Fährleute aus Otersen/Westen freuen sich über Fördergelder in Höhe von 65.000 Euro

Von der „spinnerten Idee“ zum „Leuchtturm-Projekt“

Freudiger Moment am Anleger: Regionalmanagerin Jeanett Garthof, Siegfried Dierken (Amt für regionale Landesentwicklung), LAG-Vorsitzender Björn Gehrs (mit Sohn Jan), die Bürgermeister Wolfgang Rodewald und Alexander von Seggern sowie die Fährleute Günter Lühning, Rolf Homann, Jens Brettschneider, Karlheinz Bruns und Dietrich Kerwat (von links) bei der Übergabe. - Foto: Raczkowski

Otersen/Westen - „Anfangs, 1997, hielten viele unsere Solarfähre über die Aller für eine spinnerte Idee“, erinnerte sich Günter Lühning, Vorsitzender des Heimat- und Fährvereins. „Die haben uns gefragt: ,Wer soll denn da mitfahren?’“ Mittlerweile haben die Fährleute längst ihren 100.000. Fahrgast über den Fluss befördert.

Am Montag bekamen sie einen Bewilligungsbescheid vom Amt für regionale Landesentwicklung über eine Fördersumme von stolzen 65.000 Euro. Damit kann die Anschaffung einer neuen „Marie Hoffmann“ gewährleistet werden.

Aus der „spinnerten Idee“ sei „ein Leuchtturmprojekt für die ganze Region“ geworden, so formulierte es Schwarmstedts Samtgemeindebürgermeister und Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), Björn Gehrs, als er an der Anlegestelle den Bewilligungsbescheid an Günter Lühning überreichte. Zu dem freudigen Anlass waren neben einigen Fährmännern auch Siegfried Dierken, Amt für regionale Landesentwicklung Verden, sowie Bürgermeister Wolfgang Rodewald, Gemeinde Kirchlinteln, und Bürgermeister Alexander von Seggern, Gemeinde Dörverden, gekommen.

Die Förderperiode 2014-2020 unter dem Motto „Hier fließt Energie“ in der Leader-Region Aller-Leine-Tal hat gerade erst begonnen und die Neuanschaffung der Solar-Aller-Fähre ist das erste Projekt, dessen Förderung bewilligt wurde. Die Entscheidung sei nicht schwer gefallen, sagte Siegfried Dierken: „Hier kommen drei für uns ganz wesentliche Elemente zusammen: Tourismus, Erneuerbare Energien und Ehrenamt.“

70 Fährleute zwischen 17 und 70 engagieren sich mit der Kraft der Sonne und des Ehrenamtes für die sanfte Erholung und haben mittlerweile mehr als 100.000 Fährgäste sicher über den Fluss gebracht. Lühning machte deutlich: „Das hier ist aber keine Jux-und-Dollerei-Veranstaltung. Das ist Personenbeförderung und da gelten strenge Sicherheitsstandards.“ Deswegen sei es nach mehr als 20 Jahren notwendig geworden, eine neue Fähre zu kaufen. Gut 100. 000 Euro muss der Verein investieren.

Der größte Teil wird durch die EU- und Landesförderungen von Leader finanziert. Weitere Geldgeber sind der Landkreis Verden mit 15.000 Euro, die Stiftung der Kreissparkasse Verden, 12.000 Euro, und die beiden Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln mit je 6 800 Euro. Trotz leerer Kassen hätten sich die Gemeinden für diesen Zuschuss entschieden. „Wir geben unseren Anteil gerne, weil es ein so wichtiges Projekt ist“, so Rodewald.

Nun können die Fährleute die Auslieferung ihrer neuen „Marie Hoffmann“ kaum erwarten. „Sie wird ganz ähnlich aussehen wie die alte, ebenfalls 7,5 Meter lang und mit drei Metern nur etwas breiter. Das ist notwendig, weil die Fahrräder, vor allem die E-Bikes, größer geworden sind“, berichtete Lühning. Auch die neue Fähre werde mit Solarstrom betrieben. „Wir haben diese Entscheidung nie bereut und hatten immer genug Sonne im Tank. Warum sollte man etwas Gutes ändern?“

Am 15. Juli soll die Schiffstaufe mit einem bunten Rahmenprogramm gefeiert werden. Lühning kündigte außerdem an, dass der Verein künftig auch Getränke am Anleger verkaufen wolle. Dieser Wunsch sei seitens der Fahrgäste immer wieder an den Verein herangetragen worden. Die Kühlung der Getränke soll ebenfalls mit Solarstrom geschehen.

Fährmann Dietrich Kerwat nutzte die Übergabe, um sich beim Vorsitzenden Lühning im Namen der Vereinsmitglieder zu bedanken. Die Anschaffung der neuen Fähre mit all den dazugehörigen Anträgen sei „ein Berg Arbeit“ gewesen, den der Vorsitzende in seiner Freizeit bewältigt habe.

rei

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