Golden Retriever Ole als Behindertenbegleithund

Ein Hund wird zum Helfer in allen Lebenslagen

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Erwarten Ole ungeduldig: Stefanie Eckhoff und ihr Lebensgefährte Alxander Schramm.

Kirchlinteln - Lange hat Stefanie Eckhoff aus Kirchlinteln davon geträumt, einen Assistenzhund zu haben, der ihr den Alltag einfacher macht und sie in täglichen Belangen unterstützt.

Beim „Beschnuppern“ in Berlin: Stefanie Eckhoff und Ole.

Dieser Wunsch wird der an der seltenen, unheilbaren  Muskelerkrankung Multi-Mini-Core-Myopathie leidenden jungen Frau, die bereitsteilweise auf den Rollstuhl angewiesen ist,  von dem in Berlin ansässigen Verein Hunde für Handicaps erfüllt. Voraussichtlich ab März kommenden Jahres wird der Golden Retriever Ole ihr als Behindertenbegleithund zur Seite stehen.

Bei den Kosten für die Ausbildung des jetzt 15 Monate alten Rüden hilft die Firma Mars Petcare. Mitarbeiter des Unternehmens – darunter auch Firmensprecher Rolf Zepp – werden sich im August wieder auf Sponsoren-Radtour begeben und beim „Ride for Help“ für den guten Zweck strampeln.

Ein Hund kann für einen Menschen mit Behinderung mehr als nur ein Freund sein. Das erhofft sich auch Stefanie Eckhoff von Ole, der ihr nach erfolgreicher Ausbildung zum Behindertenbegleithund nicht nur bei vielen alltäglichen Verrichtungen helfen, sondern auch dazu beitragen soll, ihre Mobilität so lange wie möglich zu erhalten.

Doch bevor der Vierbeiner soweit ist, muss er noch fleißig trainiert werden, was zurzeit bei einer Hundetrainerin des Vereins Hunde für Handicaps in Berlin geschieht. Denn Ole soll sein neues Frauchen im Alltag unterstützen, soll aufheben, was ihr runterfällt, ihr das Telefon bringen, die Wäsche aus der Waschmaschine holen, wenn es klingelt, die Haustür öffnen oder im Idealfall Hilfe alarmieren, wenn Stefanie Eckhoff hingefallen ist.

Golden Retriever wird in Berlin trainiert

„Einige akustische und per Hand angezeigte Kommandos kennt der Rüde schon“, weiß Eckhoff, die ständigen Kontakt zu dem bundesweit tätigen Verein in der Hauptstadt unterhält. Inzwischen haben sich Ole und seine künftige Besitzerin auch schon kennengelernt und sich dem Wortsinn nach ausgiebig beschnuppert. „Die Chemie hat auf Anhieb gestimmt. Der Hund hat sich bereits in mein Herz geschlichen“, erzählt die 28-Jährige. Auch Alexander Schramm, der Lebensgefährte sowie die Eltern und die Schwester der jungen Frau blicken dem Einzug des vierbeinigen Familienmitgliedes ebenso freudig wie ungeduldig entgegen. 

Doch bei aller Euphorie sind sich alle Beteiligten bewusst, dass Ole vor allem ein Tier ist, das man weder überschätzen noch überfordern darf. Denn auch ein Behindertenbegleithund ist ein Hund und das muss er bleiben dürfen. „Wir haben das Thema lange diskutiert, und wir sind uns der Verantwortung, die wir eingehen, bewusst“, sagt Stefanie Eckhoff und erzählt weiter, dass der Verein die Hunde bereits als Welpen kauft und sie dann zunächst für etwa ein Jahr in einer Patenfamilie unterbringt, wo sie das Hundeeinmaleins erlernen.

Natürlich ist längst nicht jedes Tier für den späteren Einsatz als Behindertenbegleithund geeignet. Eckhoff: „Neben dem Grundgehorsam müssen die Hunde Eigenschaften wie Ruhe und Ausgeglichenheit besitzen und sie dürfen nur einen sehr gemäßigten Jagdtrieb haben.“ Ole ist einer von zwei Stefanie Eckhoff vorgestellten Hunden, der die speziellen Ansprüche erfüllt und der nach der Trainingsphase in der Patenfamilie auch erfolgreich die Eignungstests absolviert hat, so dass jetzt seine eigentliche Ausbildung zum Behinderten-Begleiter begonnen hat.

„Ole wird jetzt optimal für seine künftigen Aufgaben trainiert. Er lernt, sich auf meine Bedürfnisse einzustellen“, ergänzt Eckhoff. Vor der endgültigen Übernahme von Ole wird sie noch etwa drei Wochen zusammen trainieren müssen, um die Kommunikation miteinander individuell abzustimmen. Denn die wichtigste Grundlage für ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch und Hund ist, dass sich beide verstehen. Dann habe das Tier Spaß an seinen Aufgaben, hat Stefanie Eckhoff von anderen Vereinsmitgliedern erfahren.

Am Ende steht noch die so genannte Assistenzhund-Team-Prüfung, die es Eckhoff dann erlaubt, ihren Freund auch dorthin mitzunehmen, wo es normalerweise nicht erlaubt ist. Kurzum: Ole soll das Leben seiner neuen Besitzerin maßgeblich erleichtern und ihr als „tierischer Assistent“ unverzichtbare Hilfe sein. Bei der Finanzierung der Ausbildung von Ole ist Stefanie Eckhoff allerdings auf Unterstützung angewiesen, da sie die Kosten in Höhe von rund 23000 Euro nicht alleine aufbringen kann, und Behinderten-Begleithunde im Unterschied zu Blindenführhunden nicht als medizinisches Hilfsmittel anerkannt sind.

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Die Spendenseite des Vereins:

http://www.betterplace.org/de/projects/31838-unterstutzen-sie-oles-ausbildung-zum-assistenzhund

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