Wirtschaftsförderkreis stellt Informationsschilder am Fundort in Lehringen auf

Tafeln erinnern an den Tod eines Waldelefanten

Wolfgang Rodewald, Dirk Richter, Hermann Varenhorst, Wolfgang Reichelt und Uwe Panten (von links) an der Infotafel an den Mergelkuhlen. - Foto: Röttjer

Neddenaverbergen - Ein historischer Fund führte 1948 dazu, dass der zu Neddenaverbergen gehörende Ortsteil Lehringen in die Schlagzeilen kam: Beim Abbau von Mergel in den Lehringer Kuhlen wurde das Skelett eines Waldelefanten freigelegt. Bei den späteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass dieses urzeitliche Tier vor etwa 120 000 Jahren verendet war. Dieser Fund ist auch noch heute einzigartig, trotz etlicher weitaus älterer Funde. Seit Mittwoch erinnern zwei Infotafeln in der Nähe des Fundortes an dieses bedeutsame Ereignis.

Dem Tod des Waldelefanten voraus gegangen war eine Jagd, bis urzeitliche Jäger den durch die wohl tagelange Hatz geschwächten Koloss mit einer Höhe von über vier Metern stellten und dann unter Lebensgefahr erlegten.

Es dauerte etliche Jahrtausende, bis beim Mergelabbau zunächst nur einige Knochen gefunden wurden. Doch es kamen immer mehr dazu und so wurde Alexander Rosebrock, der Direktor der Realschule, alarmiert und auch das Landesmuseums Hannover unterstützte die Grabung.

Schon bald wurde deutlich, dass große Skelettteile vom Mergel umschlossen waren, die vorsichtig freigelegt und geborgen wurden. Glücklich war das Grabungsteam um Rosebrock über die Funde von 27 Feuersteinartefakten, die fest eingebettet im Mergel sich sämtlich rund um den Kopf verteilt befanden. Von höchster Bedeutung war schließlich der weitere außergewöhnliche Fund: Ein etwa 2,40 Meter langer Speer steckte in den Rippen. Es war eine Stoß- und keine Wurfwaffe, das bedeutete, dass die Jäger den Todesstoß in unmittelbarer Nähe zu dem gefährlichen Koloss setzen mussten.

Ein großer Teil der Fundstücke wurde dem Landesmuseum Hannover übergeben, die weiteren Relikte sowie der Speer blieben im Heimatmuseum. Das führte bald zu einem Rechtsstreit zwischen Verden und Hannover, über den Mitte der 50er-Jahre der Spiegel als „Provinzposse“ ausführlich berichtete.

Die Geschehnisse von vor 120 000 Jahren nahm vor einiger Zeit der Wirtschaftsförderkreis zum Anlass, eine Szene mit dem Elefanten und dem Neandertaler als Jäger mit Speer im Domherrenhaus darzustellen. Dieser Förderkreis veranlasste auch, dass seit kurzer Zeit zwei Info-Tafeln an die Ereignisse erinnern, eine in der Nähe eines Teiches, der als Elefantenkuhle bezeichnet wird, und eine am Rutendiek. Wirtschaftsförderkreis-Präsident Wolfgang Reichelt sowie die Vorstandsmitglieder Dirk Richter und Hermann Varenhorst ließen es sich nicht nehmen, dem Ortsvorsteher Uwe Panten und Bürgermeister Wolfgang Rodewald beim Ortstermin diese Tafeln zu zeigen, die sich sehr beeindruckt zeigten.

Hermann Varenhorst erinnerte an die Förderung des Mergels, in dem der Waldelefant über die Jahrtausende eingeschlossen war. Seit 1900 sei auf verschiedenen Grundstücken in der Region der Mergel als Düngemittel abgebaut worden. Eine der größten Kuhlen sei im Besitz von Heinrich Wohlers, dem Besitzer des Gasthofes „Zum Deutschen Bauern“ mit Kaffeegarten und Kegelbahn gewesen, der heute als Reiterhof vom Urenkel Hans-Jürgen Bettin geführt wird.

Der Abbau des Mergel sei von 1900 bis etwa 1950 erfolgt, für den Transport wurde eine Lorenbahn eingesetzt, später sei ein Anschluss an die Verden-Walsroder-Eisenbahn gelegt worden. 

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