar, dass Wilhelm Haase-Bruns seinen Besuchern auch mit diesem wertvollen Rohstoff aushelfen kann. - Fotos: Raczkowski

So viel Wissen über die Imkerei, den Honig und die Nebenprodukte. Und über Pollen und Bienengift hat Haase-Bruns noch nicht einmal gesprochen. Aber wie war das denn nun mit seiner Mutter, die an Krebs erkrankt war? „Nun, gerettet haben wir sie mit unserer Propolismischung nicht. Denn wissen Sie, wenn Ihnen jemand sagt, er hätte ein Wundermittel, dann ist das immer dummes Zeug. Wunder gibt es nicht. Aber wir haben meine Mutter wieder auf die Beine gebracht, sodass sie ihre Chemotherapie fortsetzen konnte. Da haben selbst die Ärzte gestaunt.“ 

rei

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