Das Vereinsleben liegt brach: Lockdown und Pandemie belasten die Schützenvereine / Mitgliederzahlen stabil

Ungewissheit und Lähmung im Kleinbahnbezirk

Die Karateka des SSV Neddenaverbergen trainierten bei entsprechender Witterung auf dem Vereinsgelände.
+
Die Karateka des SSV Neddenaverbergen trainierten bei entsprechender Witterung auf dem Vereinsgelände.

Neddenaverbergen – „Dieses Jahr wird in unserer Schützen-Pokalgemeinschaft Kleinbahnbezirk und in den acht Mitgliedsvereinen wieder eine große Herausforderung sein“, bemerkte Vorsitzender Johann Schröder in einer Mitteilung an die Vereine. Vor allem die Vorbereitungen für die sportlichen Veranstaltungen sowie der geselligen Feiern gestalteten sich schwierig:

Noch sei nicht abzusehen, wann in den Vereinen wieder ein geregelter Sportbetrieb möglich werde.

Nachdem im Mai vergangenen Jahres das Pokalschießen und im September die Bezirksmeisterschaften abgesagt worden seien, konnte Anfang Januar die Delegiertenversammlung nicht stattfinden, erinnerte Schröder in seinem kurzen Rückblick. Das für Anfang März geplante Plakettenschießen wurde bereits frühzeitig abgesagt, gefährdet ist nun auch das Pokalschießen Ende Mai. „Wir hoffen aber noch darauf, mit den Bezirksmeisterschaften im Herbst wieder zu den lieb gewordenen Traditionen und Geselligkeiten zurückzukommen“, so Schröder. Er vertraue auf das Engagement der acht Vereine.

Wie in der Pokalgemeinschaft legte die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr das Vereinsleben in den acht Mitgliedsvereinen fast komplett lahm. Nur für kurze Zeit konnte der stark abgespeckte Schießbetrieb nach den Sommerferien wieder anlaufen und endete durch den Lockdown Anfang November wieder. Sämtliche geselligen Veranstaltungen wurden abgesagt, unter anderem die Schützenfeste und die Feste für die dörflichen Dorfgemeinschaften, aber auch interne Feiern.

Besonders hart traf es bei den Vereinen die Hohener Schützen. Sie hatten mit großem Tatendrang und Vorfreude die im August anstehende Jubiläumsfeier sowie das Kreisverbandsschützenfest vorbereitet. Nachdem das Schützenfest sechs Wochen vorher nicht stattfinden konnte, fiel auch das Verbandsfest ersatzlos aus und das Jubiläumsfest wurde nach 2021 verschoben; geplant ist ein Kommersabend zum Jubiläum als Auftakt des Schützenfestes vom 9. bis 11. Juli.

Für ein wenig Geselligkeit mit Beachtung des Hygienekonzepts sorgte zur Freude des Vorsitzenden Helmut Söhn und der Mitglieder schließlich der Vereinswirt des Gasthaus Zum Drommelbeck durch ein Gulaschessen am Schützenfest-Wochenende im Juli unter freiem Himmel.

Ein weiteres Jubiläum sollte im Februar in Neddenaverbergen stattfinden: Die Schützendamen des Schützen- und Sportvereins wollten ihr 50-jähriges Bestehen feiern, musste aber auch das verschieben. „Ansonsten sind die weiteren Termine auf Eis gelegt, so auch das Schützenfest, und neue Termine möchten wir noch nicht festlegen“, erläutert der Vorsitzende Volker Horstmann. Der Vorstand werde aber rechtzeitig darüber informieren, wann und unter welchen Vorgaben das Vereinsleben im Gesamtverein und den einzelnen Sparten wieder beginne. „Wir haben im Vorstand noch nicht über das Schützenfest gesprochen, aber ich denke, dass zu unserem traditionellen Schützenfesttermin Ende April noch keine größeren Feste mit vielen Gästen gefeiert werden können“, so die Vorsitzende Melanie Hooge. Daher werde die Tendenz wohl sein, dass das 2019er-Königspaar mit deren Einverständnis noch bis einschließlich 2021 regieren werde. Edith Pape vom Schützenverein Otersen zeigte noch etwas Hoffnung, an Pfingsten das Schützenfest feiern zu können. Ansonsten falle das Fest aus und das bereits seit zwei Jahren amtierende Königspaar werde gebeten, noch ein Jahr weiterzumachen.

„Wir haben unser Schützenfest noch nicht abgeschrieben und planen für den 19. Juni“, so hieß es kurz und bündig von Bernd Scheele, dem Vorsitzenden der Wittloher Schützen. Knapp auch die Mitteilung von Jörg Storch, Vorsitzender des Stemmener Schützenvereins: „Wir warten noch einige Wochen ab, wenn es dann nicht klappt, könnten wir uns auch ein kleines vereinsinternes Fest vorstellen, sofern es die Corona-Verordnung hergibt.“

Vorsichtig optimistisch, ihre Traditionsfeste feiern zu können, zeigten sich Heinrich Hamann, Vorsitzender der Eitzer Schützen, und sein Luttumer Amtskollege Bernhard Michaelis. „Geplant ist erstmal für den 8. und 9. Mai, mal sehen ob Corona uns lässt“, hieß es aus Eitze. Die Luttumer haben ihr Fest erst einmal für den 13. und 14. Mai geplant. „Sollte es nicht klappen, lässt sich der Vorstand etwas einfallen, in 2021 noch etwas auf die Beine zu stellen“, so Michaelis.

Übereinstimmend waren die Kommentare zur Mitgliederbewegung: Die Pandemie und der Lockdown wirken sich hier bisher kaum aus. Im ländlichen Raum seien Vereine und vor allem Schützenvereine ein fester Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft, hieß es. Hier sei die Verbundenheit untereinander und mit dem Verein ausgeprägter und werde eben nicht nur als Dienstleister wahrgenommen.  rö

Statt der abgesagten Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Schützenvereins Hohenaverbergen gab es im Juli ein Gulaschessen als Outdoor-Veranstaltung.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

„System des Drucks“? Amazon-Sprecher kontert Kritik am Online-Händler

„System des Drucks“? Amazon-Sprecher kontert Kritik am Online-Händler

„System des Drucks“? Amazon-Sprecher kontert Kritik am Online-Händler
Verdener Domplatz in Partystimmung

Verdener Domplatz in Partystimmung

Verdener Domplatz in Partystimmung
Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar

Scheunenbrand in Riede: Rauch viele Kilometer weit sichtbar
Der Liebe wegen – Blender statt Virginia

Der Liebe wegen – Blender statt Virginia

Der Liebe wegen – Blender statt Virginia

Kommentare