Gemeinderat schickt Verwaltungschef in den verdienten Ruhestand

Abschied von Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald

Zwei Männer und eine Frau stehen in einer Turnhalle.
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Jedes einzelne Ratsmitglied, hier Elke Beckmann (SPD), verabschiedete sich mit einer Rose und persönlichen Worten von Bürgermeister Wolfgang Rodewald. Eine Laudatio voller Respekt und Anerkennung hielt Ratsvorsitzender Wilhelm Hogrefe (CDU, Mitte).

Ordentlich Eindruck hat Bürgermeister Wolfgang Rodewald in den 15 Jahren seiner Amtszeit hinterlassen. Das wurde am Donnerstagabend deutlich, als sich der Gemeinderat vom Kirchlintler Verwaltungschef verabschiedete. Kein einziges böses oder auch nur relativierendes Wort fiel, ausnahmslos alle lobten den parteilosen Bendingbosteler, der im September nicht erneut zur Wahl angetreten war, in den höchsten Tönen.

Kirchlinteln – „Ihre Namen werden in unserer Gemeinde noch lange einen guten Klang haben. Ihr habt immense Spuren hinterlassen. Ich wünsche Euch, dass Ihr mit Stolz auf das Erreichte zurückblickt“, sagte etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende Richard Eckermann und meinte damit nicht nur den 69 Jahre alten Rodewald, sondern auch dessen Wegbegleiter, Oberamtsrat Werner Kunath (66), der ebenfalls im Rahmen der Sitzung in der Schulsporthalle verabschiedet wurde (siehe unten).

„Verbindlich im Ton, fest in der Sache“

„Verbindlich im Ton, fest in der Sache“, so lasse sich Rodewald trefflich charakterisieren, lobte Ratsvorsitzender Wilhelm Hogrefe (CDU) den Umgang, den der scheidende Bürgermeister mit seinen Mitmenschen gepflegt habe. „Ich habe mich manchmal gewundert, dass du allen immer so gut gelaunt entgegengetreten bist.“ Denn er wisse, dass der Verwaltungschef täglich Dutzende E-Mails bekam, unter ihnen auch reichlich unbequeme, nicht zuletzt von den Ratspolitikern. Rodewald habe diese immer schnellstens beantwortet, den richtigen Ton getroffen und fachlich fundierte Informationen geliefert.

Im Verwaltungsausschuss habe Rodewald ein ums andere Mal „pädagogische Fähigkeiten“ bewiesen. Er sei an Diskussionen „vorurteilsfrei und lösungsorientiert“ herangegangen und habe damit sehr häufig einstimmige Entscheidungen herbeigeführt, auch bei Inhalten, die durchaus strittig waren. „Und auch, wenn es mal so richtig unfair wurde, wenn man teilweise schlucken musste, hast du es hinbekommen, nicht aus der Haut zu fahren“, lobte Richard Eckermann.

Lob für Rodewalds wertschätzende Art

Auch außerhalb der Politik sei Rodewalds wertschätzende Art gut angekommen, bei den Feuerwehrleuten und anderen Ehrenamtlichen zum Beispiel, so Hogrefe. Als Repräsentant der Gemeinde bei hohen Geburtstagen und Ehejubiläen sowie bei der Pflege der freundschaftlichen Verbindungen in die Partnergemeinde Letovice habe ihn seine den Menschen zugewandte Art ausgezeichnet. Und nicht zuletzt sein respektvoller Umgang mit Beschäftigten.

Das bezeugte Frank Weiberg, Kämmerer und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. „Im Rathaus konnte passieren, was wollte, Sie haben sich immer vor ihre Mitarbeiter gestellt. Wir wussten: Wir können bei Problemen immer zu Ihnen kommen. Sie sind für mich persönlich zu einem riesigen Vorbild geworden. Alle Kollegen aus dem Rathaus werden Sie vermissen.“

Nachdem Hogrefe noch einmal auf die zahlreichen Errungenschaften Rodewalds, von der Verbindungsstraße am Finkenberg bis hin zur Planung des Bahnhaltes, hingewiesen hatte, sagte der Ratsvorsitzende noch: „Dass Kirchlinteln heute nicht mehr das Sorgenkind des Landkreises ist, sondern eine aufstrebende Gemeinde – auch daran hat Wolfgang Rodewald großen Anteil.“

Nachfolger tritt in große Fußstapfen

Dessen Nachfolger, Arne Jacobs (39) aus Holtum (Geest), der am 1. November sein Amt antritt, stellte nach all den Superlativen fest: „Mein Vorgänger hinterlässt wahrlich große Fußstapfen, dessen bin ich mir sehr bewusst. Ich werde da mit Freude und mit Demut hineinschlüpfen, vielleicht mit etwas Anlauf.“

Eine Kiste mit verschiedenen Weinen aus ganz Europa überreichte Hogrefe im Namen des Rates an den „bekanntermaßen begeisterten Europäer“ Rodewald. Im Anschluss übergaben alle Ratspolitiker dem scheidenden Bürgermeister eine Rose sowie eine Karte mit persönlichen Abschiedsgrüßen.

Zum Abschluss eine Runde Bier

Rodewald stellte in seinem ausgesprochen bescheidenen letzten Grußwort klar: „Man ist immer nur so gut wie sein Team. Und immer nur so gut, wie der Chef es zulässt. Vielen Dank an den gesamten Rat.“ Und abschließend: „Man darf sich streiten, man darf sich fetzen, man muss hinterher in der Lage sein, noch ein Bier miteinander zu trinken.“ Sprach‘s – und gab eine Runde für alle aus.

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