Spektakuläres Kunstwerk in Neddenaverbergen geplant

Urzeitwesen bricht durch die Fassade

Eine Fassade mit einem 3-D-Kunstwerk: Ein Waldelefant bricht durch die Fassade.
+
Bei dieser Visualisierung des Waldelefanten und seines urzeitlichen Jägers handelt es sich lediglich um ein unverbindliches Layout, damit Sponsoren und Auftraggeber vorab eine vage Vorstellung bekommen, was sie nach circa acht monatiger Arbeitszeit des Künstlers zu erwarten haben. Visualisation/

Das mächtige Tier läuft direkt auf den Betrachter zu, durchbricht die Hauswand, Betonbrocken fliegen durch die Luft. Man meint, das Wackeln des Bodens unter dem Gewicht des Urzeitwesens beinahe spüren zu können. Dabei sind europäische Waldelefanten doch eigentlich längst ausgestorben. Ein besonders stattliches Exemplar soll aber demnächst wieder Neddenaverbergen unsicher machen, jedenfalls wenn es nach einer Arbeitsgruppe aus der Ortschaft geht. Diese möchte ein spektakuläres Kunstprojekt realisieren, das sicherlich erhebliche Aufmerksamkeit bekommen wird.

Neddenaverbergen – Das Staunen mag groß gewesen sein, als vor wenigen Tagen ein Flyer des Ortsvorstehers, Uwe Panten, in die Briefkästen der Neddener flatterte. Darin wurde das Projekt erstmals der Öffentlichkeit angekündigt. Die 3-D-Darstellung eines Waldelefanten soll eine Hausfassade an der Dorfstraße zieren. „Das Gebäude liegt in der Nähe der Schienen, es war früher die Bahnhofskneipe und ist heute ein Wohnhaus“, so Panten, der berichtet, dass der Eigentümer des Gebäudes bereits mündlich seine Zustimmung für das Projekt, das der Künstler Frank B. Ehemann realisieren soll, gegeben habe.

Bekannte Geschichte der Lanze von Lehringen und des Waldelefanten

Ein Elefant in Neddenaverbergen? Das klingt erst einmal abwegig. Ist es aber nicht, erklärt der Ortsvorsteher. „Eigentlich kennt jeder in Nedden die Geschichte der Lanze von Lehringen und die des Waldelefanten“, sagt Panten. „Kurz zusammengefasst: 1948 ließ sich ein fast vollständig erhaltenes Gerippe eines Waldelefanten in einem Ortsteil von Nedden-averbergen finden. Aber nicht nur das, am selben Platz lag eine vollständig erhaltene Lanze vergraben.“ Es sei damals eine wissenschaftliche Sensation gewesen.

Eine örtliche Arbeitsgruppe habe sich vorgenommen, diesen Teil von Neddens Geschichte mehr in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Dabei wollte die Gruppe den Waldelefanten mal auf eine andere Weise repräsentieren, als man sie von vielen musealen Darstellungen her kennt. Realistisch und dynamisch, das seien die Schlagworte bei der Entscheidungsfindung gewesen. „Es sollte etwas sein, was die Aufmerksamkeit wirklich auf sich zieht.“

Fundort soll nicht Kunst-Standort werden

Eine Realisierung des Projektes am ehemaligen Fundort wurde verworfen: „Dieser ist heute ein tiefer See, der etwas versteckt im Außenbereich liegt“, so Panten. Der jetzt favorisierte Standort biete dagegen optimale Voraussetzungen für eine lebensechte Darstellung bei über vier Metern Körperhöhe. „In Vorgesprächen mit dem Leiter des Domherrenhauses Verden, Dr. Björn Emigholz, hat dieser die Idee der Darstellungsform als besonders ansprechend gelobt und ihr das Erreichen eines erhöhten Aufmerksamkeitsgrades vorausgesagt.“

Die Pläne umfassen nicht nur das Kunstwerk an sich: Der Platz vor der Fassade biete laut Panten auch Raum für Informationstafeln. Bänke für Besucher könnten hier ebenfalls aufgestellt werden. Als späte Anerkennung des Einsatzes von Alexander Rosenbrock und seiner Helfer (siehe Artikel rechts) soll der Ort zukünftig „Alexander-Rosenbrock-Platz“ heißen. Die Vorplanungen hätten aufgrund von Corona nur in einer kleinen Gruppe durchgeführt werden können, berichtet Panten, der bedauert, dass nun auch die öffentliche Vorstellung der Projektidee pandemiebedingt ausfallen muss.

Der kreative Kopf hinter dem Waldelefantenprojekt ist der international erfolgreiche Künstler Frank B. Ehemann, der in Neddenaverbergen in seinem Haus am See lebt. Einen Nachweis seiner handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten gibt es in der Ortschaft bereits. Die Bronzefigur „Scheepers Vadder beim Dengeln einer Sense“, die Ehemann in Lebensgröße, nur mit einer alten Postkarte als Vorlage, geschaffen hat, ist seit 2018 ein Blickfang im Ortskern. Bei der fotorealistischen Inszenierung des Waldelefanten soll eine besondere, vom Künstler entwickelte Technik zum Einsatz kommen. „Malerei mit Licht“, so beschreibt der ausgebildete Lichtbildner seine Vorgehensweise.

Finanzierung über Fördermittel

Für die Finanzierung des Projektes möchte Ortsvorsteher Uwe Panten erneut, wie schon für „Scheepers Vadder“, eine Förderung durch Leadermittel beantragen. Natürlich müsse vorher aber einmal abgeklärt werden, inwieweit eine möglichst lange Nutzungserlaubnis für die Fassade eingeholt werden kann. Denn sicher würden keine Fördermittel fließen, wenn die Immobilie in ein paar Jahren abgerissen wird. „Wir sind aber schon dabei, das zu klären“, so Panten.

Wenn der Antrag auf Fördermittel genehmigt wird, würden diese 65 Prozent betragen. Die restlichen 35 Prozent müssten je zur Hälfte durch die Gemeinde und über Spenden finanziert werden, erklärt der Ortsvorsteher. Sponsoren seien deswegen sehr gerne gesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Israel greift Hamas-Tunnelnetz im Gazastreifen an

Israel greift Hamas-Tunnelnetz im Gazastreifen an

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Meistgelesene Artikel

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus
Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung
Das Summen der Insekten ist schon zu hören

Das Summen der Insekten ist schon zu hören

Das Summen der Insekten ist schon zu hören

Kommentare