Planungsstart steht unmittelbar bevor

Sternfahrt mit 200 Teilnehmern für den Radweg an der L171 endet mit froher Botschaft

Auch durch Kohlenförde am Sportplatz des TSV Brunsbrock kam der Tross aus Kirchlinteln unter Sicherung der Verdener Polizei durch.
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Auch durch Kohlenförde am Sportplatz des TSV Brunsbrock kam der Tross aus Kirchlinteln unter Sicherung der Verdener Polizei durch.

Kirchlinteln/Tadel – Erste Gewitterdonner und leichter Regen hielten die Kirchlintler Teilnehmer nicht davon ab, vom Parkplatz eines Supermarktes aus in Richtung Nachbarlandkreis Rotenburg zu starten. Ziel der Sternfahrt war der Hof Tadel kurz hinter der Kreisgrenze unmittelbar an der Landesstraße 171. Dort sollte mit der Abschlusskundgebung auf dem weitläufigen Gelände der Forderung nach dem Lückenschluss des Radweges an der stark befahrenen Straße Nachdruck verliehen werden.

Schon unterwegs machte die frohe Botschaft die Runde, dass die Planungen nun endlich in Kürze beginnen sollen. So seien schon Mitarbeiter der zuständigen Straßenbaubehörde Verden entlang der Strecke in Kohlenförde und Schafwinkel gesichtet worden. Konkret verkündete der Jeddinger Lars Dammann von der Interessengemeinschaft Pro Radweg, dass das Projekt an der L171 unmittelbar an der Reihe sei, weil auf der Prioritätenliste des Landes der vorgereihte Radweg nun planfestgestellt sei.

Er mahnte jedoch an, dass die Planungen nun nicht fünf bis sechs Jahre dauern sollten, wie in anderen Fällen. „Wir wollen nicht so lange warten“, so Dammann, der für die Grünen im Jeddinger Ortsrat sitzt. Die IG Pro Radweg wolle daher auch weiter am Ball bleiben und nach Möglichkeit die Planungen unterstützen. Die waren aufgrund von Personalknappheit in der Verdener Behörde bisher der Flaschenhals, weil der Bau selber vom Land finanziert werde.

Gastgeber Hannes Wilkens begrüßte die knapp 200 Fahrradfahrer auf dem Hof Tadel, die logistisch perfekt geplant gleichzeitig aus beiden Richtungen der Sternfahrt dort ankamen. Auf dem Marktplatz in Visselhövede war der andere Ausgangspunkt der Raddemo. Geschützt von der Rotenburger und Verdener Polizei kamen alle Teilnehmer fast trocken an, um vor dem Planungsstart gemeinsam über die Kreisgrenze hinweg ein Zeichen zu setzen bei der Abschlusskundgebung.

Mit großem Abstand verfolgten die Radfahrer die Abschlusskundgebung auf dem Hof Tadel.

Der Kirchlintler Ratsherr Frank-Peter Seemann (Grüne) berichtete von den umfänglichen Vorbereitungen als Veranstalter, weil sogar ein Erlass aus dem Niedersächsischen Innenministerium nötig gewesen sei, damit die Polizeiinspektion Rotenburg offiziell zuständig wurde und die Verkehrssicherung organisiert werden konnte.

Wilkens erinnerte daran, dass das Projekt Lückenschluss der Radwege schon vor Jahrzehnten beschlossen wurde. „Meine Frau und ich kauften uns damals zwei neue Fahrräder. Die wollten wir erst auf dem neuen Radweg benutzen. Die zwei verrosteten Räder stehen dort vorne an der Eiche“, schilderte er und zeigte die stark patinierten Drahtesel oder was davon übrig war, denn der Beschluss solle schon über vierzig Jahre alt sein. Nun ist Wilkens als direkter Anlieger kurz vor der Kreisgrenze aber zuversichtlich, dass es jetzt endlich mit dem Bau in absehbarer Zeit losgehe. „Das ist doch kein Großprojekt wie die Elbphilharmonie“, wunderte sich Wilkens über die langen Planungen.

Die Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth (SPD) und Eike Holsten (CDU) sprachen zu den Teilnehmern.

Die beiden Landtagsabgeordneten Eike Holsten (CDU) und Dörte Liebetruth (SPD) dankten der IG Pro Radweg für die starke Unterstützung bei ihren Bemühungen in Hannover oder bei der Straßenbaubehörde in Verden das Projekt voranzubringen. „Die IG Pro Radweg hat uns ungemein viel Rückenwind gegeben“, sagte Liebetruth. Sie sprach auch das anstehende Gespräch von den Abgeordneten zusammen mit Vertretern der IG bei der Straßenbaubehörde am morgigen Dienstag an. Das Planungsverfahren solle nun zügig angegangen und abgearbeitet werden. Die Unterstützung der beiden Landespolitiker und durch die IG Pro Radweg sei dabei weiterhin wichtig und gegeben. „Meine eigene Tochter soll den Radweg auch bald nutzen können“, sagte die frischgebackene Mutter Liebetruth.

Holsten bezeichnete das informative Gespräch bei der Behörde in Verden auch als Weichenstellung für die nun startenden Planungen, weil die Einbindung der IG Pro Radweg dort zum Beispiel ein Thema sein könne.

Als Vertreter der Stadt Visselhövede brachte es Ratsvorsitzender Charly Carstens (CDU) auf den Punkt: „Wäre es nur um Geld gegangen, wäre es sicher schneller gegangen.“ Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald kündigte an, dass er mit dem Kollegen Ralph Goebel von der Vissel den Schulterschluss suchen werde, um gemeinsam den Flächenankauf für den Radweg zu unterstützen. „Es dauert manchmal eben länger“, fasste Rodewald die jahrelangen Verzögerungen zusammen.

Jedoch sei der Radweg beispielsweise gerade für die jungen Sportler zum Erreichen der Sportstätten vom TSV Brunsbrock und in Jeddingen sehr wichtig. Eine zügige Planung sei auch deswegen anzustreben.

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