Alternatives Konzept

Straße soll Allee-Charakter behalten

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Dieser Gehölzstreifen soll als Biotopvernetzung erhalten bleiben und gleichzeitig der Oberflächenentwässerung dienen.

Kirchlinteln – Eine Interessentenliste im Kirchlintler Rathaus weist nach Verwaltungsangaben aktuell mehr als 80 ernsthaft bauwillige Bürger aus, die in der Ortschaft Kirchlinteln auf der Suche nach einem Grundstück sind. Daher entwickelt der Gemeinderat derzeit gemeinsam mit der Verwaltung parallel drei potenzielle Wohnbaugebiete jenseits von allen früher mal festgelegten Prioritätenlisten.

So soll Stillstand vermieden werden, falls es bei einem Gebiet zu planerischen Verzögerungen durch etwaige Hürden bei der Umsetzung kommen könnte. Es muss beispielsweise beim Gebiet „Heidberg“ noch ein komplexes Entwässerungskonzept ausgearbeitet werden.

Deswegen befasste sich der Bauausschuss auch erneut mit dem umstrittenen Baugebiet „Ritterallee II“. Bei der jüngsten Sitzung wurde nun ein alternatives städtebauliches Konzept durch Ullrich Ingenieurplanungen (UIP) vorgestellt. Dies erfolgte auf der Basis eines Forstgutachtens. Demnach sei in dem Wald ein Bestand an nicht heimischen Douglasien und Roteichen festgestellt worden, aber es gebe dort auch schützenswerte Stieleichen am Eichendorffweg sowie Kiefern, die erhalten werden sollten. 

Die Eichen seien wichtige Orientierungspunkte für die heimische Fledermauspopulation, auch wenn im besagten Forst selbst kein Fledermausbesatz gefunden werden konnte. Der angrenzende Lindhoop ist allerdings in Reichweite der kleinen Säugetiere. In diesem Laubwald gebe es viele geeignete Nisthöhlen. Der Nabu-Ortsvereinsvorsitzende Gustav Schindler bestätigte am Rande der Sitzung, dass die Stieleichen für die Tiere sehr wichtig auch als Jagdrevier seien.

Entsprechend dieser Informationen gab es eine Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Verden, um einen möglichst großen Baumerhalt im Sinne des Naturschutzes in Einklang mit der Schaffung von Baugrundstücken zu bringen. Unter dieser Prämisse erarbeitete UIP mehrere Vorschläge mit unterschiedlichen Erschließungen des Wohngebietes.

Letztendlich votierte der Ausschuss bei einer Gegenstimme (Frank-Peter Seemann, Grüne) für folgende Variante. Die Stieleichen sollen stehen bleiben und mit einem Gehölzstreifen zwischen Ritterallee I und II als Biotopvernetzung mit dem Lindhoop verbunden werden.

An der Ritterallee, im Süden, soll ebenfalls ein Streifen des Bestandsforstes erhalten bleiben, wodurch die Baugrenze insgesamt nach Norden verschoben wird und der Wald südlich der Allee unangetastet bleibt. Damit soll der echte Allee-Eindruck bestehen bleiben, eben mit Bäumen auf beiden Straßenseiten. Dieser Baumstreifen soll auch mehr Standsicherheit haben als Einzelbäume.

Entlang der öffentlichen Erschließungsstraße sollen neue Einzelbäume gepflanzt werden. Auch das Hügelgrab bleibe erhalten. Zusätzlich müssten einzelne private Stichstraßen bestimmte Grundstücke anbinden. Aus der Einwohnerschaft kam der Vorschlag, die geplante Sackgasse in ein U umzuwandeln und damit unter anderem mehr Platz für die Entwässerung der Ritterallee I und des Schäferhofs zu bekommen. Dies soll nun weiter geprüft werden.  

lee

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