Holtumer Mühle wird für 135 000 Euro restauriert / Fördermittel aus Strukturhilfefonds der EU

Ein Treffpunkt für den Ort

Die Holtumer Mühle soll dank Fördermitteln bald wieder in neuem Glanz erstrahlen. Foto: Kracke

Holtum (Geest) – Trotz CoronaKrise mahlen die Mühlen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der Hohen Heide weiter. Regionalmanager Guido Pahl teilte mit, dass vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Verden ein positiver Förderbescheid für die Wiederherstellung und den Erhalt der Holtumer Mühle erteilt wurde.

Rund 135 000 Euro Kosten sind für das Projekt geplant. Damit sollen die Außenfassade und die Windmühlenflügel saniert sowie Infotafeln errichtet werden. Die Wiederherstellung der Kappe, der Windrose und der Galerie wird aus eigenen Mitteln finanziert und ist nicht Gegenstand dieses Projektes. Von den 135 000 Euro sollen 100 000 Euro Fördermittel sein. 20 000 Euro davon aus öffentlicher Kofinanzierung und der Großteil mit 80 000 Euro aus dem Strukturhilfefonds der EU. Die LAG entscheidet über die Mittelverwendung aus diesem Fonds.

Die wichtigen Sitzungen zur Bewilligung der EU-Strukturhilfemittel fallen derzeit zwar aus, aber das Entscheidungsgremium sammelt die Abstimmungen der Mitglieder einzeln ein. „Dank der Unterstützung aller Beteiligten bei den beiden Umlaufverfahren geht die Arbeit im Hintergrund flüssig und auf die Projektträger fokussiert weiter“, so Pahl in einer Mitteilung. Die Zustimmung für die Holtumer Mühle hatte die LAG schon früher getroffen, aber mit dem Förderbescheid sei die Unterstützung jetzt spruchreif.

Letzte Restaurierung von 1986 bis 1988

Von 1986 bis 1988 sei die letzte große Restaurierung der denkmalgeschützten Mühle erfolgt. Inzwischen hätten Stürme die Flügel sowie die Windrose massiv beschädigt. Nun sollen diese Teile samt Fassade in den Ursprungszustand gebracht werden. Auch die umlaufende Galerie zur Bedienung der Flügel soll wieder vollständig instandgesetzt sowie die Fassade erneuert werden. „Ziel soll sein, dass sich die Mühle zu bestimmten Anlässen wieder im Wind drehen kann, zu welchem Zweck sie ursprünglich einmal erbaut wurde. Sie soll wieder das Wahrzeichen für Holtum werden, das sie einmal war“, heißt es im Förderantrag der Eigentümer. Das kulturhistorische Denkmal soll Gästen zumindest teilweise für Besuche und Besichtigungen offenstehen und ein Treffpunkt im Ort werden.

„Einen Teil der Mahltechnik, Zahnräder, Getriebeteile, Mahlgänge mit Mühlsteinen et cetera möchten wir im Innern der Mühle erhalten, auch wenn wir nicht planen, die vollständige Funktion als Kornmühle wiederherzustellen“, heißt es im Antrag weiter. Diverse andere Nutzungen bis hin zum stimmungsvollen Trauzimmer seien vorstellbar.

Die Wiederherstellung einer landschaftstypischen historisch-technischen Anlage wird von der Hohen Heide positiv herausgestellt und der Effekt für die ganze Region betont. „Die Mühle liegt sehr schön, leicht erhöht in der Lintler Geest und ist daher hervorragend geeignet, die touristische Attraktivität dieser interessanten Natur- und Kulturlandschaft zu steigern“, wird die Zustimmung begründet. Die Hohe Heide sei besonders dafür da, die kulturelle Identität in der Region zu erhalten und zu stärken.

Die Restaurierung der Kappe und der Fassade ist laut Terminplan noch für 2020 vorgesehen und die Galerie sowie Flügel sollen 2021 folgen. Verzögerungen durch Corona sind in diesem ursprünglichen Plan noch nicht berücksichtigt.

Im Zuge des Beschlusses durch die LAG gab der Archithekt Harald Nordhausen aus Brunsbrock einen wertvollen Praxishinweis für die Ausgestaltung der Flügel. In Abstimmung mit der Denkmalpflege des Landkreises Verden sollten stehende Stahlflügel verbaut werden. Ohne Stahlflügel würden bei der Schmohmühle in Brunsbrock schlechte Erfahrungen gemacht, gerade bei nicht regelmäßigem Betrieb.

Viele Vorhaben auch außerhalb der Gemeinde Kirchlinteln sollen mit der Strukturhilfe der Europäischen Union weiter vorangebracht werden. „Die Hohe Heide arbeitet auch in diesen unwirtlichen Zeiten fast wie gewohnt weiter. Scheuen Sie sich daher bitte nicht, mit weiteren Projektideen an uns heranzutreten. Gemeinsam machen wir alles möglich, was nach den breit aufgestellten Richtlinien machbar ist“, warb Pahl für neue Ideen. lee

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