Trasse würde Ausgleichsfläche für Zauneidechse zerstören

Suedlink könnte Kirchlintler Waldflächen zerschneiden

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Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Forstoberinspektor Jürgen Raude und Waldbesitzer Heinrich Luttmann (v.r.) vor der Ausgleichsfläche, die die Gemeinde rund 120 000 Euro gekostet hat. Wenn der Suedlink hier entlangführt, wird die Fläche zerstört.

Kirchlinteln - Von Henning Leeske. Falls der westlichste der geplanten Korridore für die unterirdische Stromtrasse Suedlink zum Tragen kommt, würde dieser durch mehrere Waldgebiete in der Gemeinde Kirchlinteln verlaufen (wir berichteten). Gleich an drei Stellen würde der 1000-Meter-Streifen in kompletter Breite durch den Forst führen.

Die letztendlich 30 Meter breite Gleichstromtrasse würde in 1,5 Meter Tiefe im Erdreich verlaufen und keinen weiteren Baumbewuchs mehr zulassen. Außerdem gebe es eine Wärmeentwicklung in der unmittelbaren Umgebung der Leitung und eine magnetische Strahlung würde ebenfalls verursacht. Während des Baus könnte die Schneise sogar noch breiter ausfallen.

Bei einem Ortstermin informierten der Bezirksförster der Privatwälder Jürgen Raude, Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Heinrich Luttmann von der örtlichen Forstbetriebsgemeinschaft über die Folgen eines derartigen Eingriffs. Die Gemeinde wäre als Eigentümer mit neun Hektar Waldfläche unmittelbar von der Baumaßnahme betroffen.

Ein besonderes Augenmerk lenkte Bürgermeister Rodewald auf ein Gebiet westlich der Speckener Straße bei Kirchlinteln: „Äußerst ärgerlich wäre die Zerstörung der Ausgleichsfläche zwischen Kirchlinteln und Specken.“ Diese Fläche wurde für die neue Straße zum Gewerbegebiet Finkenberg geschaffen und besteht zu einem Teil aus einer Aufforstungsfläche und zum anderen Teil aus einem 21.000 Quadratmeter großen Rückzugsgebiet für die streng geschützte Zauneidechse aus dem benachbarten Naturschutzgebiet Hügelgräberheide. 

„Diese Ausgleichsmaßnahmen kosteten die Gemeinde damals rund 120.000 Euro“, so Rodewald. In den aktuellen Korridorberechnungen würde dieses Gebiet noch gar nicht als Raumwiderstand berücksichtigt. Seitens der Gemeindeverwaltung würde allerdings umgehend diesbezüglich für Abhilfe gesorgt, sowie in 39 weiteren Fällen. Die Meldung von Raumwiderständen bei Tennet und dem Landkreis sei auch für Bürger noch bis Ende November möglich. Der angrenzende Wald würde auch durch den Waldkindergarten genutzt.

Waldbesitzer Luttmann: „Auf keinen Fall würden wir uns mit einer einmaligen Entschädigung abspeisen lassen und fordern daher ein regelmäßiges Nutzungsentgelt.“ Auf die nachhaltigen Auswirkungen einer Schneise durch den Wald wies der zuständige Forstoberinspektor Raude hin. Er erklärte, dass Freiflächen im Forst für eine erhöhte Anfälligkeit des Waldes für Borkenkäferbefall und Sturmschäden zur Folge hätten. Abschließend stellte der Bürgermeister fest: „Ich bin der Auffassung, dass diese Trasse grundsätzlich ungeeignet ist.“

lee

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