Weitzmühlener ärgern sich über tiefe Schlaglöcher

Straße gleicht einer Mondlandschaft

Weitzmühlener Seenplatte: Die Schlaglöcher sind nicht nur zahlreich, sondern auch richtig tief. „Wir sollten beim Wettbewerb ,die schönste Straße in der Gemeinde Kirchlinteln’ mitmachen“, scherzen die Anwohner mit einer guten Portion Galgenhumor. Foto: Raczkowski
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Weitzmühlener Seenplatte: Die Schlaglöcher sind nicht nur zahlreich, sondern auch richtig tief. „Wir sollten beim Wettbewerb ,die schönste Straße in der Gemeinde Kirchlinteln’ mitmachen“, scherzen die Anwohner mit einer guten Portion Galgenhumor.

Weitzmühlen – Es rumpelt und pumpelt und das Auto hüpft auf und ab, trotz Schrittempos und dem Versuch, den tiefen Schlaglöchern auszuweichen. „Rrrrums.“ Das war ein besonders tiefes. Schnell an die Seite fahren und aussteigen, das hält ja keiner aus. „Willkommen in der Weitzmühlener Seenplatte“, sagt ein Anwohner.

Beim Fototermin in der Straße „Auf dem Berge“ dauert es nur wenige Minuten, und zahlreiche Weitzmühlener haben sich dazugesellt. Sie leben seit Jahrzehnten mit dem schlechten Zustand der Straße. „Im Dunkeln kann man hier gar nicht langlaufen“, sagt eine Anwohnerin. Ein Nachbar erzählt, dass seine Frau sich bei einem Sturz mit dem Fahrrad an dieser Stelle vor einigen Jahren schwer verletzt habe. Angst um ihre Autos haben alle. Als ein Fahrzeug vorbeifährt und eines der Schlaglöcher erwischt, werden alle nassgespritzt. „Normal“, sagt ein Anwohner. Die Weitzmühlener haben die Hoffnung fast aufgegeben, dass hier nochmal etwas besser wird.

„Es ist nicht so, dass die Gemeinde nichts macht“, berichtet Jürgen Ahlden, der den Zustand der Straße schon lange dokumentiert und zum Pressetermin auch einige Fotos mitgebracht hat. Eine gründliche Bearbeitung der Straße erfolgte demnach in den 80er-Jahren mit einem sogenannten Gräter. „Dabei wurde die Straße komplett umgearbeitet und in Form gebracht. An den Rändern entstanden zeitweise hüfttiefe Gräben.“

In der Folgezeit wurden laut Anwohnern einmal jährlich die Löcher verfüllt und immer neues Material eingebracht. Dadurch wurde das Niveau der Straße immer weiter angehoben. „Die Anlieger mussten ihre Zufahrten höher legen, damit das Wasser nicht auf die Grundstücke lief.“ Bei einem Anlieger sei das nicht möglich, so dass dort immer wieder die Hoffläche überflutet sei und das Wasser abgepumpt werden müsse.

Mehrere Male wurde die Straße mit schwerem Gerät wiederhergerichtet, wobei die Verbesserung immer nur von kurzer Dauer war. Es gelang nicht, eine dauerhafte Verbindung der neu aufgebrachten Schichten mit dem vorhandenen Belag herzustellen. Innerhalb kurzer Zeit entstanden an den gleichen Stellen wieder Löcher, deren Tiefe im Laufe der Zeit stetig zunahm. Die Anlieger wünschen sich eine kostengünstige Lösung. „Hierzu würde es ausreichen, wenn die Straße ausgekoffert und mit neuem Material verfüllt würde. Hierauf sollte dann noch eine Schicht Teer oder ähnliches kommen. Aber das müssten halt Fachleute entscheiden“, so Ahlden.

Ein gelungenes Beispiel in Weitzmühlen sei der Moorweg. Dort sei vor vielen Jahren ein Ausbau erfolgt und die Straße sehe heute noch gut aus.. „Wir haben damals, das war irgendwann in den 80er-Jahren, einen Fehler gemacht“, gibt Ahlden zu. Bei einer Einwohnerversammlung habe die Gemeinde die Anlieger gefragt, ob sie für einen sehr geringen Kostenbeitrag einen Ausbau wünschten. „Wir haben uns damals dagegen entschieden.“

Frank Weiberg, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, sagte auf Nachfrage über den Zustand der Straße „Auf dem Berge“: „Ich habe absolutes Verständnis für den Unmut der Anwohner.“ Das Problem sei im Rathaus bekannt. „Deswegen sind die Kollegen vom Bauhof ja auch regelmäßig vor Ort, um die Löcher aufzufüllen.“ Aktuell sei es zu nass, um diese Arbeiten auszuführen. „Das würde jetzt nicht halten und innerhalb weniger Tage wären die Löcher wieder da.“

Sobald es wieder trockener sei, werde die Gemeinde erneut die Löcher auffüllen. „Da geht es dann erst einmal darum, die Gefahren für Fußgänger und Radfahrer zu minimieren.“ Gleichzeitig versprach Weiberg, dass die Verwaltung jetzt verstärkt eine dauerhafte Lösung prüft. „Wenn wir zu einem Ergebnis kommen, gehen wir auf die Anlieger zu.“

Einen Vollausbau der Straße mit Bordsteinen, Gossen und großem Entwässerungskonzept wollen die Bürger keineswegs. „Auch wir sehen das aktuell nicht“, sagt Weiberg. „Das wäre dann nämlich nur im Rahmen einer Beitragspflicht der Anlieger möglich.“    rei

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