Inklusives Restaurant: Ausschuss zeigt sich angetan von Plänen für Kirchlintelns Ortsmitte

Türen für die Krug-Gastro stehen weit offen

ein Fachwerkgebäude
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„Ein Baustein, der gut in unsere Gemeinde passt“, sei die geplante inklusive Gastronomie im Lintler Krug, sagte Bürgermeister Wolfgang Rodewald, der hofft, dass das Angebot nach der Realisierung von den Einwohnern Kirchlintelns auch gut angenommen wird. Archiv

Mit seinem Vorhaben, künftig im Lintler Krug eine inklusive Gastronomie zu betreiben, rennt Jens Dreger bei der örtlichen Politik die sprichwörtlichen offenen Türen ein. Die Mitglieder des Sozialausschusses zeigten sich am Montag jedenfalls durchweg hingerissen von den Ideen des Geschäftsführers der Kirchlintler Jugendhilfe Sirius.

Kirchlinteln – Kein Wunder, steht das Kammerfach im gemeindeeigenen Gebäude mitten im Ortskern doch seit Abschluss der aufwendigen Sanierung im Jahr 2012 leer und befindet sich seither im Rohbau. Die Kommunalpolitiker und allen voran Bürgermeister Wolfgang Rodewald zeigten sich erleichtert, dass es an dieser Stelle nun endlich vorangeht. Für den Rathaus-Chef war es die letzte Sozialausschuss-Sitzung, Ende des Monats räumt er sein Büro und verabschiedet sich in den Ruhestand.

Der Wunsch nach einer Gastronomie im Krug besteht in der Ortschaft schon seit vielen Jahren. „Das Projekt ist für mich eine Herzensangelegenheit, die ich unbedingt in meiner Amtszeit noch anstoßen wollte“, sagte der Verwaltungschef, nachdem Jens Dreger noch einmal kurz seine Pläne erläutert hatte. Wie bereits mehrfach berichtet, möchte der Pädagoge einen Gastronomiebetrieb aufbauen, in dem es Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen gibt. Die Gemeinde Kirchlinteln würde dafür das 100 Quadratmeter große Kammerfach im Rahmen eines Mietvertrages zur Verfügung stellen. Terrasse und Garten des schönen Fachwerkgebäudes könnten in der wärmeren Jahreszeit ebenfalls genutzt werden. Daneben kann sich Dreger auch vorstellen, ein Catering für Veranstaltungen im Saal anzubieten.

Mieter übernimmt erstmal die Investitionskosten

Die Menschen mit Beeinträchtigungen, die im Lintler Krug arbeiten würden, sollen nach dem Tarifvertrag der Gastronomie bezahlt werden, erläuterte Dreger, dem wichtig war, zu betonen, dass seine Mitarbeiter also nicht nur ein Taschengeld bekommen würden. „Sie können damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.“

Dreger wolle sich, berichtete er dem Ausschuss, beim Umbau soweit es gehe an der früheren Optik des Gebäudes orientieren. Bis dahin ist einiges zu tun: Estrich muss verlegt werden, Strom, Heizung und Lüftung sind zu installieren und die Küche einzubauen. „Wir wollen per Vertrag regeln, dass der Betreiber die Investitionen tätigt und diese dann abgewohnt, also bei der Miete gegengerechnet werden“, erklärte Rodewald. Es ist vorgesehen, dass das ebenfalls in diesem Gebäudeteil untergebrachte Tourismusbüro an gleicher Stelle verbleibt. „Diese Angebote ergänzen sich meiner Meinung nach gut“, so Rodewald.

Kirchlinteln würde profitieren, glaubt die Politik

Für die Politik blieben nach der Projektvorstellung keine Fragen oder Wünsche mehr offen, durch die Bank weg zeigten sich die Ausschussmitglieder von dem Vorhaben angetan. „Als Seniorenbeauftragter kann ich es nur begrüßen, weil es den Menschen eine Möglichkeit bietet, miteinander zu kommunizieren. Solche Begegnungsstätten brauchen wir“, fand zum Beispiel Hans-Rainer Strang (SPD). „Für Kirchlinteln kann das eine wahre Perle werden“, sagte Ada Walter (Grüne), die Dregers Mut und Unternehmergeist lobte: „Sie sind total engagiert, ein Anpacker, das ist toll.“ Ob ältere Kirchlintler, die nicht mehr so mobil sind, und sich zum Mittagessen mal mit anderen Menschen treffen wollen, oder Mütter, die ein Eis mit ihren Kindern essen möchten – die Kirchlintler werden von der neuen Gastronomie profitieren, davon zeigten sich alle überzeugt. „Dass Menschen mit Beeinträchtigungen hier Teilhabe finden, ist natürlich ganz wunderbar. Das ist ein Baustein, der in unsere Gemeinde passt“, so Rodewald.

Dreger nutzte den Moment, sich beim Bürgermeister sowie den Amtsleitern Frank Weiberg und Manuel Rampelmann zu bedanken, die sich im Vorfeld bei der Planung sehr engagiert hätten. Wenn jetzt alles richtig gut läuft, und der Landkreis die Baugenehmigung erteilt, könnte der Betrieb bereits im Frühjahr 2022 starten, so die Hoffnung Dregers.

Unter den ersten Restaurantgästen wäre ein bekannter Rentner

„Wir wünschen uns, dass der Plan aufgeht“, so Rodewald, der aber mahnte: „Solche Angebote leben davon, dass die Menschen sie auch nutzen. Es geht Herrn Dreger sicher nicht um Riesengewinne, es soll sich aber schon unterm Schnitt rechnen. Damit das funktioniert, müssen es die Kirchlintler auch annehmen.“ Er selbst würde sich jedenfalls freuen, wenn er als künftiger Rentner Kaffee und Kuchen im Kruggarten genießen könne.

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