Viel Verkehr in der Feldmark

Vollsperrung in Armsen sorgt für strapazierte Schleichwege

Ein Feldweg mit matschigen Seitenrändern
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Dieser Feldweg musste vor einigen Tagen wegen des erhöhten Verkehrs planiert werden, auch Warnschilder vor Schlaglöchern will die Gemeinde jetzt aufstellen. Wenn die Arbeiten an der Kreisstraße abgeschlossen sind, wird sich der Verkehr in der Feldmark aber wieder regulieren, ist man sich im Rathaus sicher.

Weil die Kreisstraße, die durch Armsen führt, wegen einer Sanierung derzeit voll gesperrt ist, weichen viele Autofahrer, Auswärtige ebenso wie Einheimische, auf Feldwege aus. Die sehen seitdem nicht mehr so gut aus.

Armsen - Zwei Frauen mit Kinderwagen bleiben stehen, als ein Lkw vorbeifährt. Sie versuchen, so weit wie möglich an den Straßenrand zu kommen, ohne dabei in eines der tiefen, mit Wasser gefüllten Schlaglöcher zu treten. Ein paar Minuten später kommt eine Frau mit Hund vorbei, die im Slalom den Schlammpfützen ausweicht. Darauf angesprochen, lacht sie.

„Das sah hier schon weitaus schlimmer aus! Zum Glück hat die Gemeinde den Weg hier gerade gestern geschoben.“ Die Rede ist von einem beliebten Weg in der Feldmark bei Armsen, dem Hainkamp, der derzeit extrem beansprucht wird, wegen der andauernden Sperrung der Kreisstraße 38 in der Ortsdurchfahrt. Ein Auto nach dem anderen fährt hier durch, obwohl die offizielle Umleitung eigentlich ganz woanders langführt.

Bauhof sorgt für kurzfristige Abhilfe

„Der Feldweg hier wird gerne von den Armsern für Spaziergänge genutzt, viele, die hier wohnen, haben kleine Kinder“, erzählt Stephan Nullmeier. Armsens Ortsbrandmeister wohnt selbst in der Nähe und hat sich wegen des kaputt gefahrenen Wegs auch bereits bei der Gemeinde beschwert. „Da kann man aber nicht meckern, da sind noch am selben Tag Mitarbeiter vom Bauhof gekommen und haben geschoben. Jetzt sieht es hier ja schon wieder einigermaßen aus.“

Aber viele Armser sind trotzdem sauer, dass so viele auswärtige Autofahrer hier entlang brausen, während die Kreisstraße gesperrt ist. Landwirt Matthias Rischbode: „Letztendlich geht das auf die Kosten der Gemeinde.“ Denn die habe jetzt die Last mit der Instandhaltung.

Gemeinde duldet Gärtnerei-Umleitung

Ein nicht unerheblicher Teil des neuen, zusätzlichen Verkehres sind wahrscheinlich Kunden der Gärtnerei Oestmann. Diese hat mit zahlreichen Schildern in um der Ortschaft dafür gesorgt, dass das Geschäft trotz der Vollsperrung immer erreicht und auch von Auswärtigen ohne Probleme gefunden werden kann. Und das könne man dem Betrieb kaum verdenken, findet der Leiter der Kreisstraßenmeisterei, Ulrich Fricke. „Da wäre ja sonst mit erheblichen Umsatzeinbußen zu rechnen gewesen.“ Und der Weg durch die Feldmark sei ja schließlich nicht verboten.

Auch Manuel Rampelmann, Bauamtsleiter der Gemeinde Kirchlinteln, teilt diese Einschätzung und duldet die private Umleitungsstrecke der Gärtnerei, um wirtschaftliche Schäden zu minimieren. Die Nutzung des Hainkamps werde sich planmäßig, nach Ende der Bauarbeiten an der Kreisstraße im ersten Quartal 2022, wieder regulieren, sodass der noch anfallende erhöhte Aufwand an Ausbesserungsarbeiten durch den Bauhof zu vertreten sei. Im Frühjahr werde der Weg laut Rampelmann vollständig gefräst und neu profiliert „Dies ist ohnehin geplant gewesen“, so Rampelmann. Durch entsprechende Schilder möchte die Gemeinde nun auf mögliche Schlaglöcher hinweisen und bittet die Verkehrsteilnehmer um gegenseitige Rücksichtnahme.

Die Armser werden noch eine Zeit lang mit der Baustelle leben müssen. Der erste Bauabschnitt vom Ortseingang aus Richtung Neddenaverbergen bis zur Ortsmitte ist seit einigen Wochen abgeschlossen, aber mit dem zweiten Bauabschnitt von der Ortsmitte bis zur Gärtnerei ist die ausführende Baufirma noch nicht fertig.

Jetzt kommt es auch auf das Wetter an

Die Hoffnung des Landkreises, bis zum 17. Dezember die Vollsperrung aufheben zu können, wird sich nicht erfüllen. „Das werden wir nicht einhalten können, das ist unrealistisch“, sagt Ulrich Fricke und erklärt: „Bei der Erneuerung der Hochbordanlage und der Gossen, die im Zuge der Sanierung vorgenommen wird, handelt es sich um sehr aufwendige Arbeiten, die in reiner Handarbeit, zumeist ohne größere Maschinen, erledigt werden müssen.“ Außerdem seien während der Maßnahme zusätzliche Arbeiten hinzugekommen, was etwa die Entwässerungsabläufe und die Verrohrungen angeht. „Es ist also insgesamt einfach mehr zu tun, als ursprünglich angenommen.“

Dazu sei noch gekommen, dass während des ersten Bauabschnittes der Versuch, die Straße nur halbseitig zu sperren, nicht funktioniert habe. „Da durften eigentlich nur Anlieger durchfahren, woran sich aber keiner gehalten hat. Das hat die Arbeit zusätzlich erschwert.“

Der dritte Abschnitt bis zum Ortseingang Richtung Weitzmühlen bildet Anfang kommenden Jahres den Abschluss der Sanierungsarbeiten. Aber weil man nicht wissen könne, wie sich das Winterwetter entwickelt, halte man sich lieber zurück mit Aussagen darüber, wann die Arbeiten final abgeschlossen sein werden.  

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