Schulleitung hält Ziele für unrealistisch

Thema Verpflegung immer noch auf dem Tisch

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Der Schulausschuss tagt im Objekt der Debatte, in der Mensa der Schule am Lindhoop.

Kirchlinteln - Nachdem der Rat bereits Ende Januar die Beschäftigung des Personals für die Mensa in der Oberschule Kirchlinteln und in den Kinderhorten beschlossen hat, ist nun das Thema erneut auf dem Tisch des Schulausschusses gelandet.

Hintergrund: Die Gemeindeverwaltung wollte eine Zielvereinbarung mit der Oberschule unterzeichnen, laut der die Anzahl von nachgefragten Portionen pro Schultag auf 100 gesteigert werden sollte. Dies sollte zur Kostendeckung beitragen. Laut Vereinbarung sollten die Schüler wieder mehr für das Mittagessen begeistert werden, etwa durch bessere Präsentation und Mitwirkung der Konsumenten am Speiseplan. Auch der Ausschussvorsitzende Wilhelm Hogrefe (CDU) drückte seinen Wunsch aus, dass die Schule das gemeinsame Mittagessen wieder mehr in den Fokus stellen solle.

Schulleitung unterstützt Zielvereinbarung nicht

Allerdings signalisierte die Schulleiterin, die Zielvereinbarung nicht unterzeichnen zu wollen. „Ich kann die geforderte Vereinbarung so nicht unterstützen“, erklärte Judith Fahlbusch-Schmidt. Es habe eine Evaluation bei den Schülern über die Qualität der Mensa gegeben und aus dieser sei eine Steigerung der nachgefragten Mittagessen mit dem derzeitigen Konzept nicht abzuleiten. Daher sei die Anzahl von 100 Portionen als festes Ziel auch in der Zukunft nicht erreichbar.

Bürgermeister Wolfgang Rodewald erläuterte daraufhin die derzeitige Nachfrage. Ein Großteil würde zurzeit von Kindern aus der Hortbetreuung und von der Lebenshilfe nachgefragt. Lediglich 40 der 300 Schüler von der Oberschule würden das Mittagessen der Schulmensa konsumieren. „Aber eine frische Zubereitung der Essen geht nur, wenn auch mehr von den Schülern abgenommen wird, sonst müssen wir anliefern lassen“, so Rodewald. Dabei betonte er, dass es hierbei nur um die Mensa der Oberschule gehe und das Konzept für die Kitas und Horte unberührt bleibe.

Ausschuss hofft, dass Eltern sich mehr einbringen

Die Ausschussmitglieder tauschten Ideen aus, wie die Nachfrage gesteigert werden könne. So forderte Karin Wiedemann (CDU), den Speiseplan frühzeitig auf der Webseite auch für die Eltern zu veröffentlichen, um mehr Werbung für die Gerichte zu machen. Hermann Meyer (SPD) fände es schön, wenn die Eltern sich mehr einbringen würden und das Küchenteam bei der Diversifizierung des Angebots mit beispielsweise einer Salatbar unterstützen könnten. Die Elternvertreter wiesen auf vielfach volle Berufstätigkeit beider Elternteile hin. Deswegen befürwortete der Ausschussvorsitzende Hogrefe den Ansatz, auch schulfremde Menschen in ehrenamtlicher Arbeit für die Mensa einzubinden.

Ein Vorschlag der Schülervertreterin Sina-Marie Janke erfreute die Politiker, weil sie für die Schülerschaft die Bereitschaft signalisierte, den Betrieb des sehr erfolgreichen Kioskes ab dem Sommer übernehmen zu wollen. Außerdem regte die Schülervertretung eine Nudelbar mit einem Pastagericht und zwei verschiedenen Saucen an. Die Verwaltung wies darauf hin, dass jedes Extraangebot mehr Personal und damit auch mehr Kosten bedeuten würde.

Schülerfirma soll eingebunden werden

Eine Einbindung der Schülerfirma Lindworx forderten Birte Asja Detjen (Grüne) und Steffen Lühning (CDU). „Dies würde die Identifikation der Schüler mit ihrer Mensa steigern“, so Detjen.

Zu guter Letzt hatte das Gremium noch die komplexe Problematik rund um das Abrechnungssystem „auf dem Menü“. Denn ab dem Schuljahr 2017/18 muss die Bezahlung des Essens komplett umgestellt werden. Das Bezahlsystem Giroweb kann aus rechtlichen Gründen nicht von der Schule oder der Gemeinde betrieben werden und die Buchung jeder einzelnen Mahlzeit hätte großen Personalaufwand im Rathaus zur Folge. Daher werde eine Lösung mit dem Schulförderverein angestrebt, hieß es, oder es müsse zwangsläufig ein Monatsbeitrag eingeführt werden.

Als vorläufiges Fazit griff der Vorsitzende Wilhelm Hogrefe einen Satz der Schulleiterin Fahlbusch-Schmidt auf: „Schüler, Lehrer, Köche und Eltern müssen an einen Tisch“ und forderte eine weitere Zusammenarbeit des Mensateams.

Ein Artikel über die Entwicklung der Schülerzahlen und die Raumplanung in der Oberschule folgt in einer der nächsten Ausgaben.

lee

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