Spontan und voller Ideen

Künstlerin Maria Fröhlich zeigt Werke im Müllerhaus 

Maria Fröhlich (li.) im Kreise von Zuschauern. Die Ausstellungseröffnung im Müllerhaus Brunsbrock war eine ganz besondere Würdigung ihrer Arbeit. - Foto: Muschter

Brunsbrock - Wie fühlt sich ein Teenager, wenn die Mutter mit dem Auto plötzlich am Wegesrand ausschert, die Wolken betrachtet, und versonnen fragt, „Sind die nicht schön?“ Vielfältig sei das Gefühl gewesen, so schmunzelt Kerstin Fröhlich zu Beginn der Vernissage ihrer Mutter Maria im Müllerhaus Brunsbrock.

Für Maria Fröhlich hatte das Leben nicht unbedingt eine künstlerische Karriere vorgesehen, doch in der Teenagerzeit ihrer drei Kinder entschied sie sich mit Mitte 30, ein Studium in Ottersberg aufzunehmen und Kunsttherapeutin zu werden. Was für eine Leistung sie damit erbracht hat, beschreibt ihre Tochter Kerstin mit fünf Worten: „Ich bin stolz auf dich!“ Dieter Fröhlich, Marias Ehemann, spielt auf dem Cello seine Hommage: „Maria“, aus der Westside-Story von Leonard Bernstein, erklingt zum Auftakt der Ausstellung.

„,Ottersbergeritis‘, die Begegnung mit Anthroposophen im dörflichen Leben Kirchlintelns, das ist am Anfang für alle Beteiligten nicht einfach gewesen“, fasst Kerstin zusammen. Heute aber möchte sie die ‚Blauen Pferde von Franz Marc‘ auf dem Flur zuhause nicht missen.

Ein Bild wie auf Marmor.

Maria Fröhlich selbst ist ganz überrumpelt, hat ihr doch keiner vorher überhaupt etwas gesagt, wie sie vor dem vollen Saal im Müllerhaus von der eigenen Familie gewürdigt würde. Sie steht vor ihren vielen Kollagen, die im gesamten Haus verteilt sind und ist sichtlich gerührt. Hier ist ihre Kunst ausgestellt, seit 1998 erarbeitet und ein eindrucksvolles Werk. „Ich verwende in meinen Kollagen immer gern wieder ein Blütenmotiv, das ich im Linolschnitt 1998 hergestellt habe, dazu habe ich eine sehr enge Beziehung.“ Sucht man daraufhin die Bilder ab, so findet es sich versteckt fast überall. „Die helfende Ader“, hat es in der Einleitung geheißen, sei einer der starken Charakterzüge Maria Fröhlichs, und so hat sie in ihrer Zeit als Kunsttherapeutin sich selbst wieder hintenangestellt. Wenig eigene Ausdrucksmöglichkeiten gab es während der Arbeit. Seit 2013 jedoch erlebt Maria Fröhlich eine Wende, fängt mit öffentlichen Ausstellungen an.

Kollagen in den verschiedensten Varianten ziehen den Blick der Besucher auf sich. Im hellsten Raum, dem kleinen Zimmer, hängt eine besondere Ausgabe: das Bild erscheint wie auf Marmor gemalt, leicht und hell strahlt es kühle Frische aus. Lagen aus Holz und Wachs, kombiniert mit Seidenpapier, zaubern dieses Muster. Mit Absicht kann man das Gedicht nicht mehr lesen, denn das ist das Ziel der Überlagerung vieler einzelner Schichten: Die Gesamtheit gibt das Bild.

„Zukunft“ ist ein weiteres, sehr prägnantes Werk. Es vereinigt alle Elemente: die Blume, die Erinnerung an alte Zeiten, verschiedene Ebenen der Kollage mit allen Dingen, die Maria Fröhlich in ihrem Atelier so sammelt.

Acht Stunden hat das Aufhängen der Bilder gedauert. Dieter Fröhlich übernimmt diese Aufgabe gerne. Er hat auch zuhause das Atelier angebaut. Heute ist er für die musikalische Untermalung zuständig, etwas Leichtes, damit die Besucher sich gut unterhalten können. Verantwortlich für die Ausstellung zeichnet Michael Rudek. Fünf bis sechs Ausstellungen laufen im Jahr unter seiner Ägide. Er kennt Maria Fröhlich und ihre Arbeiten und hat sie deshalb zu dieser Ausstellung aufgefordert. Als Kirchlintelerin ist sie in der Nachbarschaft beheimatet, Brunsbrock ist nur einen Steinwurf weit entfernt. Die Ausstellungseröffnung sahen bei bestem Wetter viele Besucher, die im Müllerhaus bei Sekt, Kaffee und Kuchen in einem ganz eigenen Ambiente eine vielfältige Vernissage genossen. 

cc

Mehr zum Thema:

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Stadt will Teil der Liekenfläche kaufen

Stadt will Teil der Liekenfläche kaufen

Einfach abgestellt und abgehauen?

Einfach abgestellt und abgehauen?

Kommentare